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Die Eröffnung 1 ¨(Literatur: Glenn Groetheim / Alan Sontag, The Viking Precision Club, Norwegen 2002) And here you find the english version. Die Eröffnung „1 ¨“ zeigt 11-15 HP. In diese Eröffnung sind alle Blätter verpackt, für welche wir keine andere Eröffnung im System haben. In der Regel zeigt die Ansage 2+ Karten in ¨, ausnahmsweise kann es sich aber auch um einen Singleton handeln. Einen Singleton ¨ hat man dann, wenn man keine 5er-Edelfarbe und keine vernünftige 5er-§ mit einer 4er-Edelfarbe hat. Da wir gefährlich sowie generell an vierter Stelle die Eröffnung „1 NT“ mit 14-16 HP verwenden, ist dies oft nur mit einer Verteilung 4-4-1-4 denkbar, und da ist an erster und zweiter Stelle mit 11 HP ein „pass“ zumindest nicht ausgeschlossen (insbesondere wenn es sich beim Singleton um eine kleinere Figur handelt). Wir öffnen, auch bei der Variante 4-4-1-4, jede Hand, wenn wir mindestens 12 HP haben. Besitzen wir nur 11 HP, öffnen wir auch an erster und zweiter Position immer, wenn wir über mindestens 2½ Defensivstiche verfügen und die Wiederansage keine Schwierigkeiten bietet (egal was der Partner in der Folge bietet). Weiter ist zu bedenken, dass wir ungefährlich an erster bis dritter Stelle „1 NT“ mit Blättern der Stärke 10-12 HP eröffnen, Händen also, welche knapp an der Grenze (oder leicht darunter) einer „normalen“ Eröffnung sind. Die Wiederansage„1 NT“ nach einer Eröffnung „1 ♦“ zeigt übrigens tendenziell ein ausgeglichen verteiltes Blatt, gefährlich sowie an vierter Stelle dann mit 11-13 HP, ungefährlich hingegen 13-15 HP; eine andere Stärke kann man bei einer solchen Sequenz nur haben, wenn ernsthafte Gründe gegen die Eröffnung „1 NT“ sprechen. In der Regel hat der Spieler, welcher „1 ♦“ eröffnet, ein Blatt folgender Struktur: à 5+ Karten in Karo, nicht ausgeglichen verteiltes Blatt à Ein ausgeglichen verteiltes Blatt, welches wegen der Stärke nicht „1 NT“ eröffnet werden konnte à Ein Blatt mit beiden Unterfarben. Dabei ist zu beachten: Mit 6 Karo und 5 Treff oder 5 Karo und 6 Treff eröffnet man immer „1 ♦“; mit 4 Karo und 5 Treff eröffnet man immer „1 ♦“, mit 4 Karo und 6 Treff dann, wenn man nicht genügend Punkte für „2 ♣“ hat, ansonsten (also mit (13/14)15 HP) eröffnet man „2 ♣“. Abzuschätzen, ob ein Blatt es Wert ist, eröffnet zu werden, braucht viel Erfahrung. Feste Regeln gibt es kaum, nur wegweisende Indizien. So muss man auch mit 11 HP eröffnen, wenn man 3 Topstiche und eine lange Farbe hat, vor allem wenn die hohen Karten sich in dieser Farbe befinden. Inklusive Verteilung sollte man aber 14 Punkte haben (für eine 6er-Farbe darf man dabei einen, für eine 7er-Farbe zwei Punkte hinzu zählen). Passen sollte man aber dennoch, wenn man maximal zwei sofort realisierbare Defensivstiche hat. Generell gilt: Da in unserem System die Eröffnung auf 15 HP limitiert ist, darf man aggressiver als in natürlichen Systemen öffnen; dies insbesondere an dritter Position!
