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Artikel 1: Das Kartenpaket -
Reihenfolge der Karten und Farben
Turnierbridge wird mit einem Kartenpaket von 52
Karten, bestehend aus jeweils 13 Karten in jeder von vier Farben, gespielt. Die
Reihenfolge der Farben in absteigender Ordnung ist: Pik, Herz (Coeur), Karo,
Treff. Die Reihen- respektive Rangfolge der
Karten jeder Farbe in absteigender Ordnung sieht wie folgt aus: As, König, Dame,
Bube, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2.
Artikel 2: Die Turnierboards
Für jede Teilung, die im Laufe eines Durchganges gespielt
werden soll, ist ein Turnierboard vorgesehen, das ein Kartenpaket enthält. Jedes
Board ist nummeriert und hat vier Fächer, um die vier Hände aufzunehmen,
bezeichnet mit Nord, Ost, Süd und West. Teiler und Gefahrenlage sind wie folgt
festgelegt:
Teiler Nord: Boards 1, 5, 9, 13
Teiler Ost: Boards 2, 6, 10, 14
Teiler Süd: Boards 3, 7, 11, 15
Teiler West: Boards 4, 8, 12, 16
Gefahr keiner: Boards 1, 8, 11, 14
Gefahr Nord-Süd: Boards 2, 5, 12, 15
Gefahr Ost-West: 3, 6, 9, 16
Alle in Gefahr: 4, 7, 10, 13
Diese Reihenfolge wiederholt sich für die Boards 17-32 sowie
für jede weitere Serie von 16 Boards.
Kein Board sollte verwendet werden, welches diesen
Bedingungen nicht entspricht. Wird aber ein solches Board benutzt, so gelten die
auf ihm festgelegten Bedingungen f|r diesen Durchgang.
Artikel 3: Anordnung
der Tische
An jedem Tisch spielen vier Spieler. Die Tische
sind in einer vom Turnierleiter festgelegten Reihenfolge nummeriert. Er bestimmt
eine Richtung als Nord; die |brigen Himmelsrichtungen ergeben sich aus ihrem
natürlichen Verhältnis zu Nord.
Artikel 4:
Partnerschaften
Die vier Spieler an jedem Tisch
bilden zwei Partnerschaften oder Seiten, Nord-Süd gegen Ost-West. Zu Paar- oder
Teamturnieren melden die Partnerschaften als Paare oder Teams und behalten
dieselben Partnerschaften wdhrend eines gesamten Durchganges bei (mit Ausnahme
eines vom Turnierleiter gestatteten Einsatzes von Ersatzspielern). Zu
Individualturnieren meldet jeder Spieler einzeln, und die Partnerschaften
wechseln wdhrend eines Durchganges.
Artikel 5: Zuweisung
der Plätze
A. Ausgangsplatz
Der Turnierleiter weist zu Beginn eines Durchganges jedem
Teilnehmer (Einzelspieler, Paar oder Team) einen Ausgangsplatz zu. Falls nichts
anderes angeordnet wird, dürfen die Mitglieder eines jeden Paares oder Teams im
gegenseitigen Einverstdndnis unter den ihnen zugewiesenen Pldtzen auswdhlen. Hat
ein Spieler einmal eine Himmelsrichtung gewählt, darf er sie innerhalb eines
Durchganges nur nach Anweisung oder mit Erlaubnis des Turnierleiters wechseln.
B. Wechseln von Richtung oder Tisch
Die Spieler wechseln ihre Anfangsrichtung oder gehen zu einem
anderen Tisch gemd_ den Anweisungen des Turnierleiters. Der Turnierleiter ist
f|r die klare Bekanntgabe der Anweisungen verantwortlich; jeder Spieler ist
daf|r verantwortlich, zum angeordneten Zeitpunkt und den Anweisungen
entsprechend zu wechseln und nach dem Wechsel den richtigen Platz zu besetzen.

Artikel 6: Mischen und Teilen
A. Das Mischen
Vor Spielbeginn wird jedes Kartenpaket gr|ndlich gemischt. Auf
Verlangen eines jeden Gegners wird abgehoben.
B. Das Teilen
Die Karten m|ssen mit der Bildseite nach unten, eine nach der
anderen in vier Hdnde mit jeweils dreizehn Karten geteilt werden; danach wird
jede Hand mit der Bildseite nach unten in eine der vier Fdcher des Boards
gesteckt. Als Verfahrensweise wird empfohlen, die Karten im Uhrzeigersinn
auszuteilen.
C. Anwesenheit beider Paare
Wdhrend des Mischens und Teilens sollte, sofern der
Turnierleiter nichts anderes anordnet, ein Mitglied jeder Seite anwesend sein.
D. Erneutes Mischen und Teilen
-
Karten unkorrekt geteilt oder sichtbar gemacht
Es muss neu gemischt und geteilt werden, wenn, bevor die Reizung f|r beide
Seiten beginnt, festgestellt wird, dass unkorrekt ausgeteilt worden ist,
oder dass ein Spieler die Bildseite einer Karte, die zu einer anderen Hand
gehvrt, mvglicherweise hat sehen kvnnen.
-
Kein Mischen oder kein Teilen
Kein Ergebnis darf bestehen bleiben, wenn die Karten ohne Mischen entweder
von einem sortierten oder einem bereits in einem anderen Durchgang gespielten
Kartenpaket ausgeteilt worden sind.
-
Auf Anweisung des Turnierleiters
Vorbehaltlich muss erneut gemischt und geteilt werden, wenn der
Turnierleiter dieses aus irgendeinem Grund, der im Einklang mit den Regeln
steht, anordnet (zu beachten aber Artikel 86).
E. Wahlmvglichkeit des Turnierleiters betreffend Mischen und
Teilen
-
Durch die Spieler
Der Turnierleiter darf anordnen, dass das Mischen und Teilen an jedem
Tisch unmittelbar vor Spielbeginn durchgef|hrt wird.
-
Durch den Turnierleiter
Der Turnierleiter darf das Mischen und Teilen im voraus persvnlich
durchf|hren.
-
Durch Vertreter oder Hilfskrdfte
Der Turnierleiter darf das Mischen und Teilen im voraus von seinen
Hilfskrdften oder anderen ernannten Vertretern vornehmen lassen.
-
Andere Methoden des Teilens beziehungsweise des Teilens im
Voraus
Der Turnierleiter darf eine andere Methode des Teilens, wozu auch das
Teilen im voraus gehvrt, anordnen.
