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Die Eröffnung „1 Ohne“
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Voraussetzungen der Eröffnung
- Ausgeglichene Verteilung - Gute 15 (= 15 ½ )-17 ½ HP, 5er-Edelfarbe erlaubt - 4-3-3-3, 4-4-3-2, 5-3-3-2, 6-3-2-2 mit 6er-Unterfarbe denkbar (dann aber (13)14-15 HP)
Man eröffnet also nicht „1 NT“ mit schlechten 15 HP, also z.B. bei 4-3-3-3 und z.B. einem Jxx drin. Hat man die gleiche Verteilung und einen Jxx und 18 HP kann man dafür auch à „1 NT“ öffnen.
Demgegenüber gibt es z.B. Hände mit einer schönen Unterfarbe und 14 HP, die wegen dieser Unterfarbe aufgewertet werden und daher an dritter Stelle durchaus mal mit „1 NT“ eröffnet werden dürfen. Beispiele:
Im Gegensatz beispielsweise zur französischen Version dieses Grundsystems eröffnet man Hände mit einer 5er-Edelfarbe „1 NT“! Insbesondere haben wir die Möglichkeit, sowohl die Existenz einer 5er-Edelfarbe als auch die Stärke des Blattes heraus zu finden.
Besonderheiten im Folgelizit: Beachten Sie folgende Spezialität im Folgelizit: Hat man eine Verteilung 5-2 oder 5-3 in den Edelfarben, lizitiert man via Transfer. Erst bei einer Verteilung 5-4 geht man via Stayman, und zwar dann, wenn man entweder schwach ist (so 5-7 HP) oder ab 10 HP besitzt. Mit der schwachen Variante passt man nach dem Stayman die Antwort des Partners, wenn er eine Edelfarbe ansagt respektive bietet nach "2 ¨" seine 5er-Edelfarbe, was vom Partner zu passen ist. Mit der starken Variante (ab 10 HP) lizitiert man nach "2 ¨" auf Stufe 3 in der 4er- Farbe respektive sagt das volle Spiel an, wenn der Partner nach dem Stayman eine 4er-Edelfarbe zeigt. Hat man neben der 5-4-Verteilung in den Edelfarben aber 8-9 HP, so transferiert man zuerst in die 5er-Farbe und lizitiert anschliessend die 4er-Farbe; dieses Lizit ist eine Einladung zum vollen Spiel.
Die ersten Ansagen
Man beachte:
Das Lizit nach dem Stayman Den Stayman muss man alertieren, da man ihn auch mit ausgeglichen verteilten Blättern ohne Edelfarbe lizitiert, nämlich bei einer Stärke von 8-9 HP. Denn die Ansage von „2 NT“ ist ja konventionell (zeigt nämlich Transfer ¨ mit 6+ Karten in ¨ oder mit einem Zweifärber in den Unterfarben und einer Chicane in einer der Edelfarben). Weiter kann man ja auch sehr schwach sein (mit 5-4 oder 4-5 in den Edelfarben), daher erlauben wir dem Eröffner nur Antworten, die tiefer als „2 NT“ sind, es sei denn, er habe eine 5er-Farbe (dann besteht ja mit Sicherheit bei einem schwachen Blatt des Antwortenden mindestens ein 9-Kartenfit, „law of total tricks“).
Und nun aufpassen: Nach der Antwort von „2 ¨“ nach dem Stayman ist die Ansage von zwei in einer Edelfarbe nicht forcierend (dies im Gegensatz zum Swiss Acol, die Begründung wurde weiter oben geliefert).
Speziell der Sprung auf „4 §“ respektive „4 ¨“:
Die Ansage ist Baron, man versucht also einen 4er-Unterfarben-Fit zu finden. Mit 5 Karten in einer Unterfarbe geht man demgegenüber via „3 §“ respektive „3 ¨“.
Speziell ist, dass nach „1 NT - 2 § - 2 ©“ nun „4 NT“ As-Frage ist (Achtung: Das ist z.B. im Swiss Acol nicht so). Warum dieser Unterschied? Im Swiss Acol weiss man nach 2 ©, dass der diese Ansage wählende Spieler keine 4er-ª hat (sonst hätte er 2 SA gesagt), also ist „4 NT“ quantitativ (allenfalls mit einer 4er-ª). In unserem System hat man mit starken Händen entweder einen ©-Fit oder aber man lizitiert zuerst mit „2 ª“ die 4er-ª. Daher muss der Sprung auf „4 NT“ 5-As-Blackwood mit ©-Fit sein.