Beispiele von minimalen Eröffnungen:
1 ¨ mit ª KJx © xxx ¨ AKxx § xxx
(„1 NT“, wenn wir 10-12 HP dafür benötigen)
1 ¨ mit ª Qxx © KJxx ¨ xxx § AKx
1 ¨ mit ª Kxxx © A109 ¨ KQ10x § xx
(grün „1 NT“, da wir 10-12 HP dafür benötigen)
1 ¨ mit ª Qxxx © AKJ7 ¨ xx § Qxx (grün „1 NT“, da wir 10-12 HP dafür benötigen) An dritter Stelle könnte man rot auch „1 ©“ eröffnen! 1 NT (grün) mit ª Qxx © KJxx ¨ Jxx § Kxx An dritter Stelle sollte man aggressiv öffnen, einerseits um den Gegner zu stören, andererseits um dem Partner zu zeigen, wo man gerne das Ausspiel hätte. Hingegen muss man an vierter Stelle auch noch die "Pikregel" beachten. Dabei zählt man die Figurenpunkte zusammen und addiert sie mit den im Blatt vorhandenen Pikkarten: Wenn wir dann nicht mindestens ein Resultat von 15 erhalten, passen wir (denn wir wollen ja nicht für den Gegner öffnen). Die ersten Antworten:
Nach all diesen Ansagen (auch nach „1 ♥“, wenn man bereits gepasst hatte und damit keine Hand mehr haben kann, mit der man selbständig zum vollen Spiel forcieren kann) entwickelt sich das Folgelizit vollkommen natürlich. Man beachte, dass der Eröffner ohne Sprung respektive ohne Revers in der Regel Stärken von 11-14(15) HP zeigt, mit einem Sprung oder Revers hingegen schöne (13)14/15 HP (mit Punkten und Längen in den beiden Farben). Auch wenn der Antwortende noch nicht gepasst ist und nun auf „1 ♦“ à „1 ♥“ bietet, lizitiert der Eröffner vorerst in natürlicher Art und Weise weiter. Es ist aber ausgeschlossen, dass der Eröffner nun mit einer 3er-♥ den Partner unterstützt, da ja nicht sicher ist, ob die ♥-Ansage natürlich ist oder nicht. Eine 3er-♥ kann er jetzt nur dann direkt zeigen, wenn nun ein Gegner interveniert: „Kontra“ zeigt dann eine 3er-♥ (Support-Kontra). Eine Stärke unseres Systems ist, dass die Ansagen limitiert sind; dies nutzen heisst auch, mit schwachen Blättern mal etwas zu wagen. Im Sinne einer Idee: Bietet man beispielsweise mit à ª J852 © 754 ¨ 985 § 654 à „1 ♠“ und passt die Wiederansage des Partners – kann der Erfolg überraschend sein.
Die Sequenz „1 ¨ - 2 ©“ zeigt maximal 9 HP und mind. 5-4 in ª/©, die Sequenz „1 ¨ - 2 ª“ ist natürlich, zeigt eine 6er-Farbe (ohne Qualitätsanforderungen, kann also auch 10xxxxx sein) und ein schwaches Blatt (0-8 HP). Daher zeigt man, wenn man zuerst „1 ª“ ansagt und danach die Farbe wiederholt, immer ebenfalls eine 6er-ª, weiter aber 9-10 HP. Ausnahme: Hat der Eröffner nach „1 ¨ - 1 ©“ respektive „1 ¨ - 1 ª“ nun „1 NT“ geboten, ist die Wiederholung der Farbe - also „2 ©“ respektive „2 ª“ - immer noch schwach, in der Regel nun mit einer 5er-Farbe oder einer (in Pik sehr schlechten) 6er-Farbe. Mit 10 HP und 6 Karten in © respektive ª sowie einer schönen Farbe hätte man dies bereits nach der Eröffnung mit einem Sprung auf die Stufe 3 gezeigt.
Die Folgen sind nun weitgehend natürlich. Mit dem „Relais-Trigger“ (hier „2 ♣“ nach „1 ♦ – 1 ♥ – 1 ♠“) gibt der Antwortende nun aber nach Eröffnungen an erster und zweiter Stelle zu erkennen, dass er mindestens das volle Spiel erreichen will. Nun starten die Relais-Sequenzen. Nach Eröffnungen an erster und zweiter Stelle kann der Antwortende mit „2 ♣“ nach „1 ♦ - ♥ - 1 ♠“ also in eine Relaissequenz einsteigen. Der Antwortende kann jederzeit aus den Relaissequenzen aussteigen, indem er eine andere Ansage wählt. Diese Ansage ist immer natürlich, wobei das Spiel wegen dem Relais von „2 ♣“ zum vollen Spiel forciert ist. Hat man in eine natürliche Sequenz gewechselt und ist ein Fit bekannt, folgen Cue-bids. Doch zurück zu den Relais-Sequenzen: Kennt man die exakte Verteilung, ist das Relais As-Frage (das nachfolgende Relais ist Königsfrage, danach folgt die Damenfrage). Dabei werden jeweils nur die 4 Karten abgefragt, dies nach dem Schema Crash (Colour-Rank-And-SChape):
Wenn die erste Frage auf Stufe 2, 3 oder 4 erfolgt:
Crash Stufe 1: 1 oder 4 Asse Crash Stufe 2: 0 oder 3 Asse Crash Stufe 3: 2 Asse der gleichen Farbe (rot oder schwarz) Crash Stufe 4: 2 Asse des gleichen Ranges, also in den Edel- oder in den Unterfarben Crash Stufe 5: 2 Asse ungleicher Farbe/ungleichen Ranges, also ª und ¨ oder © und §
Analog geht es nach dem nächsten Relais mit den Königen und später den Damen weiter. Die Ansage des vollen Spiels in der Trumpffarbe respektive einer Farbe, in welcher der Partner 4+ Karten gezeigt hat, ist nie Relais (dann ist die nächst höhere Ansage Relais).
