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Allgemeines zum Thema „Sperrgebote“:
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Allgemeines zum Thema „Sperrgebote“:
Das Ziel einer Sperransage (= Barrage) ist es, dem Gegner
dessen Lizit zu erschweren, indem man ihm möglichst viel Lizitraum wegnimmt.
Konservativ spielende Paare geben dem Partner damit auch genauen Aufschluss über
die Struktur des eigenen Blattes und die Anzahl Stiche; sie wenden dir „Regel
500“ (auch „Regel 2-3“ genannt) an, indem sie je nach Gefahrenlage auf zwei oder
drei Faller ansagen, ungefährlich (grün) wird auf (2 ½ -) 3 Faller lizitiert,
gefährlich (rot) nur auf zwei. Dies stellt sicher, dass man auch dann Aussicht
auf ein positives Resultat hat, wenn man kontriert wird. Insbesondere in den USA
wird hingegen voll riskiert, auch mit einem J9xxxx wird ohne mit der Wimper zu
zucken 3 ♣ oder 3 ♦ eröffnet.
Sperransagen sind bei uns in den Edelfarben 7er-Farben
(6er-Edelfarben werden über „2 ♦ Multi“ lizitiert,
ausser man hält 6-5 wie beispielsweise ♠ KQJ10xx ♥
x ♦ Q108xx ♣ x
à „3 ♠“), Unterfarben können
ungefährlich zu sechst sein (der Partner geht aber von einer 7er-Länge aus).
Sperransagen sind an dritter Stelle sehr aggressiv einzusetzen, an erster Stelle
aggressiv, an zweiter und vierter Position hingegen solid. Bei der Frage, wie
aggressiv man Sperrgebote einsetzen will, sollte man auch berücksichtigen, ob
die Gegner das Kontra informativ oder strafend einsetzen: Spielen sie
Strafkontras, ist etwas mehr Zurückhaltung angezeigt. Generell sollte man
Sperransagen einerseits gegen eher konservativ agierende Paare einsetzen (sie
lassen sich dadurch gerne einschüchtern und überlassen einem das Spiel oder
reizen ihr bestmögliches Spiel nicht mehr aus), andererseits gegen sehr
aggressiv spielende Gegner, da diese in der Folge dazu neigen, in einem nicht
mehr erfüllbaren Kontrakt sich wieder zu finden.
Sperransagen macht man mit maximal 11 HP, in der Regel mit
nicht mehr als 8/9 HP, meist hat man zwischen 6-9 HP. Weiter sollte man relativ
wenig Figurenstiche in den Nebenfarben haben.
Die Figuren sollten sich zum grössten Teil in der Farbe der
Sperransage befinden. Das Blatt ist also recht stark, wenn man selber die
Trumpffarbe bestimmen kann (also bei einer offensiven Verwendung), verliert aber
erheblich an Wert, wenn der Gegner Handspieler wird (also bei defensiver
Verwendung). Grund: Zu viele Defensivstiche hindern den Gegner am Erfüllen eines
allenfalls angesagten Kontrakts und mindern die Erfolgsaussicht der Sperransage;
es genügt, dass oft der Partner schon zu viele „unerwünschte“ Defensivstiche
besitzt. Werte in den Nebenfarben würden zudem dem Partner in einem Kontrakt
helfen, wenn er selbst ein starkes Blatt hat, bloss rechnet er nach einer
Sperransage nicht mehr damit. Dies führt mich zu einer weiteren wichtigen
Bemerkung: Egal, welchen Stil man bei den Sperransagen verwendet, ist eines
wichtig: Es immer in der vereinbarten Weise zu tun. Disziplin ist auch hier ganz
wichtig, denn sonst wird sich die Paarung immer wieder in den falschen
Kontrakten wiederfinden, was das Vertrauen innerhalb der Partnerschaft zerstört.
In erster und zweiter Position sollte man nicht zwei Asse
haben.
Eine innere Sequenz in der Farbe der Sperransage ist ein
nicht zu unterschätzender Vorteil.
Man sollte keine spielbare 4er-Farbe neben der langen Farbe
besitzen, schon gar nicht eine spielbare 4er-Edelfarbe. Grund: Diese findet der
Partner im Folgelizit nicht mehr heraus. Doch verboten ist deren Besitz nicht,
man muss nur die damit verbundenen Gefahren kennen. Daher: An dritter Stelle ist
alles erlaubt, Vorsicht ist an erster Position geboten, ausgeschlossen ist eine
vernünftige 4er-Farbe an zweiter Stelle.