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Und nun einige Details zu den Transfer-Ansagen Der Transfer ist auszuführen. Sprünge in die Transferfarbe sollten nur in ganz seltenen Ausnahmefällen gemacht werden (zeigt Maximum und schönen 4er-Fit), da der Partner ja sehr schwach sein kann. Eine neue Farbe zeigt ebenfalls Maximum, einen schönen 4er-Fit und verneint Werte in der angesagten Farbe. „2 NT“ zeigt 17½ HP (dank einer schönen 5er-Farbe) und einen Dreikartenfit mit zwei der drei Topfiguren; im Paarturnier ist diese Ansage nur in Ausnahmefällen anzuwenden, im Teamwettkampf hingegen immer. Nach all diesen Abweichungen von der Ausführung des Transfers ist eine Wiederholung der Transferfarbe ein Retransfer, der zwingend zu befolgen ist. Kontriert der Gegner den Transfer, führt ihn der Partner nur mit Fit aus (sonst pass).
Zeigt der Antwortende nach seinem Transfer eine zweite Farbe auf der Stufe 3, so entwickelt sich das weitere Lizit wie folgt: Farbansagen auf Stufe 3 sind Cue-bid mit Fit in der zweiten Farbe, Farbansagen auf Stufe 4 sind Cue-bids im Edelfarbenfit. Die Ansagen "3 NT" und "4 in der Edelfarbe" sind Abschluss.
Ein Beispiel:
Nach einem solchen Cue-bid auf der Stufe 3 ist "3 NT" Abschluss. Man suchte wohl einen 3er-Fit in der erstgenannten Farbe.
Transfer in die Unterfarben
Mit „2 ª“ respektive „2 NT“ transferiert man auf die Unterfarben § respektive ¨. In der Regel führt man den Transfer einfach aus. Sagt man nach „2 ª“ à „2 NT“ respektive nach „2 NT“ à „3 §“, so zeigt dies Maximum und mindestens einen 4-Kartenfit oder aber mindestens Axx oder KJx (in der Unterfarbe des Partners); dies erlaubt es dem Partner, allenfalls „3 NT“ anzusagen. Lizitiert man zuerst "2 ª" und springt dann in "4 ©" oder "4 ª", so zeigt dies 5-5 in den Unterfarben und Singleton (nicht Figur!) sowie Schlemminteresse (also ab etwa 13 HP). Gleich verhält es sich nach "2 NT", nur dass nun eine Chicane gezeigt wird.
Nachdem mit „3 NT“ Schlemminteresse mit geschlossener § gezeigt wurde, ist „4 §“ à „5-As-Blackwood“.
Nachdem mit „3 NT“ Schlemminteresse gezeigt wurde, ist „4 ¨“ à „5-As-Blackwood“. Soweit die problemlosen Ansagen. Wenn der Eröffner nach diesem Transfer in eine Unterfarbe nicht die verlangte Unterfarbe lizitiert, sondern mit "1 NT - 2 ª - 2 NT" respektive mit "1 NT - 2 NT - 3 §" Fit und Maximum zeigt, so lizitiert der Antwortende selbst seine lange Farbe, wenn er diese spielen will. Er hat aber auch weitere Möglichkeiten:
Der „Trumpf Asking-bid“ hat folgende Antworten:
Danach ist "4 §" à “5-As-Blackwood”.
Aufpassen muss man hier also bei der speziellen „4 § - Ansage“, welche daher nochmals dargestellt wird:
Der „Trumpf Asking-bid“ hat folgende Antworten:
Danach ist "4 ¨" à „5-As-Blackwood“.
Führt der Eröffner den Transfer in eine Unterfarbe normal aus und lizitierte der Antwortende nun eine Edelfarbe auf der Stufe 3, so ist dies natürlich und zeigt ein 6-4-Blatt mit 4er-Edelfarbe und forciert zum vollen Spiel. Hat man als Antwortender eine solche Verteilung und zu wenig Punkte für ein volles Spiel, so transferiert man in die Unterfarbe und passt in der Folge (hierfür hat man in der Regel 0-6 HP).