Wenn die zweite oder dritte Frage mit „5 ♣“ oder höher gemacht wird:
Crash Stufe 1: 0 oder 3 Könige (Damen) Crash Stufe 2: 1 oder 4 Könige (Damen) Crash Stufe 3: 2 Könige (Damen) der gleichen Farbe (rot oder schwarz) Crash Stufe 4: 2 Könige (Damen) des gleichen Ranges, also in den Edel- oder in den Unterfarben Crash Stufe 5: 2 Könige (Damen) ungleicher Farbe/ungleichen Ranges, also ª und ¨ oder © und §
Wenn die erste Frage auf Stufe „4 NT“:
Crash Stufe 1: 1 oder 4 Asse Crash Stufe 2: 3 oder 0 Asse Crash Stufe 3: 2 Asse
Wenn die erste Frage auf Stufe „5 ♣“ oder höher erfolgt:
Crash Stufe 1: 0 oder 3 Asse Crash Stufe 2: 1 oder 4 Asse Crash Stufe 3: 2 Asse
Hat der Antwortende eine Figur gezeigt, kann man abklären, in welcher Farbe diese Figur ist. Statt der ersten Relaisfarbe lizitiert man einfach die nächst höhere Farbe (oder Ohne), welche nicht Trumpf sein kann (man also nicht 4+ Karten gezeigt hat). Die Antworten sind wie folgt:
Bei einer gezeigten Figur:
Stufe 1: Figur in der längsten Farbe (bei zwei gleich langen: In der unteren Farbe) Stufe 2: Figur in der zweitlängsten Farbe Stufe 3: Figur in der zweitkürzesten Farbe Stufe 4: Figur in der kürzesten Farbe
Bei zwei gezeigten Figuren:
Stufe 1: Figuren in den beiden längeren Farben Stufe 2: Figuren in den beiden kürzeren Farben
Bei drei gezeigten Figuren:
Stufe 1: Die Figur fehlt in der kürzesten Farbe Stufe 2: Die Figur fehlt in der zweitkürzesten Farbe Stufe 3: Die Figur fehlt in der zweitlängsten Farbe Stufe 4: Die Figur fehlt in der längsten Farbe
Auch hier bei zwei gleich langen Farben: Zuerst die untere Farbe zeigen. Kontriert der Gegner ein Relais des Fragenden, lizitiert der Antwortende wie ohne Kontra“ weiter, wenn er das Ass oder mindestens den König zu zweit in der kontrierten Farbe hat, wobei „Rekontra“ die erste Stufe ist. Andernfalls wartet er Partners „Rekontra“ ab und bietet dann seine Antworten. Bietet der Gegner hingegen nach einem Relais eine Farbe, zeigt „pass“ die erste Stufe (Partners „Kontra“ ist dann strafend, die erste Farbstufe wieder Relais), „Kontra“ ist Strafvorschlag (bietet der abfragende Partner die nächste Stufe ist dies Relais, der Partner soll also sein Blatt weiter beschreiben), die nächstmögliche Ansage zeigt die zweite Stufe der Antworten auf das Relais und so weiter. Kontriert der Gegner eine Antwort auf ein Relais, so ersetzt „pass“ des Fragenden sein „Relais“ (der Antwortende rekontriert, wenn er vorschlagen will, dass dies gespielt wird (der abfragende Spieler passt oder geht mit der Ansage der nächsten Stufe in die Relaissequenz zurück), ansonsten bietet er ganz normal in Stufen und zeigt so sein Blatt), „Rekontra“ des abfragenden Spielers ist zum spielen. Bietet der Gegner nach einer Antwort innerhalb der Relais-Sequenzen, ersetzt „pass“ des Fragenden das Relais, „Kontra“ ist demgegenüber strafend. Kontriert nun der antwortende Spieler, schlägt er ein Strafkontra vor (der fragende Spieler passt oder bietet die nächste Stufe, um wieder in die Relaissequenz zu kommen), ansonsten zeigt er seine weitere Verteilung respektive seine Schlüsselkarten. Der Antwortende kann jederzeit aus den Relaissequenzen aussteigen, indem er eine andere Ansage wählt. Damit wird ab Stufe des vollen Spiels der Endkontrakt bestimmt.
