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Es ist wie im Leben: Wer nicht
kdmpfen kann, gewinnt keinen Blumenstrauss
BRIDGE ALS "KAMPFSPORT"
Bridge ist meines Erachtens ein Spiel, bei dem man kdmpfen kvnnen muss. Trotzdem
muss es Spass machen.
Es ist wenig hilfreich, mit dem Partner zu schimpfen, wenn er ein Problem nicht
optimal (oder gar nicht) lvst. "Schimpfen" bewirkt meistens nur eine noch
grvssere Verunsicherung - der ndchste Fehler ist praktisch schon programmiert.
Bleiben Sie also ruhig - oder muntern Sie den Partner vielmehr auf. Und
vergessen Sie nie: Auch Sie sind nicht fehlerfrei!
Wenn aber beispielsweise ein Teamwettkampf nicht so lduft, wie Sie sich dies
vorstellen, m|ssen Sie etwas unternehmen. Bleiben Sie um Himmels Willen nicht
einfach kampflos sitzen und ergeben Sie sich nicht einfach dem unfreundlich
gestimmten Schicksal.
Versuchen Sie den unerfreulichen Rhytmus zu brechen. Verlassen Sie
beispielsweise f|r einen kurzen Moment den Tisch, atmen Sie frische Luft ein,
stehen Sie auf, um sich ein Getrdnk zu beschaffen (lassen Sie es sich nicht
bringen!), atmen Sie tief durch oder tun Sie sonst irgend etwas.
Sie kvnnen auch versuchen, den Spielrhytmus des Gegners zu brechen. Wenn also
beispielsweise alles, was die Gegner versuchen, erfolgreich ist (sie sich also
buchstdblich "im Hoch" befinden), sie schnell lizitieren und spielen und
trotzdem alles richtig machen - nehmen Sie sich mehr Zeit f|r ihre Gebote,
spielen sie langsamer und so weiter.
Das Motto ist: Tun Sie etwas! Verstecken Sie sich nicht hinter dem Ausspruch
"Wir haben ja soviel Pech".
Umgekehrt m|ssen Sie aber auch immer aufpassen, dass der Gegner Sie nicht aus
Ihrem gewohnten Rhytmus wirft.
Spielen Sie immer so schnell, wie Sie es benvtigen, um erfolgreich zu sein. Und
|berlegen Sie nur solange/soviel, wie nvtig ist - man kann auch zuviel
studieren.
Wenn sie beispielsweise wdhrend Ihres Handspieles eine unerwartete Information
erhalten, die Sie eigentlich zwingt, Ihren Spielplan zu dndern, dann nehmen Sie
sich gen|gend Zeit zum Nachdenken, ob die neue Information wirklich richtig ist
(oder ob man Sie nur auf die falsche Fdhrte f|hrt). Oft hilfreich ist dabei das
Auszdhlen der Hdnde.
Wenn Sie aber wdhrend des Spielablaufes zu studieren beginnen, dann denken Sie
die Sache zu Ende. Es gibt f|r den Partner nichts nervenaufreibenderes, als den
Umstand, dass sie denken und dann das Problem nicht lvsen.
Lieber schnell und falsch spielen, als lange denken und dennoch einen Fehler
machen. Wenn sie also studieren, dann |berlegen sie sich alle Optionen, zdhlen
sie die Hdnde aus und erf|llen sie Ihr angesagtes Spiel respektive fdllen Sie
den gegenerischen Kontrakt.
Wenn es nicht wunschgemdss lduft, liegt es oft daran, dass Sie oder Ihr Partner
einen schlechten Tag erwischt haben, also nicht gut spielen. Vielleicht spielen
Sie nicht mal fehlerhaft, Sie treffen bloss ungl|ckliche - sprich
schlechte/falsche - Entscheidungen.
Nat|rlich gibt es auch die ganz ungl|cklichen Tage, bei denen Sie nur dasitzen
und staunen, was Ihren Gegnern alles gelingt (z.B. haben diese soeben einen
Schlemm auslizitiert, dessen Erf|llungschance bei 18% liegt - und der Kontrakt
ist nicht zu schlagen).
Was tun? Versuchen Sie etwas, brechen Sie des Gegners Lauf, kdmpfen Sie .... und
sitzen Sie nicht einfach schiksalsergeben da! Bridge ist ein Kampfsport!
Ich habe bereits erwdhnt, dass Sie nicht mit dem Partner schimpfen sollen, wenn
er einen Fehler macht. Merken Sie aber, dass er nicht prdsent ist, also z.B.
nicht mal realisiert, dass er soeben schlecht gespielt hat, dann d|rfen Sie
nicht einfach schiksalsergeben da sitzen. Tun Sie was, bevor das ndchste Spiel
beginnt, stehen Sie beispielsweise auf und machen Sie mit Ihrem Partner einen
kleinen Rundgang.
Manchmal ist es aber auch so, dass die Sitzung sehr gut verlduft, der Partner
dies aber nicht realisiert. Sie merken dies beispielsweise daran, dass er
dennoch sehr riskante Aktionen unternimmt.
Auch hier m|ssen Sie aktiv werden. Sagen Sie beispielsweise "Ruhig Partner".
Zeigen Sie ihm, dass Sie der Ansicht sind, die Sitzung sei bereits sehr gut
gelaufen.
Und vergessen bei allem Ehrgeiz eines nie: Bridge ist nur ein Spiel, es soll
Spass machen.
Wir sind Amateure und d|rfen daher Fehler machen. Die meisten von uns arbeiten
hart und sind daher nicht optimal auf ein Turnier vorbereitet. Dennoch macht
keiner gerne oder freiwillig Fehler.
Jeder versucht, sein Bestes zu geben. Seien Sie daher immer freundlich zu Ihrem
Partner ... nur so ist eine langfristig erfolgreiche Partnerschaft mvglich.
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