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Die Eröffnung 1 ♥ und 1 ♠ The 1 ♥ and 1 ♠ opening

 

Hinweis: Sie können das Thema "Oberfarbeneröffnung" hier als Dokument runterladen.

 

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Die Voraussetzungen

zur Eröffnung 1 © / ª

 

 

Edelfarben eröffnen wir relativ aggressiv. An erster und zweiter

Position müssen sie durchaus solide sein, aber weil wir einerseits

vom barragierenden Effekt profitieren können und man andererseits durchaus auch mal „4 ©“oder „4 ª“ mit zu wenig Punkten

erfüllen kann, sind wir hier weniger zurückhaltend als bei den Unterfarbeneröffnungen. Das Minimum liegt bei unausgeglichen

verteilten Händen bei 10 HP.

 

Grundsätzlich gilt aber auch hier: Öffnen Sie jede Hand, wenn

Sie mindestens 13 HP haben. Besitzen Sie nur 12 HP, öffnen

Sie immer, wenn Sie über mindestens 2½ Defensivstiche

verfügen und die Wiederansage keine Schwierigkeiten bietet

(egal was der Partner lizitiert). Wenn Sie nicht in allen Fällen

eine Wiederansage haben, sollten sie über ein "pass" ernsthaft

nachdenken. Mit 11 HP und ausgeglichen verteiltem Blatt sollten

Sie immer passen.

  

Unausgeglichene Hände werden aber in der Edelfarbe

aggressiv eröffnet.

 

Öffnen Sie z.B. 1 ª mit        

ª AKxxx        oder                ª AQxxxx

© xx                                       © KJxx

¨ Axxx                                  ¨ xx

§ xx                                       § xx

 

Wichtig bei einem Entscheid, ob es sich um eine Eröffnung oder

nicht handelt, sind insbesondere folgende Punkte:

 

-                     Die Punkte, die Sie besitzen

-                     Die Topstiche, die Sie besitzen

-                     Die Verteilung Ihres Blattes

 

Bei ausgeglichen verteilten Händen brauchen Sie für eine

Eröffnung mehr HP als bei unausgeglichen verteilten Händen. 

 

Was versteht man unter Topstichen? Wir verstehen

darunter Figuren und Figurenkonstellationen, die sowohl

beim Hand- als auch beim Gegenspiel rasch realisierbare

Stiche versprechen. Einige Beispiele:

 

AK

à entsprechen zwei Topstichen

A

à entspricht einem Topstich

AQ

à entsprechen 1½  Topstichen

KQ

à entsprechen einem Topstich

K2

à entsprechen einem halben Topstich

 

Nochmals also im Sinne einer Zusammenfassung sei festgehalten:

Eine Eröffnung an erster und zweiter Stelle verspricht entweder

ein Minimum von 13 HP oder aber von 2½ Topstiche (2 davon

in den "langen" Farben) und eine problemlose Wiederansage.

 

Das verändert sich bei Eröffnungen an dritter und vierter Stelle.

Hier wird aus folgenden Gründen aggressiv eröffnet:

 

-  Der Partner, welcher an erster und zweiter Stelle ja bloss

gute Hände eröffnet, muss geschützt werden.

 

- Den Gegnern soll das Leben erschwert werden. Deshalb

eignen sich gerade Dritthanderöffnungen auch so hervorragend für „Bluffgebote“. 

 

An dritter und vierter Stelle kann man auch 4er-Edelfarben

eröffnen, wenn sie vernünftig gut sind. Einen kleinen praktischen:

Tipp habe ich aber für Sie: Öffnen Sie 4er-Edelfarben erst dann,

wenn Sie technisch exakt wissen, wie man einen 4-3 Trumpffit

im Handspiel meistern muss (denn der Partner geht immer von

einer 5er-Farbe bei Ihnen aus). Weiter sollte man diesen Bluff

mit einer 4er-Farbe nur machen, wenn man nicht die Stärke

von mindestens einer normalen Eröffnung hat. Ist Letzteres

der Fall, eröffnen Sie völlig normal wie es das System vorsieht,

um jederzeit den korrekten Kontrakt zu erreichen. 

 

Wenn Sie eine vernünftige 5er-Edelfarbe haben, empfehle ich

Ihnen an dritter und vierter Position generell ab 10/11 HP zu

eröffnen. 

 

Allerdings muss man an vierter Stelle auch noch die "Pikregel"

beachten. Zählen Sie Ihre HP zusammen und addieren Sie zum

Ergebnis Ihre ª-Karten: Wenn Sie dann nicht mindestens 15

erhalten, sollten Sie passen (denn wir wollen ja nicht für den

Gegner öffnen).

 

Hier noch zwei Beispiele von ª-Eröffnungen an dritter Stelle: 

 

Beispiel 1

 

 

Beispiel 2:

 

 

Die Eröffnung kann noch schwächer sein

 

 

(Bitte passen, falls Sie nicht gewohnt sind,

im 4-3-Fit zu spielen.)

ª KJxxx

 

 

ª KJ10x

 

© Q9x

 

 

© Qxx

 

¨ Kxx

 

 

¨ Kxx

 

§ Qx

 

 

§ K98

 

 

Generell überlegen Sie sich folgendes, bevor Sie mit einem

schwachen Blatt an dritter Stelle eröffnen: Sind Sie in der Lage,

eine vernünftige Ansage zu finden, wenn der Partner

beispielsweise in Ihrer Kürze lizitiert?

 

Das Folgelizit nach 1 ©/ª -

die ersten Ansagen:  

 

Doch nun zum Folgelizit. Viele Ansagen zeigen einen Fit und

umschreiben diesen detailliert.

 

"1 NT" wird nach Eröffnungen an erster und zweiter Stelle als

forcierend für eine Runde gespielt. Die Ansage kann auch mit

sehr starken Blättern, einem schönen Fit und einer noch nicht

bekannten Chicane eingesetzt werden.

 

Weiter verwenden wir die modifizierten "Bergen-raises"

(= Bergen-raises modified), „2 NT“ zeigt 13+ HP und einen Fit

(àJacobi-Konvention“), weiter spielen wir nach Eröffnungen

an dritter und vierter Stelle „Two way Drury“, last but not least

spielen wir „Splinter“.  

 

Zuerst möchte ich auf die eigentlichen Fitansagen eingehen:

 

1 ©

1 NT:

Die Ansage verspricht 6+ HP und ist zumindest forcierend für eine Runde; sie wird auch mit starken Blättern (ab11 HP) und schönem Fit sowie einer noch nicht bekannten Chicane verwendet.

 

2 ©:

Nach 1./2. Hand: 5-8(9) HP, explizit 3er-©

Nach 3./4. Hand: 5-9(10) HP, 3-4 ©

 

2 ª:

Nach 3./4. Hand: Fit in ©, 8-9(10) HP, long-suit-try, zeigt also Fit in © (4 Karten) und eine zweite Farbe, in der man Unterstützung sucht, weiter 8-9(10) HP

 

2 NT:

13+ HP, Fit Herz, forcing (ist zu alertieren); Achtung: Hat man schon gepasst, ist die Ansage short-suit-try, zeigt also Singleton § und 8-9(10) HP (mit einer NT-Verteilung und 11-12 HP lizitiert man „1 NT“)

 

3 §:

Nach 1./2. Hand Bergen-raises modified: 10-12 HP, 4er-©

Nach 3./4. Hand: Short-suit-try, zeigt also Singleton ¨ und 8-9(10) HP

 

3 ¨:

Nach 1./2. Hand Bergen-raises modified: 6-9 HP, 4er-©

Nach 3./4. Hand: Short-suit-try, zeigt also Singleton ª und 8-9(10) HP

 

3 ©:

Nach 1./2. Hand Bergen-raises modified: 0-5 HP, 4-5 ©

Nach 3./4. Hand: 5er-©, barragierend, 6-10 HP

 

3 ª:

Fit, 12+ HP, Splinter (explizit Singleton nach Eröffnungen an 1./2. Stelle)

 

3 NT:

3er-©, 13-15 HP (sonst zuerst neue Farbe sagen!)