Im Gegensatz zur Sequenz „1 ♦ - 1 ♥ - 1 ♠ - 2 ♣ - 2 ♦“ kann bei der nachfolgend dargestellten Lizitfolge nicht mehr zwischen minimalen und eher guten Eröffnungen unterschieden werden. Die Stärkezone ergibt sich aber aus der Tatsache, dass nicht anders lizitiert worden ist (insbesondere nicht „1 Ohne“ eröffnet wurde).
Man beachte bei den oben dargestellten Lizitfolgen: Der Eröffner kann keine 6er-♣ haben, sonst hätte er „2 ♣“ eröffnet. Nach der Sequenz 1 ♦ - 1 ♥ 1 ♠ - 2 ♠ spielen wir wie gewohnt „long- und short-suit-try“.
Lizitiert der Eröffner nach dem Relais von „1 ♥“ nun „1 NT“, kennt man bereits eine ausgeglichen verteilte Hand ohne 4er-Edelfarbe. Wieder ist „2 ♣“ nach Eröffnungen an erster und zweiter Stelle Relais und forciert zum vollen Spiel. Nach Eröffnungen an dritter oder vierter Stelle verwenden wir die Ansage „2 ♣“ als „Roudi“. Lizit nach Eröffnungen an erster und zweiter Stelle:
Zur Wiederholung/Klarstellung: Da nach „1 ♦ - 1 ♥ - 1 NT“ das Relais von „2 ♣“ zum vollen Spiel forciert, können wir nicht „Roudi“ spielen. Deshalb ist „2 NT“ natürlich und ladet zu „3 NT“ ein. Um dennoch mit einladenden Händen und einer 5er-♥ einen allenfalls vorhandenen ♥-Fit zu finden, kann man nach „1 ♦ - 1 ♥ - 1 NT“ mit einer 3+ Karten in ♠ à „2 ♠“ bieten, was bei uns nur forcierend für eine Runde ist.
Lizit nach Eröffnungen an dritter und vierter Stelle: Hat der Antwortende bereits gepasst, ist die Sequenz „1 ♦ - 1 ♥“ bekanntlich natürlich und daher verwenden wir die Konvention „Roudi“, wenn des Eröffners zweite Ansage „1 NT“ ist. Der Antwortende, welcher eine Edelfarbe lizitiert hat, erfährt so vom Eröffner einerseits dessen Stärke, andererseits, ob er 3 Karten in seiner Edelfarbe hat oder nicht. Für „Roudi“ braucht es 10(11) HP, meist hat man in seiner Edelfarbe 5+ Karten (nicht zwingend!). Mit einer 5er-♥ hat man wohl kaum 11 HP (sonst hätte man bereits „1 ♥“ eröffnet).
Bei den Antworten „3 §“ respektive „3 ¨“ zeigt man zudem eine Schwäche in der anderen Unterfarbe (also z.B. 3 kleine Karten). Wie merkt man sich die Antworten nach „Roudi“? „2 ¨“ und „2 NT“ verneinen 3 Karten in der Partnerfarbe, wobei „2 ¨“ à eine minimale und „2 NT“ à eine maximale Hand zeigt. Das Lizit der Partnerfarbe zeigt Fit und Minimum, das Lizit der anderen Edelfarbe Fit und Maximum. Mit dieser Konvention kann also unter anderem herausgefunden werden, wie stark der Eröffner ist. Daher macht es keinen Sinn, im folgenden Lizit die Ansage von „2 NT“ einladend für „3 NT“ zu spielen:
Will man für „3 NT“ einladen, verwendet man ebenfalls Roudi; zeigt der Partner Maximum, geht man auf "3 NT", sonst bietet man "2 NT" und zeigt so die Einladung.