Hat der Antwortende wie soeben dargestellt eine 6er-Unterfarbe und eine 4er-Edelfarbe gezeigt, ist "3 NT" respektive die Hebung der Edelfarbe auf Stufe 4 zum spielen, andere Gebote sind Cue-bid.
Springt der Antwortende, der zuvor in eine Unterfarbe transferiert hat, nach des Eröffners Antwort in eine neue Farbe, so ist - sofern die Ansage nicht speziell definiert wurde - dies Splinter.
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Der Gegner interveniert nach "1 Sans Atout"
Wenn der Gegner nach der Eröffnung "1 NT" in natürlicher oder künstlicher Weise interveniert, so verhalten wir uns - soweit hinten nichts anderes beschrieben ist - wie folgt:
Da wir negative Kontras gegen natürliche Interventionen spielen, kontriert der Eröffner nach pass auf, wenn er 2-3 Karten in der Gegnerfarbe hat. Lizitiert der Partner nun, ist er schwach.
Interveniert der Gegner im Transfer, so zeigt Kontra 8+ HP und die für die Transferansage verwendete Farbe, das Gebot der Transferfarbe zeigt (3)4-8 HP und ist wie ein negatives Kontra (also Take-out gegen die angesagte Farbe des Gegners), alle übrigen Ansagen sind identisch wie oben bei der Verteidigung gegen die natürliche Intervention (also Lebensohl etc.). Das direkte Lizit der gegnerischen Farbe auf Stufe 3 ist also Stayman ohne Stopper, nach "2 NT" hingegen mit Stopper, beide Male ab 9 HP.
Ein Beispiel:
Passt der auf die Eröffnung „1 NT“ Antwortende zuerst nach der Intervention im Transfer und bietet er später „2 NT“, so fordert er den Partner auf, die längere Unterfarbe anzusagen (beachte: „Lebensohl“ hätte man direkt eingesetzt).
Wenn der Gegner uns kontriert, so ist "Rekontra" Transfer für § (5+ Treff), "2 §" zeigt 5+ Karo, "2 ¨" zeigt 5+ Herz, "2 ©" schliesslich zeigt 5+ Pik. Über die Stärke sagen diese Transferansagen nichts aus.
Passt man, muss der Eröffner rekontrieren. Dieses Rekontra wird gepasst, wenn man glaubt, der Partner erfülle "1 NT" (so ab 6 HP), ansonsten lizitiert man ökonomisch 4er-Farben von unten, bis man einen Fit gefunden hat.
Bitte beachten: Wir schenken dabei der Bedeutung des gegnerischen Kontras keine Beachtung, spielen also immer gleich. Etwas speziell ist es aber dann, wenn an vierter Stelle kontriert wird; auch hier schenken wir der Bedeutung des Kontras keine Beachtung! In diesem Fall sagt der Eröffner allfällige Farben direkt an (natürlich). „Rekontra“ des Antwortenden ist „Baron“, „2 §“ und „2 ¨“ sind natürlich Ansagen, „2 ©“ zeigt 4 Karten in © und 4 Karten in ª (mit 5 Karten hätte man sofort einen Transfer gemacht).
Interveniert der Gegner künstlich mit einem klar definierten Zweifärber und ist keine dieser beiden Farben für das Lizit verwendet worden, so zeigt Kontra, dass man eine dieser Farben kontrieren kann. Der Eröffner kontriert nun, wenn der zweite Gegner eine Farbe ansagt, gegen die er strafkontrieren kann. Sonst passt er und wartet ab, ob sein Partner die Farbe strafkontrieren kann. Die Ansage der tieferen der Gegnerfarben zeigt (5)6+ Karten in der tieferen der nicht lizitierten Farben sowie 9+ HP, die Ansage der höheren Gegnerfarbe zeigt das gleiche mit der höheren der nicht lizitierten Farben. Ansonten verhalten wir uns gegen klar definierte Zweifärber genau gleich, wie wenn sie gegen „1 in Farbe“ oder sogar als schwache Eröffnung lizitiert werden: Die Ansage der beiden verbleinden Farben ist natürlich und kompetitiv, mit dem Lizit der gegnerischen Farben (allenfalls mit „Kontra“) werden die verbleibenden Farben konstruktiv lizitiert (wie immer von unten).