 

4 § / ¨:

Fit, 12+ HP, Splinter (explizit Singleton nach Eröffnungen an 1./2. Stelle)

 

4 ©:

Nach 1./2. Hand: 4-9 HP, 5er-©, oft hat man Singleton (alertieren)

Nach 3./4. Hand: 4-9 HP, 6er-© (alertieren)

 

2 §:

nach 3./4. Hand: Two way Drury-modified, Fit mit 4+ Karten, Anfrage nach Stärke des Partners, zeigt (10)11-12 HP

 

2 ¨:

nach 3./4. Hand: Two way Drury-modified, Fit mit exakt 3 Karten, Anfrage nach Stärke des Partners, zeigt (10)11-12 HP

 

5 §:

Exclusion Key Card Blackwood (5 As-Frage ohne das As in angesagter Farbe (§)), (5 ¨ zeigt 3/0, 5 © 4/1 etc.)

 

5 ¨:

Exclusion Key Card Blackwood (5 As-Frage ohne das As in angesagter Farbe (¨)), (5 © zeigt 3/0, 5 ª 4/1 etc.)

 

Mit Fit in der eröffneten Edelfarbe und einer Chicane oder

einem Singleton As sowie Schlemminteresse geht man über

„1 NT – forcing“ und lizitiert danach den „Splinter“. Im

Unterschied zum Exclusion Key card Blackwood muss man erst sicherstellen, ob dem Partner die eigene Chicane zusagt.

 

Fit kann aber auch folgendes Lizit zeigen:

 

1 ©

1 NT

Bedeutung der Ansage

2 § / ¨

2 ©:

6-10 HP, nur 2 Karten in ©

 

3 ©:

(9)10-12 HP, 3er-Fit in ©

 

Dies gilt aber nur nach Erst- und Zweithanderöffnungen,

denn sonst verwendet man mit einem 3+ Kartenfit und

10+ HP die Konvention "Two way Drury modified"

(man sagt also mit einem schönen Fit (ab vier Karten)

"2 §" respektive mit einem 3er-Fit „2 ¨“.).

 

1 ª

1 NT:

Die Ansage verspricht 6+ HP und ist zumindest forcierend für eine Runde; sie wird auch mit starken Blättern (ab11 HP) und schönem Fit sowie einer noch nicht bekannten Chicane verwendet.

 

2 ª:

5-8(9) HP, explizit 3er-Pik (nach 3./4. Hand: 3-4 Pik, 5-9(10) HP)

 

2 NT:

13+ HP, Fit Pik, forcing (ist zu alertieren); Achtung: Hat man schon gepasst, ist die Ansage long-suit-try, zeigt also Fit in ª (4 Karten) und eine zweite Farbe, in der man Unterstützung sucht, weiter 8-9(10) HP (mit einer NT-Verteilung und 11-12 HP lizitiert man „1 NT“)

 

3 §:

Nach 1./2. Hand Bergen-raises modified: 10-12 HP, 4er-Pik (alertieren)

Nach 3./4. Hand: Short-suit-try, zeigt also Singleton ¨ und 8-9(10) HP

 

3 ¨:

Nach 1./2. Hand Bergen-raises modified: 6-9 HP, 4er-Pik (alertieren)

Nach 3./4. Hand: Short-suit-try, zeigt also Singleton © und 8-9(10) HP

 

3 ©:

Nach 1./2. Hand: 8 HP, 6+ ©, barragierend (alertieren)

Nach 3./4. Hand: Short-suit-try, zeigt also Singleton  § und 8-9(10) HP

 

3 ª:

Nach 1./2. Hand Bergen-raises modified: 0-5 HP, 4-5 Pik (alertieren)

Nach 3./4. Hand: 5er-Pik, barragierend, 6-10 HP

 

3 NT:

3er-Pik, 13-15 HP (sonst zuerst neue Farbe lizitieren)

 

4 § / ¨:

Fit, 12+ HP, Splinter (explizit Singleton nach Eröffnungen an 1./2. Stelle)

 

4 ©:

Fit, 12+ HP, Splinter © (explizit Singleton nach Eröffnungen an 1./2. Stelle)

 

4 ª:

Nach 1./2. Hand: 4-9 HP, 5er-ª, oft hat man Singleton (alertieren)

Nach 3./4. Hand: 4-9 HP, 6er-ª (alertieren)

 

2 §:

Nach 3./4. Hand: Two way Drury modified, Fit mit mindestens 4 Karten, Anfrage nach Stärke des Partners, (10)11-12 HP

 

2 ¨:

nach 3./4. Hand: Two way Drury-modified, Fit mit exakt 3 Karten, Anfrage nach Stärke des Partners, (10)11-12 HP

 

5 §:

Exclusion Key Card Blackwood (5 As-Frage ohne das As in angesagter Farbe (§)), (5 ¨ zeigt 3/0, 5 © 4/1 etc.)

 

5 ¨:

Exclusion Key Card Blackwood (5 As-Frage ohne das As in angesagter Farbe (¨)), (5 © zeigt 3/0, 5 ª 4/1 etc.)

 

5 ©:

Exclusion Key Card Blackwood (5 As-Frage ohne das As in angesagter Farbe (©)), (5 ª zeigt 3/0, 5 NT 4/1 etc.)

 

 

Fit kann aber auch folgendes Lizit zeigen:

 

1 ª

1 NT

Bedeutung der Ansage

2 § / ¨ / ©

3 ª:

(9)10-12 HP, 3er-Fit in ª

 

Und nicht vergessen: Nach Eröffnungen an 3./4. Position:

Two way Drury modified verwenden!

 

Nach einer Einladung mit Fit sollte man, wenn man sie

annimmt, nicht einfach das volle Spiel ansagen, sondern

mit Cue-bids oder Längenansagen zeigen, was man noch

so hat. Ist man bereits auf Stufe 3, so verlangt "3 NT"

eine Cue-bid-Sequenz (das will man mit einem Edelfarbenfit

ja nicht mehr spielen), direkte Farbansagen sind

demgegenüber natürlich (mit Interesse an mehr). 

 

Das zeigt folgendes Beispiel: 

 

1 ª

3 §:

3 NT verlangt nun Cue-bids, 3 ¨ / 3 © / 4 § sind natürliche Ansagen. Auch

hier kann nun der Partner mit Cue-bids zeigen, dass ihm die zweite Farbe

ebenfalls gefällt.

 

Verbleiben diverse weitere Ansagen, die mit oder ohne Fit

gemacht werden können. 

 

1 ©

1 ª:

4+ Pikkarten, (5)6+ Punkte

 

1 NT:

- (5)6-11 (12) HP, nach 1. und 2. Handeröffnung rundenforcing (in der

   Praxis hat man oft 2er-Herz, ist aber nicht zwingend)

- Nach 1./2. Hand: 12+ HP, Fit, irgendwo hat man eine Chicane

 

2 §:

Nach 1./2. Hand: 11+ HP, 4+ Treff

Nach 3./4. Hand: Two way Drury modified, Fit (Details vgl. unten)

 

2 ¨:

Nach 1./2. Hand: 11+ HP, 4+ ¨

Nach 3./4. Hand: Two way Drury modified, Fit (Details vgl. unten)

 

2 ª:

Nach 1./2. Hand: 5-8 HP, 6er-Pik (danach ist „2 NT“ Strahlen)

 

3 NT:

Ausgeglichene Verteilung, 13-15 HP, verspricht 3er-Fit

 

4 NT:

As-Frage, fragt nach den 4 Assen (mit oder ohne Fit);

(5 As-Blackwood z.B. via 2 SA)

 

 

 