1 ♦ - 1 ♥ - 2 ♣: Doch wenden wir uns weiteren Antworten des Eröffners zu. Hat er nach dem Relais von „1 ♥“ nun „2 ♣“ geboten, kennt man mindestens 9 Karten in den Unterfarben. Nun forciert das Relais von „2 ♦“ zum vollen Spiel.
Bei den Varianten, bei denen man nur 9 oder 10 Karten kennt, hat der Sidestep Relais eine Nuance: Die erste Stufe zeigt Minimum (11-12 HP), der Relais fragt danach weiter ab.
Sobald man bereits 11 Karten kennt, wird ein allfälliges Minimum nicht mehr gezeigt, es folgt also der klassische Relais „Sidestep“.
Wenden wir uns dem Lizit zu, nachdem der Eröffner seine Karo-Farbe wiederholt hat. Achtung: „2 ♥“ muss hier eine natürliche Ansage sein, also ist „2 ♠“ das zum vollen Spiel forcierende Relais.
Da „2 ♥“ natürlich sein muss, ist erst „2 ♠“ das zum vollen Spiel forcierende Relais.
Auch bei einer bekannten 7er-Farbe (hier Karo) und daneben 3-2-1 spielen wir den „Splinter-Relais“, das heisst, wir zeigen den Singleton von unten her.
Hat der Eröffner eine 4er-♥ gezeigt, ist „2 ♠“ das zum vollen Spiel forcierende Relais.
Nach der Revers-Ansage von „2 ♠“, welche neben mindestens 5 Karten in Karo mindestens eine 4er-♠ zeigt, ist „2 NT“ Relais.
Die Revers-Ansage von „2 NT“ zeigt exakt eine 6er-Karo ohne eine zweite Farbe daneben sowie eher eine maximale Hand. Die Karo-Farbe ist aber nicht so schön wie bei der Sequenz „1 ♦ - 1 ♥ - 3 ♦“, sofern diese Ansage mit bloss Karten in Karo gemacht wird. „3 ♣“ ist nun Relais.
Der Sprung in „3 ♥“ zeigt mindestens 4 Karten in ♥ sowie mindestens 5 Karten in Karo sowie eine maximale Hand. „3 ♠“ ist nun Relais.
Man beachte beim Beispeil oben, dass man mit Händen der Verteilung 1-4-5-3 „1 ♦ - 1 ♥ - 3 ♠“ bietet, mit der Verteilung 3-4-5-1 lizitiert man „1 ♦ - 1 ♥ - 3 NT“.
Der Doppelsprung in „3 ♠“ zeigt einen Splinter in Pik mit exakt 4 Karten in Herz und 5+ Karten in Karo. „4 ♣“ ist nun Relais. Im Unterschied zu den oben gerade dargestellten Splinteransagen oben ist hier eine Figur in der kurzen Farbe ausgeschlossen.
Ähnlich das Lizit nach dem Doppelsprung in „3 NT“, eine Ansage, die einen Splinter in Treff mit exakt 4 Karten in Herz und 5+ Karten in Karo zeigt. „4 ♣“ ist nun Relais.
Und nun zu den Folgen, bei denen der Antwortende kein zum vollen Spiel forcierendes Blatt haben kann.
Wie eben gesehen spielen wir in solchen Situationen „Roudi“. Der auf "Roudi" bietende Spieler, welcher eine Edelfarbe lizitiert hat, erfährt so vom Eröffner einerseits dessen Stärke, andererseits, ob er 3 Karten in seiner Edelfarbe hat oder nicht. Für Roudi braucht es 10-12 HP, meist hat man in seiner Edelfarbe 5+ Karten (nicht zwingend!).
Bei den Antworten „3 §“ respektive „3 ¨“ zeigt man zudem eine Schwäche in der anderen Unterfarbe (also z.B. 3 kleine Karten). Wie merkt man sich die Antworten nach „Roudi“? „2 ¨“ und „2 NT“ verneinen 3 Karten in der Partnerfarbe, wobei „2 ¨“ à eine minimale und „2 NT“ à eine maximale Hand zeigt. Das Lizit der Partnerfarbe zeigt Fit (hier Pik) und Minimum, das Lizit der anderen Edelfarbe Fit (hier Pik) und Maximum. Der Sprung des Antwortenden in seiner Farbe auf die Stufe 3 zeigt mindestens 6 Karten und ist einladend.