F. Duplizieren von Boards
Wenn die Turnierorganisation dies erforderlich macht, d|rfen
eine oder mehrere genaue Duplikate jeder Originalhand nach Anweisung des
Turnierleiters hergestellt werden.
Artikel 7: Kontrolle von Board und Karten
A. Platzierung des Boards
Soll ein Board gespielt werden, wird es in die Mitte des Tisches gelegt, bis
das Spiel beendet ist.
B. Entnehmen der Karten aus dem Board
Jeder Spieler entnimmt dem Fach des Boards, das seiner Himmelsrichtung
entspricht, eine Hand.
- Zdhlen der gehaltenen Karten vor Spielbeginn
Jeder Spieler zdhlt seine Karten mit der Bildseite nach unten, um sicher
zu gehen, dass er genau dreizehn hat; danach muss er die Bildseite seiner
Karten ansehen, bevor er eine Ansage macht.
- Kontrolle seiner Hand
Wdhrend des Spiels behdlt jeder Spieler seine Karten in Besitz und achtet
darauf, dass sie nicht mit den Karten eines anderen Spielers vermischt werden.
Kein Spieler soll wdhrend oder nach dem Spiel andere Karten als seine eigenen
anfassen (aber der Alleinspieler darf die Karten des Tisches gemdss Artikel 45
spielen), es sei denn mit Erlaubnis des Turnierleiters.
C. Zur|ckstecken der Karten in das Board
Jeder Spieler steckt nach dem Spiel seine urspr|nglichen 13 Karten wieder in
das Fach des Boards, das seiner Himmelsrichtung entspricht. Danach soll keine
Hand mehr aus dem Board genommen werden, ausser in Anwesenheit eines Spielers
jeder Seite oder des Turnierleiters.
D. Verantwortung f|r den formalen Ablauf
Jeder Teilnehmer, der wdhrend des ganzen Durchganges an einem Tisch
verbleibt, ist erstrangig f|r die Aufrechterhaltung korrekter Spielbedingungen
am Tisch verantwortlich.
Artikel 8: Reihenfolge der Runden
A. Movement der Boards und der Spieler
-
Anweisungen des Turnierleiters
Der Turnierleiter weist die Spieler an, wie die Boards weitergegeben
werden und wie die Spieler zu wechseln haben.
-
Verantwortung f|r die Weitergabe der Boards
Der Nordspieler jedes Tisches ist f|r die Weitergabe der soeben an seinem
Tisch gespielten Boards an den richtigen Tisch f|r die ndchste Runde
verantwortlich, sofern nicht der Turnierleiter etwas anderes anordnet.
B. Rundenende
Im allgemeinen endet eine Runde, wenn der Turnierleiter das
Zeichen f|r den Beginn der ndchsten Runde gibt; ist aber das Spiel an einem
Tisch zu diesem Zeitpunkt noch nicht beendet, dauert die Runde f|r diesen Tisch
solange an, bis dort ein Spielerwechsel stattgefunden hat.
C. Ende der letzten Runde und Ende des Durchganges
Die letzte Runde eines Durchganges und der Durchgang selbst sind
f|r jeden Tisch beendet, wenn alle an diesem Tisch zu spielenden Boards gespielt
und alle Ergebnisse in die richtigen Scorezettel eingetragen worden sind, ohne
dass ein Einwand erhoben wurde.

Allgemeine bei Regelwidrigkeiten
anzuwendende Regeln
Artikel 9: Verfahren nach einer
Rechtswidrigkeit
A. Hinweis auf eine Regelwidrigkeit
-
Wdhrend der Reizung
Sofern die Regeln dies nicht verbieten, darf jeder Spieler wdhrend der Reizung
auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam machen, ob er an der Reihe ist, anzusagen
oder nicht.
-
Wdhrend des Spiels
-
Alleinspieler oder jeder Gegenspieler
Sofern die Regeln dies nicht verbieten, d|rfen der Alleinspieler oder jeder
Gegenspieler auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam machen, die wdhrend des
Spiels begangen wird.
-
Dummy (die eingeschrdnkten Rechte des Dummy sind in de
Artikeln 42 und 43 festgelegt)
|
aa. |
Der Dummy darf wdhrend des Spiels nicht auf eine
Regelwidrigkeit aufmerksam machen, aber er darf dies nach Beendigung
des Spiels tun. |
|
bb. |
Der Dummy darf versuchen,
den Alleinspieler vom Begehen einer Regelwidrigkeit abzuhalten (f|r
Details vergleichen Sie Artikel 42 B 2). |
B. Nach einem Hinweis auf eine Regelwidrigkeit
-
Rufen des Turnierleiters
-
Wann rufen
Der Turnierleiter muss sofort gerufen werden, wenn auf eine
Regelwidrigkeit aufmerksam gemacht worden ist.
-
Wer darf rufen
Jeder Spieler, einschlie_lich des Dummy, darf den Turnierleiter rufen,
nachdem auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam gemacht worden ist.
-
Wahrung von Rechten
Das Rufen des Turnierleiters bewirkt f|r keinen Spieler den Verlust von
irgendwelchen Rechten, die ihm ansonsten zustehen kvnnten.
-
Rechte der Gegner
Der Umstand, dass ein Spieler auf eine von der eigenen Seite begangene
Regelwidrigkeit hinweist, ber|hrt nicht die Rechte der Gegner.
-
Weitere Gebote oder Zugaben
Kein Spieler soll irgend etwas unternehmen, bevor der Turnierleiter alle
f|r die Berichtigung und die Verhdngung einer Strafe relevanten Erkldrungen
abgegeben hat.
C. Vorzeitige Korrektur einer Regelwidrigkeit
Jede vorzeitige Korrektur einer Regelwidrigkeit durch den
schuldigen Spieler kann f|r ihn eine weitere Strafe nach sich ziehen (beachten
Sie auch die Ausspielstrafen in Artikel 26).
Artikel 10: Verhdngung einer Strafe
A. Das Recht, Strafen zu verhdngen
Nur der Turnierleiter ist berechtigt, gegebenenfalls Strafen zu
verhdngen. Kein Spieler hat das Recht, von sich aus Strafen zu verhdngen oder
auf sie zu verzichten.
B. Aufhebung von Strafen oder deren Erlassung
Der Turnierleiter darf jede Strafe oder jeden Verzicht auf
Strafe, die die Spieler ohne seine Mitwirkung beschlossen haben, sowohl zulassen
als auch aufheben.