1 ª

1 NT:

- (5)6-11 (12) HP, nach 1. und 2. Handeröffnung rundenforcing (in der

   Praxis hat man oft 2er-Herz, ist aber nicht zwingend)

- Nach 1./2. Hand: 12+ HP, Fit, irgendwo hat man eine Chicane

 

2 §:

Nach 1./2. Hand: 11+ HP, 4+ Treff

Nach 3./4. Hand: Two way Drury modified, Fit (Details vgl. unten)

 

2 ¨:

Nach 1./2. Hand: 11+ HP, 4+ ¨

Nach 3./4. Hand: Two way Drury modified, Fit (Details vgl. unten)

 

2 ©:

Nach 1./2. Hand: 11+ HP, 5+ ©

Nach 3./4. Hand: 6-11 HP, passbar, 5+ ©

 

3 © :

6+ Karten in ©, Misfit ª, barragierend (nach Eröffnungen an dritter oder vierter Stelle aber Fit in ª, Short-suit-try mit Kürze in §, 8-9(10) HP)

 

3 NT:

Ausgeglichene Verteilung, 13-15 HP, verspricht 3er-Fit

 

4 NT:

As-Frage, fragt nach den 4 Assen (mit oder ohne Fit; danach zeigt „5 §“ kein As, „5 ¨“ ein As, „5 ©“ 2 Asse, „5 ª“ 3 Asse und „5 NT“ alle Asse;

(5 As-Blackwood kommt z.B. nach einem Lizit via “2 NT” zur Anwendung)

 

Danach entwickelt sich das weitere Lizit - von Ausnahmen

abgesehen - völlig natürlich.

 

1 ©/ª - 1 NT forcing:

 

Spezielle Beachtung verdient die Ansage von "1 NT, welche

nach Eröffnungen an erster und zweiter Stelle rundenforcing ist.

Sie zeigt 6+ HP und kann mit diversen Händen verwendet

werden, die man nicht anders lizitieren kann. In der Regel

hat man 6-12 HP, mit Fit und einer Chicane kann man aber

auch stärker sein. Auch nach Eröffnungen an dritter oder

vierter Stelle bleibt im Prinzip alles identisch, aber der

Partner darf nun auch passen, wenn er keine wirkliche Eröffnung hat.

 

Bedenken, die Ansage nicht natürlich zu spielen? Die

Vorteile, die Ansage forcierend zu spielen, überwiegen bei

weitem. Sie gibt Ihrem Lizit bedeutend mehr Flexibilität. Und

achten Sie mal auf Folgendes: Spielt man nach einer

Unterfarbeneröffnung 1 SA, ist der Kontrakt oft solide,

was nach Edelfarbeneröffnungen (speziell nach 1 ª) selten

der Fall ist.

 

1 ©

1 NT

2 §:

13-16 Punkte, 3+ § (ev. 2er-§ mit 4-5-2-2, wenn die ©-Farbe nicht sehr schön ist)

2 ¨:

13-16 Punkte, 3+ ¨

2 ©:

13-16 Punkte, 6er-©

2 ª:

17+ HP, 4er-ª, Revers

2 NT:

18-19 HP, ausgeglichen

3 §:

17+ HP, 4+ §

3 ¨:

17+ HP, 4+ ¨

3 ©:

17-19 Punkte, 6+ ©

3 ª:

Singleton, 7+ ©, 18+ HP

3 NT:

20-21 HP, ausgeglichen, 5er-© und eine ungedeckte Farbe

4 § / ¨:

Singleton, 7+ ©, 18+ HP

4 ©:

20-22 HP, 6+ ©, kein Singleton

 

Beachten Sie dabei folgendes:

 

1 ©

1 NT

 

2 §/¨

2 ©

 

2 NT:

 

15-16(17) HP, 5er-©

 

1 ª

1 NT

2 §:

13-16 Punkte, 3+ §

2 ¨:

13-16 Punkte, 3+ ¨

2 ©:

13-16 Punkte, 4+ ©

2 ª:

13-16 HP, 6er-ª

2 NT:

18-19 HP, ausgeglichen

3 §:

17+ HP, 4+ §

3 ¨:

17+ HP, 4+ ¨

3 ©:

17+ HP, 4+ ©

3 ª:

17-19 Punkte, 6+ ª

3 NT:

20-21 HP, ausgeglichen, 5er-ª und eine ungedeckte Farbe

4 § / ¨ / ©:

Singleton, 7+ ª, 18+ HP

4 ª:

20-22 HP, 6+ ª, kein Singleton

Da "1 NT" ja konventionell ist, alertieren wir sowohl diese Ansage

als auch die nachfolgenden Antworten.

 

Das Folgelizit ist nun weit gehend natürlich. Zu beachten ist aber

Folgendes: 

 

1 ©

1 NT

Bedeutung der Ansage

2 § / ¨

2 ¨(nach „2 §“):

6+ ¨, schwach, kein Fit in ©

 

2 ©:

6-10 HP, 2er-©

 

2 NT:

11-12 HP, ausgeglichene Verteilung

 

3 § (nach „2 ¨“):

6-7 HP, 6+ Karten in §

 

3 ©:

(9)10-12 HP, 3er-©

 

3 ª:

Chicane in ª, Fit in ©, 12+ HP

 

4 § / ¨:

Chicane in angesagter Farbe, Fit in ©, 12 + HP

 

 

1 ª

1 NT

Bedeutung der Ansage

2 § / ¨ / ©

2 ¨ (nach „2 §“):

6+ Karten in ¨, schwach, kein Fit in ª

 

2 © (nach „2 §“/„2 ¨“):

6+ Karten in ©, schwach, kein Fit in ª

 

2 ª:

6-10 HP, 2er-ª

 

2 NT:

11-12 HP, ausgeglichene Verteilung

 

3 § (nach „2 §“):

8-10 HP, 5 §-Karten

 

3 § (nach „2 ¨“/“2 ©“):

6+ Karten in §, schwach, 6-7 HP, kein Fit in ª

 

3 ª:

(9)10-12 HP, 3er-ª

 

„3 NT“ (nach „2 ©)“

Fit in ©, 10(11) HP

 

4 § / ¨ / ©:

Chicane in angesagter Farbe, Fit in ª, 12 + HP

 

Beachten Sie weiter folgende Spezialität: 

 

1 ª

1 NT

Bedeutung der Ansage

 

!

2 ©

3 NT:

Fit in ©, 10(11) HP, Blatt hat sich aufgewertet, volles Spiel scheint möglich

!

 

 

4 ©:

Chicane in angesagter Farbe, Fit in ª, 12 + HP

 

   

1 © - 1 ª 

Nach der Sequenz „1 ©“ – „1 ª“ verläuft das Lizit weitgehend

natürlich. Stellvertretend betrachten wir folgende Sequenz:

 

1 ©

1 ª

1 NT:

Ausgeglichen verteilt, 12-14/15 HP

2 §:

4+ Treff, 13-16 HP

2 ¨:

4+ Karo, 13-16 HP

2 ©:

13-16 HP, 6+ Herz, bei Minimum daneben 4er-Farbe möglich

2 ª:

13-16 Pte, 4 Pik, 5-6 ©

2 NT:

18-19 HP, ausgeglichen verteilt, keine 4er-ª

3 § / ¨:

(17)18+ HP, natürlich, 4+ Karten in angesagter Farbe

3 ©:

17-18(19) HP, 6+ ©

3 ª:

17-18(19) Pte, 4er-Pik

3 NT:

20-22 HP, ausgeglichen verteilt, kleiner Doubleton Pik

4 § :

Splinter im Pikfit (Singleton oder Chicane), Schlemminteresse

4 ¨ :

Splinter im Pikfit (Singleton oder Chicane), Schlemminteresse

4 © :

Natürlich, zum spielen

4 ª :

(19)20-22 HP, 4er-Pik, kein Singleton

4 NT :

5-As-Blackwood mit Pik als Trumpf

 

Wie man oben gesehen hat, wiederholt der Eröffner mit Minimum

seine 6er-Farbe auch dann, wenn er daneben noch eine 4er-Farbe

besitzt. Allenfalls zeigt er diese 4er-Farbe später:

 

1 ©

1 ª

2 ©

2 ª / NT / 3 §

3 ¨:

Minimum, 6er-©, 4er-¨

 

Erlauben Sie mir an dieser Stelle einen ganz wichtigen Hinweis:

Man streitet mit seinem Partner während des Lizitierens nie um

einen Teilkontrakt, wenn man gegenseitig keinen Fit hat. Ziel ist

es in solchen Fällen, das Lizit so tief wie möglich zu stoppen! 