Auch der Sprung in eine neue Farbe oder in die Farbe des Eröffners hat eine spezielle Bedeutung, zeigt nämlich explizit einen Zweifärber (mindestens 5-5).
Revers Hat der Partner nach einer Eröffnung "1 ♦" mit „1 ♠“ geantwortet, so verhält sich das Lizit nach einem (nur ausnahmsweise erlaubten) Revers (zeigt 15 HP und Punkte in den beiden genannten Farben und einen 3er-Fit in ♠ oder eine extremen Zweifärber) natürlich. Alle Ansagen forcieren bis zum vollen Spiel, einzige Ausnahme ist "2 NT". Diese Ansage verlangt vom Partner, "3 §" zu lizitieren. Der Partner kann in der Folge 3 § passen oder aber eine Farbe ansagen, was ebenfalls nicht forcierend ist.
Beachten wir bei diesem Beispiel die ª-Farbe, welche wir ja auch noch auf Stufe 2 lizitieren können.
Inverted minors: Um einerseits nicht in „3 NT“ zu landen, ohne alle Farben zu decken, andererseits um auch nach einer Intervention schöne Unterfarbenschlemms ansagen zu können verwenden wir die Konvention "Inverted minors".
Interveniert der Gegner „1 NT“, entfällt also "inverted minors" ebenfalls (Kontra zeigt 8+ HP, 2 § zeigt eine 4er-♥ (4er-♠ möglich), „2 ♦“ eine 4er-♠ (ohne 4er-♥), 3 ¨ ist eine natürliche Ansage). Interveniert der Gegner auf Stufe 1 („1 ♥ oder „1 ♠“) und verwenden wir „Inverted minors“, ist dies nach oben unlimitiert (der Gegner hat uns ja das Relais von „1 ♥“ genommen). Nach Farbinterventionen auf Stufe 1 und folgender „inverted minor“ - Ansage geht das Lizit absolut genau gleich weiter wie ohne eine Intervention (hat also der Gegner zum Beispiel mit „1 ª“ interveniert, so zeigt die ª-Ansage Werte in ª und fragt nicht nach Stopper). Die sperrende Ansage auf Dreierstufe kann auch mit weniger als 6 HP gemacht werden, wenn man das Gefühl hat, dass der Gegner die Mehrheit der Punkte hat. Beim Folgelizit geht es in erster Linie darum, die Farben anzusagen, in denen man Stopper für „3 NT“ hat. Man kann aber als Eröffner mit "2 NT" auch gleich Schlemminteresse bekunden (Maximum und gute Werte, knapp unter einer Eröffnung „1 §“, oft mit extremer Verteilung). Lehnt der Antwortende ab, werden wieder Stopper für „3 NT“ gezeigt.
Alle diese Stopperansagen können nach einer Intervention auf Stufe 1 auf Seiten des Antwortenden auch vorgezogene Cue-bids (= advanced Cue-bids) sein, was man später damit zeigt, dass man über die Stufe von „3 NT“ geht und Schlemminteresse zeigt. Zeigt der Eröffner einen Stopper für ein „Ohne-Spiel“, lizitiert der Antwortende im gleichen Stil ökonomisch von unten. Er zeigt also ebenfalls Stopper für „Ohne“. Lässt er eine Farbe aus, verneint er dort einen Stopper. Wird eine Farbe ausgelassen und später lizitiert, so zeigt man nun einen halben Stopper (also z.B. Qx oder Jxx) und fragt den Partner nach einem halben Stopper; hat er diesen, lizitiert er „3 NT“. Zeigt der Eröffner mit „2 NT“ sein Schlemminteresse, so kann der Antwortende dies akzeptieren, indem er nun 3 in der Eröffnungsfarbe - also „3 ♦“ - lizitiert. Anschliessend folgen Cue-bids. Will der Antwortende hingegen keinen Schlemm lizitieren, so zeigt er durch das Lizit einer anderen Farbe wieder ökonomisch Stopper für „3 NT“. Wegen der Konvention "Inverted minors" werden alle direkten Hebungen im Sprung der eröffneten Unterfarbe sperrend gespielt.