C. Wahlrecht nach einer Regelwidrigkeit
-
Erkldrung der Mvglichkeiten
Falls diese Regeln nach einer Regelwidrigkeit ein Wahlrecht zwischen
mehreren Mvglichkeiten gewdhren, soll der Turnierleiter alle zur Verf|gung
stehenden Mvglichkeiten erkldren.
-
Wahlrecht zwischen mehreren Mvglichkeiten
Falls ein Spieler nach einer Regelwidrigkeit ein Wahlrecht zwischen
mehreren Mvglichkeiten hat, muss er wdhlen, dabei darf er sich nicht mit
seinem Partner beraten.
Artikel 11: Verlust des Rechts auf
Bestrafung
A. Aktion der nicht schuldigen Seite
Das Recht auf Bestrafung einer Regelwidrigkeit kann verloren
gehen, wenn ein Mitglied der nicht-schuldigen Seite vor dem Rufen des
Turnierleiters irgend etwas unternimmt. Der Turnierleiter entscheidet in diesem
Sinne, wenn die nicht schuldige Seite einen Vorteil dadurch erlangt haben
kvnnte, dass ein Gegner in Unkenntnis der Strafe anschlie_end irgend etwas
unternommen hat.
B. Hinweis auf eine Regelwidrigkeit durch einen Zuschauer
-
Nicht schuldige Seite ist f|r die Anwesenheit des
Zuschauers verantwortlich
Das Recht auf Bestrafung einer Regelwidrigkeit kann verloren gehen, wenn
zuerst ein Zuschauer auf die Regelwidrigkeit hinweist, f|r dessen Anwesenheit
am Tisch die nicht schuldige Seite verantwortlich ist.
-
Schuldige Seite ist f|r die Anwesenheit des Zuschauers
verantwortlich
Das Recht, eine Regelwidrigkeit zu korrigieren, kann verloren gehen, wenn
zuerst ein Zuschauer auf die Regelwidrigkeit hinweist, f|r dessen Anwesenheit
am Tisch die schuldige Seite verantwortlich ist.
C. Strafe trotz Verlust des Rechts auf Bestrafung
Auch
wenn das Recht auf Bestrafung nach den vorgenannten Regeln
verloren gegangen ist, darf der Turnierleiter eine
Verfahrensstrafe (vergleichen Sie hierf|r Artikel 90)
verhdngen.
Artikel 12: Der Ermessensspielraum des
Turnierleiters
A. Das Recht, einen berichtigten Score zuzuerkennen
Der Turnierleiter darf sowohl von sich aus als auch auf Antrag
eines Spielers einen berichtigten Score (oder berichtigte Scores) zuerkennen,
aber nur, wenn diese Regeln ihn dazu ermdchtigen, oder wenn seiner Meinung nach
einer der nachstehenden Fdlle vorliegt:
-
Regeln sehen keine Entschddigung vor
Der Turnierleiter darf einen zugewiesenen berichtigten Score zuerkennen,
wenn diese Regeln keine Entschddigung eines nicht schuldigen Teilnehmers f|r
eine besondere Art von Regelverletzung, die ein Gegner begangen hat, vorsehen.
-
Normales Spiel des Boards ist unmvglich
Der Turnierleiter darf einen k|nstlichen berichtigten Score zuerkennen,
wenn keine Richtigstellung vorgenommen werden kann, die das normale Spiel des
Boards ermvglicht (vergleichen Sie hierzu auch Artikel 88).
-
Falsche Strafe ist verhdngt worden
Der Turnierleiter darf einen berichtigten Score zuerkennen, wenn eine
falsche Strafe verhdngt worden ist.
B. Keine Berichtigung f|r unangemessene Hdrte einer Bestrafung
Der Turnierleiter darf keinen berichtigten Score mit der
Begr|ndung zuweisen, eine in diesen Regeln vorgesehene Strafe sei entweder
unangemessen streng oder vorteilhaft f|r eine der beiden Seiten.
C. Zuerkennen eines berichtigten Scores
-
K|nstlicher Score
Wenn infolge einer Regelwidrigkeit kein Ergebnis erzielt werden kann,
erkennt der Turnierleiter gemd_ der Verantwortlichkeit f|r die Regelwidrigkeit
einen k|nstlichen berichtigten Score zu: Minusdurchschnitt (hvchstens 40% der
erzielbaren Match-Punkte in Paarturnieren) f|r einen unmittelbar schuldigen
Teilnehmer; Durchschnitt (50% in Paarturnieren) f|r einen nur teilweise
schuldigen Teilnehmer; Plusdurchschnitt (mindestens 60% in Paarturnieren) f|r
einen absolut schuldlosen Teilnehmer (vergleichen Sie auch Artikel 86 f|r
Teamturniere oder Artikel 88 f|r Paarturniere). Die den beiden Seiten
zuerkannten Scores m|ssen sich nicht gegenseitig zu 100% des Topscores
ergdnzen.
-
Zugewiesener Score
Wenn der Turnierleiter anstelle eines nach einer Regelwidrigkeit
tatsdchlich erzielten Ergebnisses einen zugewiesenen berichtigten Score
zuerkennt, dann ist dieser Score f|r die nicht schuldige Seite das
vorteilhafteste Ergebnis, das ohne die Regelwidrigkeit wahrscheinlich gewesen
wdre, oder f|r die schuldige Seite das ung|nstigste Ergebnis, das gerade noch
im Rahmen des Wahrscheinlichen gelegen hdtte, wenn die Regelwidrigkeit nicht
stattgefunden hdtte. Die den beiden Seiten zuerkannten Scores m|ssen sich
nicht gegenseitig zu 100% des Topscores ergdnzen und d|rfen entweder in
Match-Punkten oder durch Dnderung des erzielten Resultats vor der Umrechnung
in Match-Punkte zugewiesen werden.
-
Sofern die zonalen Organisationen nichts anderes bestimmen,
darf ein Schiedsgericht einen zugewiesenen berichtigten Score abdndern, um
Billigkeit herzustellen.