 

1 ©

1 ª

2 §

2 © / 2 NT

3 §:

Minimum, aber lustige Verteilung, mindestens 5-5

 

Beachten Sie auch folgende etwas spezielle Sequenz:

 

1 ©

1 ª

Bedeutung der Ansage

1 NT

2 ¨:

6-9 HP, 4er-ª (5)6+ Karten in ¨, Canapé

 

Hat der Partner des ©-Eröffnenden „1 ª“ und der Eröffner

diese auf der Stufe 2 gehoben, verwenden wir „long-suit-„

und „short-suit-tries“. Diese entsprechen sinngemäss jenen

nach den Ansagen „ 1 ª - 2 ª“.

 

Die Ansage einer neuen Farbe zeigt also Interesse, 4 in der

Edelfarbe des Antwortenden zu spielen, wenn der Partner

(14)-15/16 HP hat (oder wenn er (12)13 HP hat und nach

einem short-suit-try Freude an Partners Kürze oder nach

einem long-suit-try ebenfalls eine Figur in der zweiten Farbe

des Partners hat.  

 

Die direkte Hebung der Edelfarbe durch den Eröffner auf

Stufe 3 ist demgegenüber barragierend. Mit einem

ausgeglichen verteilten Blatt und 18-22 HP kann man auch

3 NT versuchen.

 

 

1 ©

Bedeutung der Ansagen

1 ª

2 ª

 

2 NT:

 

long-suit-try, man möchte eine zweite Farbe (3+ Karten mit Figur) zeigen

3 §:

 

short-suit-try, Kürze in ¨

3 ¨:

 

short-suit-try, Kürze in ©

3 ©:

 

short-suit-try, Kürze in §

3 ª:

 

Barragierend

 

Andere Ansagen sind natürlich, 4 § also z.B. zeigt einen extremen Zweifärber (6-5) mit Schlemminteresse. 

 

 

1 ©

Bedeutung der Ansage

1 ª

2 ª

 

2 NT

3 §:

Welches ist die Farbe?

 

3 ¨:

Ich kann nur hier unterstützen

 

3 ©:

Ich kann nur hier unterstützen

 

3 ª:

Absolutes Minimum

 

4 §:

Maximum, natürlich, schöne Farbe

 

4 ¨:

Maximum, natürlich, schöne Farbe

 

4 ©:

Maximum, natürlich, schöne Farbe

 

4 ª:

Maximum

 

 

 

1 ©

Bedeutung der Ansagen

1 ª

2 ª

 

2 NT

3 § (Relais)

 

3 ¨:

 

Positiver Trial-bid in ¨

3 ©:

 

Positiver Trial-bid in ©

3 ª:

 

Positiver Trial-bid in §

 

An einem Beispiel zeige ich das Lizit nach einem

"short-suit-try" auf:

 

 

1 ©

Bedeutung der Ansage

1 ª

2 ª

 

3 §

3 ¨:

Sehr interessiert, keine verlorenen Punkte in ¨

 

3 ©:

Maximum, sehr interessiert, Cue-bid ©

 

3 ª:

Minimum oder verlorene Punkte in ¨

 

3 NT:

"Alles" in ¨

 

4 ª:

Singleton ¨ gefällt und genügt zur Ansage des vollen Spiels

 

Sinngemäss verhält es sich nach den anderen "short-suit-tries". 

 

Mit starken Blättern (sprich ab etwa 17 HP) springt

der Eröffner in eine neue Farbe oder aber er macht

eine "Revers-Gebot". Von einem "Revers" spricht man

dann, wenn der Antwortende bereits auf Stufe 3 lizitieren

muss, sofern er in die Eröffnungsfarbe zurückwechseln

will. Zum Beispiel:

 

1 ©

1 NT

2 ª:

4+ Karten in ª, 17+ HP

 

Diese Sequenz ist selbstverständlich nicht passbar.

 

Stellt der Eröffner seinem Partner eine zweite Farbe zur

Verfügung, ohne einen Revers oder Sprung zu machen,

so sollte man nur mit absolutem Minimum und Fit passen.

Vergleiche hierzu das nachfolgende Beispiel:

 

1 ©

1 ª

2 ¨:

Mit 2 Karten in © und maximal 3 Karten in ¨ lizitiert der Antwortende nun „2 ©“ (ausser er sei sehr stark). Mit 2 Karten in © und 4 Karten in ¨ kann man mit 4-6 HP passen, mit 7+ HP sollte man schon „3 ¨“ sagen!

 

Nochmals zu 6-4-Verteilungen: 

 

1 ©

1 ª

2 ¨

2 ©

3 ©:

6-4 Blatt, nicht Minimum, z.B. ª Qx © AKJ10xx ¨ KQ10x § x

 

Speziell sind auch 5-5-Verteilungen. Hat man einen Doppelfit,

sollte man in der schwächeren Farbe spielen: 

 

ª AQ654

© A10874

¨ K2

§ 4

ª KJ7

© 652

¨ A94

§ 8753

 

1 ª - 2 ª

2 NT - 3 §

3 © - 3 ª

4 © - pass

Zum Lizit: 2 NT ist ein “long-suit-try, “3 §“ ein Relais, „3 ©“ zeigt © und fragt um Unterstützung in ©. Der Partner lehnt mit „3 ª“ ab. „4 ©“ ist nun natürlich, man weiss nun, dass der Eröffner 5-5 ist.

 

Grundsätzlich sollte man, wenn der Partner zwei Farben zeigt, die erstgenannte als Trumpffarbe wählen. Bei einem Zweifärber mit mindestens 5-5 ist dies dann anders, wenn klar ist, dass der Partner seine Nebenfarbe verwerten muss. In solchen Fällen wählt man bei gleicher Länge - wie in unserem Beispiel - die weniger schöne Farbe als Trumpf . Da man zwei Figuren in ª, aber keine in © hat, passt man „4 ©“. In unserem Beispiel ist „4 ©“ nach §-Angriff problemlos erfüllbar, ein „ª-Kontrakt“ hingegen ist chancenlos. Man bringt die Nebenfarbe (©) nicht rechtzeitig hoch und wird mit § in der Trumpffarbe gekürzt.

 

Lizit nach Two over one:

 

Exkurs (nicht Teil unseres Systems):

 

Nach "Two over one - Ansagen" verhält sich das natürliche

Lizit ziemlich ähnlich wie nach einem"One over one - Gebot". Farbwiederholungen ohne Sprung zeigen 13-16 HP, mit

Sprung so etwas wie 17-19 HP. Neue Farben zeigen

13-16 HP, wenn es sich um eine tiefere Farbe als jene

der Eröffnung handelt und man keinen Sprung macht;

mit Sprung oder als Revers zeigt die Ansage hingegen

17+ HP: Meines Erachtens ist hier das so genannte

"natürliche Lizit" wenig sinnvoll.