Als Beispiel - Die Interventionen "Landy" und "Mecma":
Zeigt der Gegner mit 2 ¨ (z.B. Mecma) beide Edelfarben, so zeigt 2 © ein gutes Blatt (ab (9)10 HP) mit §, 2 ª dito mit ¨. 3 § / ¨ ist natürlich und kompetitiv (die Ansagen sind also zu passen). Die Ansagen „3 ©“ respektive „3 ª“ zeigen einen Stopper, (11)12+ HP und fragt nach Stopper in der anderen Edelfarbe für „3 NT“. „2 NT“ ist kompetitiv mit 8-10 HP. „Kontra“ zeigt Interesse, einer der Edelfarben zu kontrieren.
Zeigt der Gegner mit 2 § (z.B. Landy) beide Edelfarben, so zeigt 2 © ein gutes Blatt (ab (8)10 HP) mit §, 2 ª dito mit ¨. 2 ¨ / 3 § ist natürlich und kompetitiv (die Ansagen sind also zu passen). Die Ansagen „3 ©“ respektive „3 ª“ zeigen einen Stopper, (11)12+ HP und fragt nach Stopper in der anderen Edelfarbe für „3 NT“. „2 NT“ ist kompetitiv mit 8-10 HP. „Kontra“ zeigt Interesse, einer der Edelfarben zu kontrieren.
Spielt der Gegner „Cappeletti“, verteidigen wir wie folgt:
Ansonsten warten wir ab, bis der Gegner seine Farbe lizitiert hat und spielen danach, wie wenn er die Farbe natürlich eingeführt (also Kontra negativ, Lebensohl etc.)
Spielt der Gegner „Dont“, spielen wir wie folgt:
Nach einem gegnerischen Kontra verhalten wir uns also immer identisch, egal ob das Kontra natürlich oder konventionell ist.
Weitere denkbare Interventionen sind:
Der Gegner kontriert unseren „Stayman“: Kontriert der Gegner unsere Stayman-Ansage, so passen wir ohne Stopper in §. Alle anderen Ansagen sind wie nach dem ungestörten "Stayman", allerdings zeigen die Ansagen einen §-Stopper. Hat man gepasst, muss der Partner rekontrieren. Nun passt der Eröffner, wenn er 5+ schöne Karten in Treff hat, ansonsten lizitiert er wiederum wie nach ungestörtem Stayman; als Zusatzinformation weiss der Partner aber, dass der Eröffner keinen §-Stopper hat. Das direkte Rekontra des Eröffners verneint eine 4er-Edelfarbe und zeigt 4 §-Karten. Der Partner kann nun allenfalls bei §-Support passen.
Nach einer gegnerischen Farbansage lizitieren wir nur dann, wenn die vorgesehene Ansage noch möglich ist (sonst passen oder kontrieren, was Strafvorschlag ist).
Nach Eröffners "pass" ist Partners "Kontra" ein Strafvorschlag.
Hat der Eröffner nach Partners „Stayman“ gepasst, da die gegnerische Ansage das eigene Gebot verunmöglicht hat, so kann der Anwtortende mit „3 §“ erneut einen Stayman machen. Die Antworten sind wie nach dem Stayman „2 §“.
Ansonsten lizitiert der Eröffner in natürlicher Weise weiter.
Der Gegner kontriert unseren „Transfer“:
Verwenden wir eine Transfer-Ansage und wird diese vom Gegner kontriert, führen wir den Transfer nur aus, wenn wir einen Fit haben. Rekontriert der Partner nach unserem "pass", so fordert er uns nun auf, den Transfer auszuführen. Rekontriert der Eröffner, so zeigt dies 5 schöne Karten in der lizitierten und kontrierten Farbe, in der Regel verneint es einen Fit in Partners Farbe.
Der Gegner lizitiert nach unseren „Transfer“:
Lizitiert der Gegner nach unserem Transfer eine Farbe, führen wir den Transfer nur mit Fit aus. Die Ansage ist kompetitiv und sagt nichts über unsere Stärke aus. In der Regel haben wir einen 4-Karten-Fit (Law of total tricks). Hat der Eröffner nach der Intervention gepasst, kann der Partner den Transfer wiederholen (hat man also z.B. mit "2 ¨" transferiert, ist nun "3 ¨" nicht natürlich, sondern Transfer).
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