Artikel 13: Falsche Kartenanzahl
Stellt der Turnierleiter fest, dass ein oder mehrere Fdcher des
Boards eine falsche Anzahl Karten* enthielten, und hat ein Spieler mit einer
unkorrekten Hand bereits eine Ansage gemacht, soll der Turnierleiter, wenn er
meint, dass das Board berichtigt und normal ohne Dnderung von Ansagen gespielt
werden kann, das berichtigte Board so spielen lassen, vorausgesetzt, alle vier
Spieler sind damit einverstanden. Andernfalls soll der Turnierleiter einen
k|nstlichen berichtigten Score zuerkennen und darf den schuldigen Spieler
bestrafen. Wurde keine solche Ansage gemacht, gilt folgendes:
* Wenn
drei Hdnde korrekt sind und eine Hand unrichtig, findet anstelle dieser Regel
Artikel 14
Anwendung.
A. Kein Spieler hat eine Karte eines anderen Spielers gesehen
Der Turnierleiter soll die Unstimmigkeit wie folgt korrigieren,
und wenn dann kein Spieler eine Karte eines anderen Spielers gesehen haben wird,
anordnen, dass das Board normal gespielt wird.
-
Handaufzeichnungen
Stehen Handaufzeichnungen zur Verf|gung, soll der Turnierleiter in
\bereinstimmung mit diesen die richtige Kartenverteilung wiederherstellen.
-
Befragen von Spielern, die das Board bereits gespielt haben
Gibt es keine Handaufzeichnungen, soll der Turnierleiter durch Befragen
von Spielern, die das Board bereits gespielt haben, die Korrektur vornehmen.
-
Anordnen einer Neuteilung
War das Board unkorrekt geteilt, soll der Turnierleiter eine Neuteilung
anordnen (vergleiche auch Artikel 6).
B. Ein Spieler hat die Karte(n) eines anderen Spielers gesehen
Stellt der Turnierleiter fest, dass ein oder mehrere Fdcher des
Boards eine falsche Kartenanzahl enthielten, und hat nach der Korrektur des
Boards ein Spieler eine oder mehrere Karten der Hand eines anderen Spielers
gesehen, bestehen folgende Entscheidungsmvglichkeiten:
-
Die erhaltene Information ist unerheblich
Meint der Turnierleiter, dass die gewonnene Information normales Reizen oder
Spielen des Boards nicht beeintrdchtigen wird, darf er mit dem Einverstdndnis
aller vier Spieler erlauben, dass das Board normal gespielt und gescort wird.
-
Die Information wird Einfluss auf das normale Spiel haben
Meint der Turnierleiter, dass die so gewonnene Information von hinreichender
Bedeutung ist, um ein normales Spielen oder Reizen zu beeinflussen, oder lehnt
es ein Spieler ab, das Board zu spielen, soll er einen k|nstlichen
berichtigten Score zuweisen. Er darf den schuldigen Spieler bestrafen.
C. Nach Beendigung des Spiels
Wird nach Beendigung des Spiels festgestellt, dass die Hand
eines Spielers urspr|nglich mehr als 13 Karten enthielt und die Hand eines
anderen Spielers dementsprechend weniger, muss das Resultat gestrichen werden
(wegen einer Verfahrensstrafe beachten Sie bitte Artikel 90).
Artikel 14: Fehlende Karte
A. Feststellung der Unvollstdndigkeit der Hand vor Beginn der
Spielphase
Sind drei Hdnde korrekt und wird vor Beginn der Spielphase
festgestellt, dass die vierte Hand unvollstdndig ist, sucht der Turnierleiter
jede fehlende Karte und:
-
Die Karte wird gefunden
Wird die Karte gefunden, wird sie der unvollstdndigen Hand wieder zugef|gt.
-
Keine Karte ist auffindbar
Kann keine Karte gefunden werden, rekonstruiert der Turnierleiter die Teilung
unter Verwendung eines Ersatzkartenpaketes so originalgetreu wie mvglich.
B. Spdtere Feststellung der Unvollstdndigkeit
Sind drei Hdnde korrekt und wird nach Beginn der Spielphase
festgestellt, dass die vierte Hand unvollstdndig ist, sucht der Turnierleiter
jede fehlende Karte und:
-
Die Karte wird gefunden
-
Wird die Karte unter den bereits gespielten Karten gefunden,
gelangt Artikel67 zur Anwendung.
-
Wird die Karte anderswo gefunden, wird sie der
unvollstdndigen Hand wieder zugef|gt, und Strafen kvnnen verhdngt werden
(vergleichen Sie nachfolgend Ziffer 3).
-
Keine Karte ist auffindbar
Kann keine Karte gefunden werden, wird die Teilung unter Verwendung eines
Ersatzkartenpaketes so originalgetreu wie mvglich rekonstruiert, und Strafen
kvnnen verhdngt werden (vergleichen Sie nachfolgend Ziffer 3).
-
Mvgliche Strafen
Eine Karte, die einer Hand gemd_ den Bestimmungen des Absatzes B dieser Regel
wieder zugef|gt wurde, gilt als von Anfang an und durchgehend der
unvollstdndigen Hand zugehvrig. Sie kann Strafkarte werden (Details hierzu in
Artikel 50), und die Nichtzugabe dieser Karte kann den Tatbestand des Revoke
verwirklichen.
Artikel 15: Spielen eines falschen
Boards
A. Spieler haben das Board vorher noch nicht gespielt
Spielen Spieler ein Board, das in der betreffenden Runde nicht
f|r sie bestimmt ist, hat der Turnierleiter folgende Mvglichkeiten:
-
Das Board wird wie gespielt gewertet
In der Regel ldsst der Turnierleiter den Score bestehen, falls keiner der
Spieler das Board schon vorher gespielt hat.
-
Nachspielen wird angeordnet
Der Turnierleiter darf verlangen, dass beide Paare das richtige Board
spdter gegeneinander spielen.
B. Ein oder mehrere Spieler haben das Board schon vorher
gespielt
Spielt ein Spieler ein Board, welches er schon vorher gespielt
hat, gleichg|ltig, ob gegen die richtigen Gegner oder nicht, wird sein zweites
Ergebnis f|r dieses Board sowohl f|r seine Seite als auch f|r die der Gegner
annulliert. Der Turnierleiter soll den Teilnehmern, die dadurch die Gelegenheit
verloren haben, einen g|ltigen Score zu erzielen, einen k|nstlichen berichtigten
Score zuerkennen.