 

Dennoch muss man es kennen, denn was ich nachfolgend

beschreibe, kennt kaum jemand. Da es aber sehr einfach

und effizient ist, spielen wir nach "Two over one" auf

Eröffnungen an erster und zweiter Stelle wie folgt:

 

Regel 1:

Alle Ansagen sind natürlich, aber Minimum, in der Regel 11-13(14) HP

Regel 2:

Mit 14+ HP ist das volle Spiel in den meisten Fällen garantiert, da der

Antwortende in der Regel ja 11+ HP hat. Mit 14+ HP sagt man einfach die

nächste Farbe an, was ein Relais ist, wie gesagt ab 14 HP verspricht und zu

alertieren ist. Einzige Ausnahme: Nach 1 ª - 2 ¨ ist „2 ©“ natürlich,

stattdessen ist „2 ª“ ein Relais, welcher 14+ HP zeigt.

 

Dieses Relais-System gibt uns einerseits eine enorme

Flexibilität im Schlemmlizit, andererseits kann man

schwache Hände sofort abschliessend beschreiben.

Zu den Details/einige Beispiele:

 

1 ª

2 §

Bedeutung der Ansagen

2 ¨:

 

Relais, 14+ HP

2 ©:

 

5 ª, 4+ ©, 11-13 HP

2 ª:

 

6+ ª, 11-13 HP

2 NT:

 

12-13 HP, ausgeglichene Verteilung

3 §:

 

11-13 HP, 4+ § (in Ausnahmefällen 3er-Farbe mit Figur möglich)

3 ¨:

 

(4)5 ¨, 11-13 HP

3 ©:

 

11-13 HP, 6ª, 5 ©

3 ª:

 

Schöne 6-7 ª, 11-13 HP

3 NT:

 

14-15 HP, ausgeglichene Verteilung

4 §:

 

5-5 ª-§, 12-13 HP (oder stärker), 5 As-Blackwood, mindestens Zweitrundenkontrollen in © und ¨

 

 

1 ª

2 ¨

Bedeutung der Ansagen

2 ©:

 

11-13 HP, 4+ ©, 5 ª

2 ª:

 

Relais, 14+ HP

2 NT:

 

12-13 HP, ausgeglichene Verteilung

3 §:

 

11-13 HP, 4+ §

3 ¨:

 

4+ ¨, 11-13 HP (in Ausnahmefällen 3er-Farbe mit Figur möglich)

3 ©:

 

Schöne 5 ©, 11-13 HP

3 ª:

 

6-7 ª, akzeptable Farbe, 11-13 HP

3 NT:

 

14-15 HP, ausgeglichene Verteilung

4 ¨:

 

5 As-Blackwood, mind. 5-5 ª-¨, 12-13 HP (oder stärker), Zweitrundenkontrollen in © und §  

 

 

1 ©

2 §

Bedeutung der Ansagen

2 ¨:

 

Relais, 14+ HP

2 ©:

 

6+ ©, 11-13 HP

2 ª:

 

4 ª, 11-13 HP

2 NT:

 

12-13 HP, ausgeglichene Verteilung

3 §:

 

11-13 HP, 4+ § (in Ausnahmefällen 3er-Farbe mit Figur möglich)

3 ¨:

 

(4)5 ¨, 11-13 HP

3 ©:

 

Schöne 6-7 ©, 11-13 HP

3 ª:

 

11-13 HP, 5 ª, 6 ©

3 NT:

 

14-15 HP, ausgeglichene Verteilung

4 §:

 

5-5 ©-§, 12-13 HP (oder stärker), 5 As-Blackwood mind. Zweitrundenkontrollen in ª und ¨

 

 

1 ©

2 ¨

Bedeutung der Ansagen

2 ©:

 

Relais, 14+ HP

2 ª:

 

11-13 HP, 5+ ©, 4 ª

2 NT:

 

12-13 HP, ausgeglichene Verteilung

3 §:

 

11-13 HP, 4+ §

3 ¨:

 

4+ ¨, 11-13 HP, in Ausnahmefällen 3er-Farbe mit Figur möglich

3 ©:

 

Akzeptable 6-7 ©, 11-13 HP

3 ª:

 

5 ª, 6 © 11-13 HP

3 NT:

 

14-15 HP, ausgeglichene Verteilung

4 ¨:

 

5-5 ©-¨, 12-13 HP (oder stärker), 5 As-Blackwood, mindestens Zweitrundenkontrollen in ª u. §

 

Es verhält sich bei jeder „Two over one – Ansage“ (ohne

Sprung) immer genau gleich. Einzige Ausnahme ist wie

bereits erwähnt die Sequenz „1 ª - 2 ¨“, wo nun „2 ª

Relais ist (denn „2 ©“muss man hier natürlich mit 11-13

HP spielen können). 

 

1 ª

2 ©

Bedeutung der Ansagen

2 ª:

 

Relais, 14+ HP

2 NT:

 

12-13 HP, ausgeglichene Verteilung

3 §:

 

11-13 HP, 4+ Treff

3 ¨:

 

4+ Karo, 11-13 HP

3 ©:

 

3+ Herz, 11-13 HP

3 ª:

 

Akzeptable 6-7 Pik, 11-13 HP

3 NT:

 

14-15 HP, ausgeglichene Verteilung

4 © :

 

Zum spielen

 

Wiederholt der Antwortende nach Eröffners forcierendem

Relais seine Farbe, so hat er eine Idee gehabt und mit einem

zu schwachen Blatt "Two over one" lizitiert. Diese Ansage

kann nun gepasst werden. Ein Beispiel:

 

Eröffner

Antwortender

Bedeutung der Ansage

1 ©

2 §

 

2 ¨

3 §:

8-10 HP, 6+ Karten in §

 

Aus diesem Grund zeigt folgendes Lizit

 

Eröffner

Antwortender

Bedeutung der Ansage

1 ©

1 NT

 

2 ¨

3 §:

6-7 HP, 6+ Karten in §

 

Etwas speziell noch folgende Bietfolge, bei der „2 NT“

Cue-bids verlangt:

 

Eröffner

Antwortender

Bedeutung der Ansage

1 ª

2 §

 

2 ¨

2 ª

 

2 NT:

 

Relais, verlangt Cue-bids, Schlemminteresse

3 §/¨/©:

 

Natürlich mit Schlemminteresse

 

Dies ist die einzige Bietfolge, bei der dies so funktioniert. In allen

anderen Fällen zeigt „2 NT“ wie gleich unten dargestellt die

Relaisfarbe.

 

Nach dem forcierenden Relais des Eröffners entwickelt

sich das Lizit wie folgt:

 

Alle Ansagen ausser dem nächsten Relais in die nächste Farbe

sind natürlich. Hat der Antwortende hingegen nichts spezielles

zu zeigen und möchte er lieber hören, was der Partner hat, so

lizitiert er einfach die nächste Farbe, was Relais ist und weiter

anfragt. Lizitiert er „Sans Atout“, so hat er die Farbe,

in der der Eröffner den Relais machte.

 

Zum Beispiel: 

1 ©

2 §

Bedeutung der Ansage

2 ¨

2 ©:

Relais, tendenziell ausgeglichen verteiltes Blatt, der Partner soll

zeigen, was er hat

 

2 ª:

Natürlich

 

2 NT:

Habe Relaisfarbe, also Karo und ein eher regelmässiger Blatt

 

3 § / ¨ / ©:

Natürlich („3 ¨“ zeigt dabei ein eher unregelmässiges Blatt)

 

Auch nach dem zweiten Relais zeigt man diese Farbe mit

einem „Ohne-Gebot“. Zur Illustration gleich nachfolgendes

Beispiel: 

1 ª

2 §

2 ¨ (Relais)

2 © (Relais)

2 NT :

Ich habe neben meinen 5 Karten in Pik auch noch mindestens 4 Herz-Karten

 

Nicht vergessen: Hat der Partner an dritter oder vierter

Stelle „1 ª“ oder „1 ©“ eröffnet, so sind die Ansagen

„2 §“ respektive „2 ¨“ „Two way Drury modified“,

womit die eben dargestellte Konvention nach

„two over one“ entfällt.