Farbansagen auf Stufe 2 / 2 NT Die Farbansagen auf Stufe 2 teilweise natürlich, teilweise konventionell.
Ungefährlich zeigt die Ansage mit gepasstem Blatt die Unterfarben (5-4 oder 4-5) und knapp weniger als Eröffnungsstärke.
Lizit nach Two over one (1 ¨ - 2 §) Wir spielen nach "Two over one" auf Eröffnungen wie folgt: 1.) Alle Ansagen sind natürlich, aber Minimum, in der Regel 11-13(14) HP 2.) Mit 14-15 HP ist das volle Spiel in den meisten Fällen garantiert, da der Antwortende in der Regel ja 11+ HP hat. Mit 14-15 HP sagt man einfach die nächste Farbe (à „2 ¨“) an, was ein Relais ist.
Wiederholt der Antwortende nach Eröffners forcierendem Relais „2 ♦“ seine Farbe, so hat er eine Idee gehabt und mit einem zu schwachen Blatt (8-10 HP, 6+ Treff) "Two over one" lizitiert. Diese Ansage kann nun gepasst werden. Daraus ergibt sich auch, dass „1 ¨ - 1 NT“ nur dann eine 6er-§ beinhalten kann, wenn man schwach (6-7/8 HP) ist. Nach dem forcierenden Relais des Eröffners entwickelt sich das Lizit wie folgt: Alle Ansagen ausser dem nächsten Relais in die nächste Farbe sind natürlich. Sie zeigen in der Regel ein „pointiertes“ Blatt also kaum eine ausgeglichen verteilte Hand (Ausnahmen: „Ohne-Ansagen“). Hat der Antwortende hingegen nichts spezielles zu zeigen und möchte er lieber hören, was der Partner hat, so lizitiert er einfach die nächste Farbe, was Relais ist und weiter anfragt. Lizitiert er „Ohne“, so hat er die Farbe, in der der Eröffner den Relais machte. Zum Beispiel:
Auch nach dem zweiten Relais zeigt man diese Relais-Farbe mit einem „Ohne-Gebot“. Zur Illustration gleich nachfolgendes Beispiel:
Sprung in eine neue Farbe auf der Stufe 2 oder in „2 NT“
Danach entwickelt sich das weitere Lizit natürlich.
Daraus folgt:
Daraus folgt:
Springt man nach der Eröffnung „1 ¨“in „2 NT“, so zeigt dies ein ausgeglichen verteiltes Blatt ohne 4er-Edelfarbe und 11-12 HP. Ist man aber schon gepasst und ungefährlich, zeigt die Ansage 9-10 HP und 5-4 oder 4-5 in den Unterfarben.
Sprung in eine neue Farbe auf der Stufe 3
Der Eröffner weiss nun sofort sehr viel und kann abschätzen, welches der beste Kontrakt sein dürfte. Er setzt das Lizit in natürlicher Weise fort. Weitere Sprünge
Bei Unterfarben ist die As-Frage via „4 NT“ schlecht, da man mit den Antworten meist zu hoch ist. Daher spielen wir die folgende Konvention:
Die Antworten sind wie nach der As-Frage mit „4 NT“ (vgl. weiter hinten), die erste Stufe entspricht einfach 5 § etc.
Bei dieser Ass-Frage interessieren aber nur die vier Original-Asse; „5 §“ zeigt 1 Ass, "5 ¨“ null Asse, „5 ©“ zwei Asse, „5 ª“ drei und „5 NT“ vier Asse. Allerdings sind diese direkten As-Fragen nur selten sinnvoll, da wir mit unserem Relais-System nach „1 ♦ - 1 ♥“ viel mehr erfahren können. Bei „1 ♦ - 4 NT“ hat man eine stehende Nebenfarbe und für die Höhe des Kontraktes ist nur noch die Zahl der Asse in den Nebenfarben von Belang. Ähnlich ist es bei „1 ♦ - 4 ♣“, wo nur noch die Asse und die Qualität der Karofarbe zu interessieren scheint.
Spezielle Folgen:
Etwas speziell weiter das Lizit nach der Wiederholung der eigene Farbe auf Stufe 3:
Vergleichbar verhält es sich nach
sowie
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Copyright by Dr. Jörg Zinsli & Marie-Louise Zinsli, Schweiz |