C. Feststellung wdhrend der Reizung
Stellt der Turnierleiter wdhrend der Reizung fest, dass ein
Teilnehmer ein Board spielt, welches er in der betreffenden Runde nicht spielen
sollte, soll er die Reizung annullieren, daf|r sorgen, dass die richtigen
Teilnehmer an dem betreffenden Tisch Platz nehmen, und sie |ber ihre Rechte
sowohl f|r die laufende als auch f|r k|nftige Runden informieren. Eine zweite
Reizung beginnt. Die Spieler m|ssen die Ansagen wiederholen, die sie zuvor
gemacht haben. Sollte irgendeine Ansage in irgendeiner Weise von der
entsprechenden Ansage in der ersten Reizung abweichen, soll der Turnierleiter
das Board annullieren. Andernfalls wird das Spiel normal fortgesetzt.
16: Unerlaubte Informationen
Die Spieler sind berechtigt, bei ihren Ansagen und Spielweisen
auf Informationen zur|ck zu greifen, die sie aus legalen Ansagen oder
Spielweisen beziehungsweise aus einer besonderen Verhaltensweise der Gegner
erhalten. Macht man eine Ansage oder wdhlt man eine Spielweise, die auf eine
andere, nicht regelkonforme Information zur|ck zu f|hren ist, kann dies einen
Regelverstoss darstellen.
A. Nicht regelkonforme Information vom Partner
Nachdem ein Spieler seinem Partner eine nicht regelkonforme
Information zugdnglich gemacht hat, die eine Ansage oder Spielweise nahe legen
kvnnte - wie z.B. durch eine Bemerkung, eine Frage, eine Antwort auf eine Frage
oder durch unmissverstdndliches Zvgern, ungewvhnliche Hast, besonderen
Nachdruck, Tonfall, Gestik, Bewegungen, besondere Verhaltensweisen oder
Dhnliches - darf der Partner zwischen mehreren logischen Alternativen keine
wdhlen, die nachweislich durch die nicht regelkonforme Information ndhergelegt
worden sein kvnnte als eine andere.
-
Wenn eine solche Information gegeben wird
Ist ein Spieler der Meinung, dass ein Gegner eine nicht regelkonforme
Information zugdnglich gemacht hat und dass daraus leicht ein Schaden
entstehen kvnnte, darf er - sofern die Bestimmungen des veranstaltenden
Verbandes dies nicht verbieten - sofort ank|ndigen, dass er sich das Recht
vorbehdlt, den Turnierleiter spdter zu rufen (die Gegner sollten den
Turnierleiter sofort rufen, falls sie die Tatsache bestreiten, dass eine
unerlaubte Information |bermittelt worden sein kvnnte).
-
Wenn eine regelwidrige Alternative gewdhlt wird
Hat ein Spieler wesentlichen Grund zu der Annahme*, dass ein Gegner, der
eine logische Alternative hatte, eine Aktion gewdhlt hat, die durch eine
solche Information ndhergelegt worden sein kvnnte als eine andere, sollte er
unverz|glich den Turnierleiter rufen. Der Turnierleiter soll Reizung und Spiel
fortsetzen lassen und sich vorbehalten, einen berichtigten Score zuzuweisen,
wenn seiner Meinung nach ein Regelversto_ zu einem Schaden gef|hrt hat.
B. Nicht regelkonforme Information aus anderen Quellen
Erhdlt ein Spieler zufdllig eine unerlaubte Information |ber ein
Board, das er gerade spielt oder noch zu spielen hat - indem er z.B. eine
falsche Hand ansieht, Ansagen, Resultate oder Bemerkungen mithvrt, Karten an
einem anderen Tisch sieht oder eine Karte eines anderen Spielers am eigenen
Tisch vor Beginn der Reizung sieht - sollte der Turnierleiter unverz|glich
verstdndigt werden, vorzugsweise vom Empfdnger der Information. Kommt der
Turnierleiter zu der Auffassung, dass die Information ein normales Spiel
beeintrdchtigen kvnnte, darf er:
-
Die Positionen anpassen
wenn die Art des Turniers und die Scoremethode es zulassen, die Positionen
der Spieler am Tisch so anpassen, dass der Spieler, der |ber Informationen
|ber eine Hand verf|gt, diese Hand halten wird, oder
-
Einen Ersatzspieler benennen
mit dem Einverstdndnis aller vier Spieler vor|bergehend einen Ersatzspieler
f|r den Spieler ernennen, der die unerlaubte Information erhalten hat, oder
-
Einen berichtigten Score zuerkennen
unverz|glich einen k|nstlichen berichtigten Score zuerkennen.
C. Information durch zur|ckgenommene Ansagen oder gespielte
Karten
Eine Ansage oder eine gespielte Karte darf zur|ckgenommen und
durch eine andere ersetzt werden, entweder von einer nicht schuldigen Seite nach
einem Regelversto_ des Gegners oder von einer schuldigen Seite, um eine
Regelwidrigkeit zu berichtigen*.
-
Nicht schuldige Seite
F|r die nicht schuldige Seite ist jede Information, die sie durch eine
zur|ckgenommene Aktion erlangt, erlaubt, egal, ob es ihre eigene Aktion oder
die des Gegners ist.
-
Schuldige Seite
F|r die schuldige Seite ist eine Information, die sie durch ihre eigene
zur|ckgenommene Aktion oder durch zur|ckgenommene Aktionen der nicht
schuldigen Seite erhdlt, unerlaubt. Ein Spieler der schuldigen Seite darf
zwischen logischen alternativen Aktionen keine wdhlen, die nachweislich durch
die unerlaubte Information ndher gelegt worden sein kvnnte als eine andere.
* nach Spielende, oder bez|glich der Hand des Dummy, wenn der
Tisch runter gelegt wird.

Die Reizung
Teil I - Das korrekte Verfahren
Abschnitt I - Die Reizphase
Artikel 17: Dauer der Reizung
A. Die Reizphase beginnt
Die Reizphase einer Teilung beginnt f|r eine Seite, sobald einer
der beiden Partner die Bildseite seiner Karten ansieht.
B. Die erste Ansage
Der Spieler, der auf dem Board als Teiler bezeichnet ist, macht
die erste Ansage.
C. Aufeinanderfolgende Ansagen
Der Spieler zur Linken des Teilers macht die zweite Ansage, und
danach reizt jeder Spieler der Reihe nach im Uhrzeigersinn.