 

Bei der Ansage „1 ª - 2 ©“ verhält es sich nach einer

Eröffnung an dritter oder vierter Stelle genau gleich, hier wird

jedoch die Ansage schon mit (6)7-11 HP gemacht, weshalb

hier trotz grundsätzlich unveränderten Folgelizit nach

„two over one“ etwas Vorsicht angesagt ist.

 

Diese Konvention kann man auch nach einer Intervention verwenden, soweit eine normale "Two over one - Ansage" überhaupt noch möglich und diese Ansage forcierend gespielt wird. Da wir diese Ansage aber "non forcing" spielen, gilt dies für uns nicht. Dennoch sei diese Möglichkeit am nachfolgenden Beispiel aufgezeigt:

 

Wir

gegner

Wir

Gegner

Bedeutung der ansage

1 ©

1 ª

2 §

pass

 

2 ¨:

 

 

 

Relais, 14+ HP

2 ©:

 

 

 

6 Herz, 11-13 HP

2 ª:

 

 

 

Stopperfrage, 12-13 HP

2 NT:

 

 

 

12-13 HP, Stopper Pik, ausgeglichene Verteilung

3 §:

 

 

 

11-13 HP, 4+ Treff

3 ¨:

 

 

 

(4)5 Karo, 11-13 HP

3 ©:

 

 

 

6-7 schöne Herz, 11-13 HP

3 NT:

 

 

 

14-15 HP, Stopper Pik, ausgeglichen verteilt

 

 

Nach der Anwendung dieser Konventionen ist das weitere Lizit

völlig natürlich.

 

Two way Drury modified

 

Bekanntlich eröffnen wir an dritter und vierter Stelle

aggressiv. Weiter kann man hier in Ausnahmefällen

durchaus auch einmal ein Bluffgebot versuchen. Daher

ist es unabdingbar, nach Edelfarbeneröffnungen eine

Konvention zu spielen, mit welcher festgestellt werden

kann, ob der Partner nun wirklich eine gute Eröffnung

hat oder nicht. Deshalb gilt folgendes: 

 

Wurde 1 in einer Edelfarbe an dritter oder vierter Stelle

eröffnet, spielen wir "Two way Drury modified". Die

Ansagen von „2 §“ und „2 ¨“ fragen daher nach der

Eröffnungsstärke. Bei „2 ¨“ hat man explizit nur einen

Fit von 3 Karten, bei „2 §“ hat man demgegenüber

4+ Karten in der Eröffnungsfarbe. Ist der Eröffner

schwach, wiederholt er in beiden Fällen seine Farbe.

 

Hat der Eröffner eine normale Eröffnung (oder sogar

eine gute Eröffnung), so zeigt er dies beim natürlichen

Drury (nicht zu verwechseln mit „Two way

Drury modified“) in natürlicher Weise, mit einer

natürlichen, beschreibenden Ansage. (Beachte:

Alles alertieren!)

 

 

pass

Bedeutung der Ansagen

1 © / ª

2 §:

Drury, 4+ Karten in der Eröffnungsfarbe, (10)11-12 HP

 

2 ¨:

Drury, 3 Karten in der Eröffnungsfarbe, (10)11-12 HP

 

Mit 8-9(10) HP verwendet man einen „long-„ oder einen

„short-suit-try“, sofern man mindestens einen 4er-Fit hat.

 

 

pass

Bedeutung der Ansagen

1 ©

2 §

 

2 ©:

 

Schwach, maximal 12 HP

 

  

 

pass

Bedeutung der Ansagen

1 ©

2 ¨

 

2 ©:

 

Schwach, maximal 12 HP

 

  

 

pass

Bedeutung der Ansagen

1 ª

2 §

 

2 ª:

 

Schwach, maximal 12 HP

  

 

 

pass

Bedeutung der Ansagen

1 ª

2 ¨

 

2 ª:

 

Schwach, maximal 12 HP

 

Lizitiert der Antwortende jetzt 3 §, ist er schwach und hat

eine lange Treff. Dies ohne Fit in der Eröffnungsfarbe.

 

Noch einige Informationen zum (von uns nicht gespielten) „natürlichen Drury“:

 

Alle anderen Ansagen ausser der Wiederholung der Eröffnungsfarbe nach Drury sind natürlich und zeigen eine schöne Eröffnung, also 13+ HP und mind. 5 Karten in der Eröffnungsfarbe. Das nachfolgende Lizit ist natürlich.

 

Zur Sicherheit noch ein detailliertes Beispiel:

 

 

pass

1 ©

2 § (Drury)

2 ¨:

13+ HP, 4+ ¨

2 ©:

Keine Eröffnung, ev. Bluffgebot

2 ª:

13+ HP, 4+ ª

2 NT:

13-14 HP, ausgeglichene Verteilung

3 §:

13+ HP, 4+ §

3 ©:

13+ HP, schöne 5er-©

4 ©:

Lange ©, zum spielen (auch wenn Partner keinen Fit hat)

 

 

 

Wir spielen stattdessen den „Two way Drury modified“:

  

pass

1 ©

Bedeutung der Ansage

2 §, 10-12 HP, 4+ ©

2 ¨:

13+ HP, „long suit try“, möchte einen zweite Farbe zeigen

 

2 ©:

Schwach, keine Eröffnung, ev. Bluffgebot

 

2 ª:

13+ HP, „short suit try“, Singleton §

 

2 NT:

13-14 HP, ausgeglichene Verteilung

 

3 §:

13+ HP, „short suit try“, Singleton ¨

 

3 ¨:

13+ HP, „short suit try“, Singleton ª

 

3 ©:

13+ HP, schöne 5er-©

 

4 ©:

Lange ©, zum spielen (auch wenn Partner keinen Fit hat)

 

 

pass

1 ©

Bedeutung der Ansage

2 ¨, 10-12 HP, 3er-©

2 ©:

Schwach, keine Eröffnung, ev. Bluffgebot

 

2 ª:

13+ HP, „long suit try“, möchte einen zweite Farbe zeigen

 

2 NT:

13-14 HP, ausgeglichene Verteilung

 

3 §:

13+ HP, „short suit try“, Singleton ¨

 

3 ¨:

13+ HP, „short suit try“, Singleton ª

 

3 ©:

13+ HP, „short suit try“, Singleton §

 

4 ©:

Lange ©, zum spielen (auch wenn Partner keinen Fit hat)

 

  

pass

1 ª

Bedeutung der Ansage

2 §, 10-12 HP, 4+ ª

2 ¨:

13+ HP, „long suit try“, möchte einen zweite Farbe zeigen

 

2 ©:

13+ HP, „short suit try“, Singleton §

 

2 ª:

Schwach, keine Eröffnung, ev. Bluffgebot

 

2 NT:

13-14 HP, ausgeglichene Verteilung

 

3 §:

13+ HP, „short suit try“, Singleton ¨

 

3 ¨:

13+ HP, „short suit try“, Singleton ©

 

3 ª:

13+ HP, schöne 5er-ª

 

4 ª:

Lange ª, zum spielen (auch wenn Partner keinen Fit hat)

 

 

pass

1 ª

Bedeutung der Ansage

2 ¨, 10-12 HP, 3er-ª

2 ©:

13+ HP, „long suit try“, möchte einen zweite Farbe zeigen

 

2 ª:

Schwach, keine Eröffnung, ev. Bluffgebot

 

2 NT:

13-14 HP, ausgeglichene Verteilung

 

3 §:

13+ HP, „short suit try“, Singleton ¨

 

3 ¨:

13+ HP, „short suit try“, Singleton ©

 

3 ©:

13+ HP, „short suit try“, Singleton §

 

3 ª:

13+ HP, schöne 5er-ª

 

4 ª:

Lange ª, zum spielen (auch wenn Partner keinen Fit hat)

 

Nach dem mit „2 ¨“ lizitierten „long suit try“ entwickelt

sich das Lizit wie folgt: 

 

 