Und als Idee noch dies: Versucht man, einen gegnerischen
Schlemm zu verhindern, sollte man nicht das Ass in der Barragefarbe besitzen,
denn oft hat der Partner in dieser Farbe einen Singleton und kommt – wenn man
das Ass besitzt – zu einem Schnapper in dieser Farbe – womit wir die Gegner
nicht daran hindern sollten, den Schlemm anzusagen, schliesslich fallen sie ja.
Generell gilt das Ass in der Farbe der Sperransage als Nachteil. Auch der Besitz
einer Chicane ist unerfreulich, denn oft landet der Gegner nach einer
Sperransage in einem „Ohne“-Kontrakt und man kann keinen Schnapper mehr machen.
Bei Sperrgeboten an dritter Stelle ist alles erlaubt!
Aggressivität an erster Stelle kann sehr wirksam sein.
„3 §“ und „3
¨“ versprechen an zweiter
und vierter Stelle zwei der drei Topfiguren, an erster und dritter Stelle aber
nicht. Dies ermöglicht es dem Partner, mit einem Fit (möglichst die dritte
Topfigur zu zweit oder zu dritt) und genügend Stärke (Stopper in den anderen
Farben) „3 NT“ anzusagen. Bei Eröffnungen an erster und dritter Stelle hingegen
ist alles erlaubt. In Gefahr braucht es für die Eröffnung 7 Karten, ungefährlich
genügt eine solide 6er-Farbe. Wir orientieren uns an der Regel „2-3-4“:
à
Grün gegen rot: Wir versprechen fünf Stiche
à
Gleiche Gefahrenlage: Wir versprechen sechs Stiche
à
Rot gegen grün: Wir versprechen sieben Stiche
|
A |
1 Stich |
|
AKQ |
3 Stiche |
|
Kx |
½ Stich |
|
AKJ |
2 ½ Stiche |
|
AK |
2 Stiche |
|
AQJ |
2 ½ Stiche |
|
AQ |
1 ½ Stiche |
|
KQJ |
2 Stiche |
|
KQ |
1 Stich |
|
QJ10 |
1 Stich |
Weiter findet die Länge der potentiellen Trumpffarbe
Berücksichtigung. Ab (und inklusive) der vierten Karte zählen wir pro in der
Farbe enthaltenen Karte einen Stich.
Der Partner des Barragierenden weiss, dass er vis à vis
kaum Asse finden wird. Dementsprechend sollte er mit „Ass-losen“ Blättern
Zurückhaltung üben. Bei den Antworten orientieren wir uns einerseits am „law of
total tricks“, andererseits bewerten wir unser eigenes Blatt mit seinem
Stichpotential und addieren dies zu den versprochenen Stichen dazu. Priorität
geben wir dem „Gesetz der totalen Stiche“, wonach die Gesamtzahl der Stiche, die
mit einer Austeilung zu erzielen sind, in etwa dem Gesamttotal der vorhandenen
Trümpfe entspricht. Bei defensiv schwachen Blättern errechnet der Antwortende
die Summe der Trumpfkarten und bietet auf der Stufe, die der Anzahl der Trümpfe
entspricht.
Die Bewertung beim
Antwortenden:
Stiche innerhalb der Trumpffarbe:
|
- Das Ass, der König und die Dame zählt als ein
Stich |
|
- Verfügt man über mehrere Trümpfe sowie ein
Singleton, ergibt dies einen Stich |
|
- Verfügt man über mehrere Trümpfe sowie eine
Chicane, ergibt dies zwei Stiche |
Stiche ausserhalb der Trumpffarbe:
|
AKQ |
3 Stiche |
|
A oder KQ |
1 Stich |
|
AK |
2 Stiche |
|
Kxx |
½ Stiche |
|
AQ |
1 ½ Stiche |
|
Qxx |
0 Stiche |
Die Ansage einer Farbe ist nach einer Sperransage
rundenforcing. Die Hebung ist barragierend. „3 NT“, „4
©“ oder „4
ª“ ist zum spielen. Das Lizit der am
günstigsten lizitierbaren Unterfarbe fragt die Qualität der Trumpffarbe ab.
Bei Schlemmversuchen ist besonders Vorsicht am Platze. Ein
Beispiel:
ª Qx
© KQ73
¨ K85
§ AKQJ
Der Partner eröffnet in Gefahr „3
ª“. Obwohl man 12 Stiche sieht, ist die
Gefahr gross, dass der Gegner 2 Asse besitzt und kassieren kann. Daher ist die
Ansage von „4 ª“ angezeigt. Und will
man es dennoch versuchen, fragt man zuerst nach den Assen.
Interveniert der Gegner, ist Kontra strafend, „3 NT“
verspricht Stopper in der Gegnerfarbe.
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