D. Karten aus einem falschen Board
Falls ein Spieler, der versehentlich Karten aus einem falschen
Board aufgenommen hat, eine Ansage macht, wird die Ansage aufgehoben. Falls der
linke Gegner des schuldigen Spielers nach der aufgehobenen Ansage angesagt hat,
soll der Turnierleiter k|nstliche berichtigte Scores zuerkennen (f|r allfdllige
Strafen beachte man Artikel 90), wenn die Ersatzansage des schuldigen Spielers
in irgendeiner bedeutenden Weise von seiner aufgehobenen Ansage abweicht*. Wenn
der schuldige Spieler spdter die aufgehobene Ansage in dem Board wiederholt, dem
er irrt|mlich seine Karten entnommen hat, darf der Turnierleiter das Board
normal spielen lassen, aber der Turnierleiter soll k|nstliche berichtigte Scores
zuerkennen (auch hier ist aber wieder Artikel 90 zu beachten), wenn die Ansage
des schuldigen Spielers in irgendeiner Weise von seiner aufgehobenen
urspr|nglichen Ansage abweicht.
E. Ende der Reizphase
Die Reizphase endet, wenn alle vier Spieler passen, oder wenn,
nachdem drei Pass in Reihenfolge irgendeiner Ansage gefolgt sind, das erste
Ausspiel aufgedeckt wird (wenn ein Pass ausser Reihenfolge angenommen worden
ist, ist Artikel 34 zu beachten).
* Der linke Gegner des schuldigen Spielers muss
seine vorangegangene Ansage wiederholen.
Artikel 18: Gebote
A. Richtige Form
Ein Gebot bezeichnet eine Zahl von Stichen |ber dem Buch,
dies von eins bis sieben, und eine Denomination (Pass, Kontra und Rekontra sind
Ansagen, aber keine Gebote).
B. Ein Gebot |berbieten
Ein Gebot |berbietet ein vorhergegangenes Gebot, wenn es
entweder
- die gleiche Stichzahl |ber dem Buch in einer
ranghvheren Denomination oder
- eine hvhere Stichzahl |ber dem Buch in
irgendeiner Denomination bezeichnet.
C. Gen|gendes Gebot
Ein Gebot, welches das unmittelbar vorhergegangene Gebot
|berbietet, ist ein gen|gendes Gebot.
D. Ungen|gendes Gebot
Ein Gebot, welches das unmittelbar vorhergegangene Gebot nicht
|berbietet, ist ein ungen|gendes Gebot.
E. Rangfolge der Denominationen
Die Rangfolge der Denominationen ist in absteigender
Ordnung: Sans-Atout, Pik, Herz, Karo, Treff.
F. Abweichende Methoden
Zonale Organisationen d|rfen zulassen, dass Ansagen anders
gemacht werden.
Artikel 19: Kontras und Rekontras
A. Kontras
-
G|ltiges Kontra
Ein Spieler darf nur das letzte vorhergegangene Gebot kontrieren. Dieses
Gebot muss von einem Gegner abgegeben worden sein; andere Ansagen als Pass
d|rfen dazwischen nicht abgegeben worden sein.
-
Richtige Form f|r Kontra
Ein Spieler sollte bei der Abgabe des Kontras nicht die Stichzahl |ber dem
Buch oder die Denomination angeben. Die allein korrekte Form ist das
einzige Wort "Kontra".
-
Kontra eines falsch wiedergegebenen
Gebotes
Wenn ein Spieler bei der Abgabe des Kontras das Gebot, die Stichzahl
|ber dem Buch oder die Denomination falsch wiedergibt, wird angenommen, er
habe das Gebot so kontriert, wie es abgegeben worden ist (beachten Sie,
das hier Artikel 16 - unerlaubte Information - zur Anwendung kommen kann).
B. Rekontras
-
G|ltiges Rekontra
Ein Spieler darf nur das letzte vorhergegangene Kontra rekontrieren.
Dieses Kontra muss von einem Gegner abgegeben worden sein; andere Ansagen
als Pass d|rfen dazwischen nicht abgegeben worden sein.
-
Richtige Form f|r Rekontra
Ein Spieler sollte bei der Abgabe des Rekontras nicht die Stichzahl |ber
dem Buch oder die Denomination angeben. Die allein korrekte Form ist das
einzige Wort "Rekontra".
-
Rekontra eines falsch wiedergegebenen
Gebotes
Wenn ein Spieler bei der Abgabe des Rekontras das Gebot, die Stichzahl
|ber dem Buch oder die Denomination falsch wiedergibt, wird angenommen, er
habe das Gebot so rekontriert, wie es abgegeben worden ist (beachten Sie,
das hier Artikel 16 - unerlaubte Information - zur Anwendung kommen kann).
C. Kontra oder Rekontra aufgehoben
Jedes Kontra oder Rekontra wird durch ein
nachfolgendes g|ltiges Gebot aufgehoben.
D. Scoren eines kontrierten oder
rekontrierten Kontraktes
Folgt auf ein kontriertes oder
rekontriertes Gebot kein weiteres g|ltiges Gebot, erhvhen sich die
Berechnungswerte gemdss Artikel 77.
Artikel 20:
Wiederholung und Erkldrung von Ansagen A. Ansage nicht deutlich gehvrt
Ein Spieler, der eine Ansage nicht
deutlich gehvrt hat, darf unverz|glich verlangen, dass sie wiederholt wird.
B. Wiederholung der Reizung wdhrend der
Reizphase
Wdhrend der Reizung hat ein Spieler das
Recht, sich sdmtliche* vorhergegangenen Ansagen wiederholen zu lassen, wenn
er an der Reihe ist anzusagen, es sei denn, er ist durch die Regeln
verpflichtet zu passen. Alerts sollten zur Wiederholung gehvren.
C. Wiederholung nach dem abschliessenden
Pass
-
Frage wegen des ersten Ausspiels
Nach dem abschlie_enden Pass hat jeder Gegenspieler das Recht, zu fragen,
ob er zum ersten Stich auszuspielen hat (siehe auch Artikel 47E und 41).
-
Wiederholung der Reizung
Der Alleinspieler oder jeder der Gegenspieler darf, wenn er das erste Mal
an der Reihe ist zu spielen, die Wiederholung sdmtlicher* vorhergegangenen
Ansagen verlangen (siehe auch Artikel 41 B und 41 C).
D. Wer darf die Reizung wiederholen
Dem Verlangen nach Wiederholung der
Reizung soll nur der Gegner nachkommen.
E. Korrektur eines Fehlers bei der
Wiederholung
Alle Spieler, einschliesslich des Tisches/Dummy
oder eines Spielers, der aufgrund der Regeln verpflichtet ist, zu passen,
sind f|r eine unverz|gliche Korrektur eines Fehlers bei der Wiederholung
verantwortlich (siehe Artikel 12 C 1, wenn eine unkorrigierte Wiederholung Schaden anrichtet).