 

pass

pass

1 ©

pass

2 §

pass

2 ¨

pass

2 ©:

Relais, verlangt von Partner die Ansage seiner zweiten Farbe

(in der Regel mindestens Kxx)

 

 

2 ª:

Nur in dieser Farbe Unterstützung da. Hat Partner hier Fit,

sind 4 © denkbar

 

 

3 §:

Schwach mit langer §, kein ©-Fit

 

 

Farbe:

Sieht volles Spiel nur, wenn der Partner in dieser Farbe Anschluss hat

 

 

 

 

pass

pass

1 ª

pass

2 §

pass

2 ¨

pass

2 ©:

Relais, verlangt von Partner die Ansage seiner zweiten Farbe

(in der Regel mindestens Kxx)

 

 

3 §:

Schwach mit langer §, kein ª-Fit

 

 

Farbe:

Sieht volles Spiel nur, wenn der Partner in dieser Farbe Anschluss hat

 

 

 

 

pass

pass

1 ©

pass

2 ¨

pass

2 ª

pass

2 NT:

Relais, verlangt von Partner die Ansage seiner zweiten Farbe

(in der Regel mindestens Kxx)

 

 

3 §:

Nur in dieser Farbe Unterstützung da. Hat Partner hier Fit,

sind 4 © denkbar

 

 

3 ¨:

Schwach mit langer ¨, kein ©-Fit

 

 

3 ©:

Absolutes Minimum

 

 

 

 

pass

pass

1 ª

pass

2 ¨

pass

2 ©

pass

2 ª:

Relais, verlangt von Partner die Ansage seiner zweiten Farbe

(in der Regel mindestens Kxx)

 

 

3 ¨:

Schwach mit langer ¨, kein ª-Fit

 

 

Farbe:

Sieht volles Spiel nur, wenn der Partner in dieser Farbe Anschluss hat

 

Nach dem „short suit try“ entwickelt sich das Lizit wie folgt:

 

Ansage der Eröffnungsfarbe ohne Sprung:

Kürze gefällt nicht

Ansage des vollen Spiels in der Eröffnungsfarbe:

Kürze gefällt oder Maximum (ohne zu viele Werte in Partners Kürze)

Ansage der Kürze:

Maximum, Kürze ist optimal (also keine Werte in der Kürze ausser ev. das As mit kleinen Karten); es folgen allenfalls Cue-bids.

 

Hat der Gegner kontriert, ist nach Dritt- und Vierthanderöffnungen

in einer Edelfarbe Rekontra „Drury“. Hier können wir

grundsätzlich nicht mehr zwischen einem 3-Karten-Fit oder einem

Fit ab 4 Karten unterscheiden (es sei denn, der zweite Gegner

lizitiere ebenfalls).

 

Passt der zweite Gegner, kann man mit drei oder vier Karten in

der Eröffnungsfarbe passen. Lizitiert man später wieder, hat man

zumindest punktemässig eine Eröffnung. Mit 5 Karten und

Minimum sagt man 2 in der Eröffnungsfarbe. Die restlichen

Ansagen sind wiederum natürlich (mindestens Qxx) und zeigen

eine gute Eröffnung (oder mehr).

 

Spricht der zweite Gegner nach Partners Rekontra ebenfalls,

zeigt die Ansage der Eröffnungsfarbe wiederum Schwäche und

5 Karten in der Eröffnungsfarbe. Pass zeigt ebenfalls eher

Schwäche, weiter aber, dass man nur 3 oder 4 Karten in der

Eröffnungsfarbe besitzt. Kontra ist demgegenüber Strafvorschlag.

Die restlichen Ansagen sind wiederum natürlich (mindestens

Qxx) und zeigen eine gute Eröffnung (oder mehr).

 

1 © - 2 ª:

 

Der Sprung in „2 ª“ nach „1 ©“ (1. und 2. Position) zeigt

5-8 HP sowie eine 6er-Pik.

 

1 ©

2 ª

2 NT:

(17)18+ HP, „Strahlen“

3 §:

17+ HP, 4+ Treff

3 ¨:

17+ HP, 4+ Karo

3 ©:

17-19 HP, maximal 1 Pik, unregelmässige Verteilung

3 ª:

3er-Pik, barragierend

3 NT:

Sehr stark, zum spielen, in der Regel Anschluss in ª

4 §:

20+ HP, 3+ Pik, Singleton Treff

4 ¨:

20+ HP, 3+ Pik, Singleton Karo

4 ©:

Zum spielen

4 ª:

4+ Pik, barragierend

4 NT:

5 As-Blackwood mit Pik als Trumpf

 

 

Roudi / Magister:

 

Nach der Eröffnung "1 ©" verwenden wir bei Bedarf wie nach Unterfarbeneröffnungen die Konvention "Roudi", welcher der

leider Ende 2001 verstorbene französische Spitzenspieler

Roudinescu nach sich benannt hat (allerdings erhebt auch der

polnische Spieler Magister den Anspruch, die Konvention

erfunden zu haben).

 

1 ©

1 ª

1 NT

2 § (Roudi, Anfrage nach Stärke und Verteilung)

2 ¨:

12-13 HP, 2er-ª

2 ©:

14-15 HP, 3er-ª

2 ª:

12-13 HP, 3er-ª

2 NT:

14-15 HP, 2er-ª

3 § :

14-15 HP, 3er-ª, schöne Werte in §

3 ¨ :

14-15 HP, 3er-ª, schöne Werte in ¨

 

Und nicht vergessen: Als Folge des Roudi ist im folgenden

Beispiel „2 NT“ ein Transfer für § (zeigt ein schwaches Blatt

mit einer 6er-§ nebst der bereits gezeigten 4er-ª):

 

1 ©

1 ª

Bedeutung der Ansage

1 NT

2 NT:

Transfer §

 

Verwendet man die Konvention Roudi, hat dies weitere

Konsequenzen: Der Sprung des Antwortenden in seiner Farbe auf die

Stufe 3 zeigt mindestens 6 Karten und Schlemminteresse.

 

1 ©

1 ª

Bedeutung der Ansage

1 NT

3 ª:

6+ Karten in ª, 16+ HP, Schlemminteresse

 

Hat man demgegenüber eine 6er-ª und 11-12 HP, möchte also

bloss zum vollen Spiel einladen, geht man über „Roudi“. Dort

erfährt man alles, was man wissen will.

 

Auch der Sprung in eine neue Farbe oder in die Farbe des

Eröffners hat eine spezielle Bedeutung, zeigt nämlich explizit

einen Zweifärber (mindestens 5-5).

 

1 ©

1 ª

 

1 NT

3 §:

13+ HP, 5 ª, 5 §

 

3 ¨:

13+ HP, 5 ª, 5 ¨

 

3 ©:

13+ HP, 5 ©, 5+ ª

 

Hat man 13+ HP, aber nur 4 Karten der zweiten Farbe, lizitiert man

zuerst “Roudi” und danach die Farbe in natürlicher Art und Weise.

  

Der Eröffner hat ein Blatt 6-4:

 

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob man bei Verteilungen

6-4 als Eröffner zuerst die zweite Farbe zeigen soll oder es

besser sei, die 6er-Farbe zu wiederholen. Nun, normalerweise

zeigt man zuerst auch noch die zweite Farbe. Bei minimalen

Eröffnungen (10-12/13 HP) hingegen wiederholt man zuerst

die 6er-Farbe und zeigt die 4er-Farbe später, falls man zu

einem weiteren Gebot die Gelegenheit erhält.

 

 

„Unlogische“ Sprünge: 

 

Macht der Eröffner nach der Partnerantwort einen unlogischen

Sprung, zeigt dies Fit in der Partnerfarbe und ein Singleton in der

lizitierten Farbe.

 

Beispiel: 

 

1 ©

1 ª

4 §:

Splinter §, Fit in ª

4 ¨:

Splinter ¨, Fit in ª

4 ©:

Lange ©, zum spielen, in der Regel (18)19+ HP

4 ª:

Fit in ª, 19+ HP, keine Kürze in § oder ¨

 

Noch illustrativere Beispiele gibt es nach Unterfarbeneröffnungen:

 

1 ¨

1 ª

3 ©:

Pik-Fit, Singleton Herz (alertieren)

4 §:

Pik-Fit, Singleton Treff

4 ¨:

Sehr stark, 19+ HP, 6er-Karo und Pik-Fit, viele Punkte in den beiden Farben

4 ª:

20-22 Punkte, Pik-Fit, keine Kürze

 

Die Singleton-Ansage sollte erst bei Schlemminteresse gemacht

werden, also so ab etwa 18 Punkten.

 

1 ©   -        1 ª

2 NT

 

Generell ist festzuhalten, das nach einer "one over one - Ansage"

des Antwortenden und einem Sprung in "2 NT" durch den

Eröffner die schwächste Ansage des Antwortenden die

Wiederholung seiner Farbe ist. Alle anderen Ansagen sind

natürlich und forcierend zum vollen Spiel. Ein Beispiel:

 

1 ©

1 ª

Bedeutung der Ansage

2 NT

3 §:

Modifizierter "Stayman", erfragt die Verteilung

 

3 ¨:

Natürlich, forcierend

 

3 ©:

Natürlich, forcierend

 

3 ª:

6er-Pik, 4-6 HP

 

3 NT:

Zum spielen

 

Bei den Antworten lizitieren wir vollkommen ökonomisch

(zeigen also von unten, was wir haben): 

 

1 ©

1 ª

2 NT

3 §

3 ¨:

4 Karten in ¨, 3er-ª möglich

3 ©:

6er-©, keine 4 Karten in ¨, 3er-ª möglich (eher schlechte ©-Farbe, sonst hätte man damit nach „1 ª“ schon „3 ©“ lizitiert)

3 ª:

3er-ª, 5er-© keine 4er-¨

3 NT:

Keine 3er-ª, 5er-©, keine 4er-¨, mindestens 3er-§

 

Hat der Gegner auf Stufe 1 interveniert und der Partner des

Eröffners ebenfalls auf Stufe 1 eine Farbe lizitiert, entwickelt

sich das weitere Lizit nach Eröffners Sprung in „2 NT“ genau

gleich, wie wenn der Gegner nicht interveniert hätte. Einzig

der Überruf der Gegnerfarbe fragt nun nach soliden 1 ½ +

Stopper.

 

1 © / ª      -        2 NT:

 

Bekanntlich spielen wir den direkten Sprung auf "2 NT" nach der Edelfarbeneröffnung als zum vollen Spiel forcierende Ansage im Fit.

 

Dies aber nur nach Eröffnungen an erster und zweiter Stelle und

nur dann, wenn der Gegner nicht interveniert (in diesen beiden

Fällen ist "2 NT" natürlich, zeigt ein ausgeglichen verteiltes Blatt,

11-12 HP und nach einer Gegnerintervention mindestens 1½

Stopper in dessen Farbe).

 

Da es sich um eine konventionelle Ansage handelt, sind sowohl

"2 NT" als auch die nachfolgenden Antworten zu alertieren. Um

die Ansage machen zu können braucht es einen 4-Kartenfit mit

einer hohen Figur oder einen 3-Kartenfit und zwei hohe Figuren.

 

1 ©

2 NT (Fit ab 13 HP)

3 §:

Singleton §

3 ¨:

Singleton ¨

3 ©:

15+ HP, keine Kürze (Singleton oder Chicane im Blatt)

3 ª:

Singleton oder Chicane in ª

3 NT:

Ausgeglichene Verteilung, 12-14 HP

4 § / ¨:

Chicane in angesagter Farbe

4 ©:

Minimum

4 ª:

Chicane ª, 5-As-Blackwood, ohne dass das allenfalls vorhandene ª As gezeigt werden soll

4 NT:

5-As-Blackwood

5 §:

Chicane §, 5-As-Blackwood, ohne dass das allenfalls vorhandene § As gezeigt werden soll

5 ¨:

Chicane ¨, 5-As-Blackwood, ohne dass das allenfalls vorhandene ¨ As gezeigt werden soll

 

 

1 ª

2 NT (Fit ab 13 HP)

3 §:

Singleton §

3 ¨:

Singleton ¨

3 ©:

Singleton ©

3 ª:

15+ HP, keine Kürze (Singleton oder Chicane im Blatt)

3 NT:

Ausgeglichene Verteilung, 12-14 HP

4 § / ¨/ ©:

Chicane in angesagter Farbe

4 ª:

Minimum

4 NT:

5-As-Blackwood

5 §:

Chicane §, 5-As-Blackwood, ohne dass das allenfalls vorhandene § As gezeigt werden soll

5 ¨:

Chicane ¨, 5-As-Blackwood, ohne dass das allenfalls vorhandene ¨ As gezeigt werden soll

5 ©:

Chicane ©, 5-As-Blackwood, ohne dass das allenfalls vorhandene © As gezeigt werden soll

 

Danach geht das Lizit natürlich weiter, in Regel folgen Cue-bids.

Beachten Sie übrigens an dieser Stelle folgende Regel: Interveniert

ein Gegner nach einer konventionellen Ansage (wie hier nach

"2 NT"), so lizitieren wir nach wie vor das, was wir eigentlich

ansagen wollten. Ist uns unsere Ansage durch die Intervention

verunmöglicht worden, passen wir einfach.

 

 

Hebung der Eröffnung auf Stufe 2 –

„long-„ und „short suit try“: 

 

Exkurs:

 

Im natürlichen Bridge spielt man Trial-bids (nicht in der natürlichen Form Bestandteil unseres Systems). Dabei sollte man zwischen positiven (also mit einer zweiten Farbe) und negativen (mit einer Kürze) Trial-bids unterscheiden, was die wenigsten tun.

 

Bei den positiven Trial-bids verhält sich das Lizit wie folgt: Die Ansage einer neuen Farbe zeigt also Interesse, 4 in der eröffneten Edelfarbe zu spielen, wenn der Partner 7 HP hat (oder wenn er 6 HP hat und ebenfalls eine Figur in der Farbe des Trial-bids hat). Die Hebung der Edelfarbe auf 3 ist demgegenüber barragierend.

 

Ein Beispiel:

 

1 ª

2 ª

3 §:

18-19 Punkte, habe etwas in § (z.B. Kxx)

3 ¨:

18-19 Punkte, habe etwas in ¨ (z.B. Axx)

3 ©:

18-19 Punkte, habe etwas in © (z.B. Q10x)

3 ª:

(13/14)15-16 Punkte, 6er-ª, barragierend

4 ª:

20-22 Punkte

  

 

Wenn der Partner unsere Edelfarbeneröffnung auf die Stufe 2

gehoben hat, spielen wir "long- und short-suit-tries". Die

Ansage einer neuen Farbe zeigt also Interesse, 4 in der

eröffneten Edelfarbe zu spielen, wenn der Partner (7)-8 HP

hat (oder wenn er (6)7 HP hat und nach einem short-suit-try

Freude an Partners Kürze oder nach einem long-suit-try

ebenfalls eine Figur in der zweiten Farbe des Partners hat.

 

Die direkte Hebung der Edelfarbe durch den Eröffner auf

Stufe 3 ist demgegenüber barragierend. Mit einem ausgeglichen

verteilten Blatt und 18-22 HP kann man auch 3 NT versuchen.

 

1 ©

2 ©

2 ª:

long-suit-try, man möchte eine zweite Farbe (3+ Karten mit Figur) zeigen

2 NT:

short-suit-try, Kürze in §

3 §.

short-suit-try, Kürze in ¨

3 ¨:

short-suit-try, Kürze in ª

3 ©:

Barragierend

 

1 ª