F. Erkldrung von Ansagen
-
Wdhrend der Reizung
Wdhrend der Reizung und vor dem abschliessenden Pass darf jeder Spieler,
wenn er an der Reihe ist anzusagen, eine vollstdndige Erkldrung der
gegnerischen Reizung verlangen.** (es kvnnen sowohl Fragen hinsichtlich
tatsdchlich gemachter Ansagen als auch bez|glich erheblicher verf|gbarer,
aber nicht gemachter Ansagen gestellt werden); die Antworten sollten
normalerweise vom Partner des Spielers gegeben werden, der eine zur Frage
stehende Ansage gemacht hat (siehe hierzu Artikel 75 C).
-
Wdhrend der Spielphase
Nach dem abschliessenden Pass und wdhrend der gesamten Spielphase darf
jeder Gegenspieler, wenn er an der Reihe ist, zu spielen, eine Erkldrung
der gegnerischen Reizung verlangen.** Der Alleinspieler darf, wenn er oder
der Tisch/Dummy an der Reihe ist, zu spielen, eine Erkldrung einer gegnerischen
Ansage oder der Gegenspielkonventionen der Gegenspieler verlangen.
* Ein Spieler darf weder eine teilweise Wiederholung der
Ansagen verlangen noch die Wiederholung abbrechen, bevor sie beendet ist.
** Artikel 16 kann zur Anwendung kommen; veranstaltende Verbdnde d|rfen Regeln
betreffend schriftlicher Erkldrungen aufstellen.
Artikel 21: Ansage, die auf einer
falschen Auskunft beruht
A. Ansage aufgrund eigenen
Missverstdndnisses
Ein Spieler hat keinen Anspruch auf eine
Berichtigung, wenn er eine Ansage aufgrund eines eigenen Missverstdndnisses
gemacht hat.
B. Ansage aufgrund falscher Auskunft
durch den Gegner
-
Dnderung einer Ansage
Bis zum Ende der Reizphase (siehe Artikel 17 E) darf ein
Spieler straflos eine Ansage dndern, wenn es
wahrscheinlich ist, dass er die Ansage aufgrund einer falschen Auskunft
durch einen Gegner gemacht hat (das Unterbleiben eines unverz|glichen
Alerts einer konventionellen Ansage oder einer besonderen
Partnerschaftsvereinbarung, die gemdss den Bestimmungen des veranstaltenden
Verbandes alertierpflichtig ist, gilt als falsche Auskunft),
vorausgesetzt, sein Partner hat anschlie_end noch nicht angesagt.
-
Dnderungsrecht des Gegners nach einer
Dnderung
Dndert ein Spieler eine aufgrund einer falschen Auskunft gemachte Ansage
(wie vorstehend unter 1. vorgesehen), darf anschliessend auch sein linker
Gegner, wenn er an der Reihe ist, straflos jede gegebenenfalls gemachte
Ansage dndern (sofern nicht die zur|ckgenommene Ansage eine derartige
Information |bermittelt hat, dass die nicht-schuldige Seite geschddigt
ist, in welchem Fall der Turnierleiter einen berichtigten Score zuweisen
darf). - (Wegen unerlaubter Information durch zur|ckgenommene Ansagen
siehe Artikel 16 C.)
-
Zu spdt f|r eine Dnderung der Ansage
Ist es zu spdt, eine Ansage zu dndern, darf der Turnierleiter einen
berichtigten Score zuerkennen (Artikel 40 C kvnnte zur
Anwendung kommen).
Abschnitt II - Nach Ende
der Reizung
Artikel 22: Verfahren nach Ende der
Reizung
A. Kein Spieler hat geboten
Hat am Ende der Reizung kein Spieler
geboten, werden die Hdnde ungespielt in das Board zur|ckgesteckt. Es soll
keine Neuteilung stattfinden.
B. Ein oder mehrere Spieler haben geboten
Hat irgendein Spieler geboten, wird das
abschliessende Gebot zum Kontrakt, und das Spiel beginnt.
Teil II - Regelwidrigkeiten
beim Verfahren
Artikel 23: Schddigendes erzwungenes
Pass
R|ckverweisungen auf diese Regel erfolgen
von vielen anderen Regeln, die Strafen f|r Regelverletzungen wdhrend der
Reizphase vorsehen.
Zwingt die in irgendeiner Regel f|r eine Regelwidrigkeit
vorgesehene Strafe den Partner des schuldigen Spielers beim ndchsten Mal zu
passen, und ist der Turnierleiter der Auffassung, dass der schuldige Spieler
zum Zeitpunkt seiner Regelwidrigkeit gewusst haben kvnnte, dass das
erzwungene Pass wahrscheinlich die nicht-schuldige Seite schddigen w|rde,
soll er Reizung und Spiel fortsetzen lassen und die Zuerkennung eines
berichtigten Scores erwdgen (vgl. hierzu Artikel 72 B 1).
Abschnitt I - Wdhrend der
Reizung sichtbar gewordene Karte
Artikel 24: Wdhrend der Reizung
sichtbar gewordene oder ausgespielte Karte
Stellt der Turnierleiter wdhrend der
Reizung fest, dass infolge einer Aktion eines Spielers dessen Partner die
Bildseite einer oder mehrerer Karten aus der Hand dieses Spielers hat sehen
kvnnen, soll der Turnierleiter anordnen, dass jede solche Karte bis zum Ende
der Reizung mit der Bildseite nach oben auf dem Tisch liegen bleibt, und
(Strafe) wenn der schuldige Spieler anschliessend zum Gegenspieler wird, darf
der Alleinspieler jede solche Karte als Strafkarte (vgl. hierzu Artikel 50) behandeln. Zusdtzlich gilt folgendes:
A. Kleine, nicht vorzeitig ausgespielte
Karte
Handelt es sich um eine einzelne Karte
unter dem Rang einer Figur, die auch nicht vorzeitig ausgespielt wurde,
folgt keine weitere Strafe.
B. Einzelne Figur oder vorzeitig
ausgespielte Karte
Handelt es sich um eine einzelne Karte im Range einer
Figur oder um eine beliebige, vorzeitig ausgespielte Karte, muss (Strafe)
der Partner des schuldigen Spielers passen, wenn er das ndchste Mal an der
Reihe ist anzusagen (vgl. Artikel 23, wenn das Pass die
nicht-schuldige Seite schddigt).
C. Zwei oder mehr Karten sind sichtbar
Sind zwei oder mehr Karten in dieser Weise sichtbar, muss
(Strafe) der Partner des schuldigen Spielers passen, wenn er das ndchste Mal
an der Reihe ist anzusagen (vgl. Artikel 23,
wenn das Pass die nichtschuldige Seite schddigt).
Abschnitt II - Dnderung von
Ansagen
Artikel 25: G|ltige und ung|ltige
Dnderungen von Ansagen
A. Unverz|gliche Korrektur eines Versehens
Bis sein Partner eine Ansage macht, darf
ein Spieler seine versehentlich gemachte Ansage durch die von ihm
beabsichtigte Ansage ersetzen, jedoch nur dann, wenn er dies ohne
Gedankenpause tut oder zu tun versucht. Wenn g|ltig, bleibt seine letzte
Ansage ohne Strafe bestehen; wenn ung|ltig, unterliegt sie der anzuwendenden
Regel.
B. Verzvgerte oder absichtliche Korrektur
Bis der linke Gegner ansagt, darf eine
Ansage ersetzt werden, wenn Absatz A nicht zur Anwendung kommt:
-
Ersatzansage wird angenommen
Der linke Gegner des schuldigen Spielers darf die Ersatzansage nach seinem
Gutd|nken annehmen (als g|ltig behandeln)*, dann bleibt die Ersatzansage
bestehen und die Reizung geht ohne Strafe weiter. Hat der linke Gegner des
schuldigen Spielers eine Ansage gemacht, bevor auf die Regelwidrigkeit
aufmerksam gemacht worden ist, und stellt der Turnierleiter fest, dass der
linke Gegner seine Ansage |ber die urspr|ngliche Ansage des schuldigen
Spielers in der betreffenden Bietrunde hat machen wollen, bleibt die
zweite Ansage des schuldigen Spielers straflos bestehen, und der linke
Gegner darf seine Ansage straflos zur|cknehmen (siehe aber Artikel 16 C 2).
-
Ersatzansage wird nicht angenommen
Wird die Ersatzansage nicht angenommen, wird sie aufgehoben. Weiter gilt:
-
Erste Ansage ung|ltig
War die erste Ansage ung|ltig,
unterliegt der schuldige Spieler der anzuwendenden Regel (und die
Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen bez|glich der zweiten
Ansage zur Anwendung kommen).
- Erste Ansage g|ltig
War die erste Ansage g|ltig, muss der
schuldige Spieler entweder
aa. die erste Ansage
bestehen lassen
die erste Ansage bestehen lassen, in welchem Falle (Strafe) sein
Partner passen muss, wenn er das ndchste Mal an der Reihe ist
anzusagen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die
nicht-schuldige Seite schddigt), oder
bb. die erste Ansage
durch eine andere Ansage ersetzen
jede beliebige andere g|ltige Ansage machen, in welchem Falle
(Strafe) die Reizung normal fortgef|hrt wird (aber der Partner des
schuldigen Spielers darf Ansagen nicht auf Informationen st|tzen,
die er durch zur|ckgenommene Ansagen erhalten hat); die schuldige
Seite** darf keinen besseren Score als Minusdurchschnitt erhalten
(siehe Artikel 12 C 1).
-
Ausspielstrafen
In beiden vorstehend genannten Fdllen des Buchstaben b unterliegt der
Partner des schuldigen Spielers einer Ausspielstrafe (siehe Artikel 26), falls er zum Gegenspieler wird.
*
Wenn das urspr|ngliche Gebot ungen|gend war, ist Artikel 27
anzuwenden.
**Die nicht-schuldige Seite
bekommt den am Tisch erzielten Score zuerkannt.
Artikel 26: Ausspielstrafen nach
zur|ckgenommener Ansage
Wird ein schuldiger Spieler zum
Gegenspieler, nachdem eine seiner Ansagen zur|ckgenommen worden ist und er
eine abweichende* endg|ltige Ansage f|r die betreffende Bietrunde gewdhlt
hat, dann gilt:
A. Ansage auf eine bestimmte Farbe bezogen
War die zur|ckgenommene Ansage auf eine
bestimmte Farbe oder Farben bezogen und
-
Farbe spezifiziert
wurde die Farbe von demselben Spieler spezifiziert, gibt es
keine Ausspielstrafe, siehe aber Artikel 16 C.
-
Farbe nicht spezifiziert
wurde die Farbe nicht von demselben Spieler in der g|ltigen Reizung
spezifiziert, dann (Strafe) darf der Alleinspieler entweder vom Partner
des schuldigen Spielers das Ausspiel der genannten Farbe (oder einer
bestimmten spezifizierten Farbe) verlangen, wenn dieser das erste Mal
auszuspielen hat, einschliesslich des ersten Ausspiels; oder dem Partner
des schuldigen Spielers verbieten, die genannte Farbe (oder eine bestimmte
spezifizierte Farbe) auszuspielen, wenn dieser das erste Mal auszuspielen
hat, einschlie_lich des ersten Ausspiels. Dieses Verbot gilt, solange der
Partner des schuldigen Spielers bei Stich bleibt.
B. Andere zur|ckgenommene Ansagen
Bei anderen zur|ckgenommenen Ansagen darf
(Strafe) der Alleinspieler dem Partner des schuldigen Spielers verbieten,
irgendeine Farbe** auszuspielen, wenn dieser das erste Mal auszuspielen hat,
einschliesslich des ersten Ausspiels. Dieses Verbot gilt, solange der Partner
des schuldigen Spielers bei Stich bleibt.
* Eine wiederholte Ansage mit einer sehr abweichenden
Bedeutung gilt als abweichende Ansage.
** Der Alleinspieler benennt eine Farbe, wenn der Partner
des schuldigen Spielers zum ersten Mal am Ausspiel ist.
Abschnitt III -
Ungen|gendes Gebot
Artikel 27: Sonstige Turniere
A. Ungen|gendes Gebot angenommen
Jedes ungen|gende Gebot darf vom linken
Gegner des schuldigen Spielers nach seinem Gutd|nken angenommen (als g|ltig
behandelt) werden. Es ist angenommen, wenn dieser Spieler ansagt.
B. Ungen|gendes Gebot nicht angenommen
Wird ein ungen|gendes Gebot, das in der
richtigen Reihenfolge abgegeben wurde, nicht angenommen, muss es entweder
durch ein gen|gendes Gebot oder ein Pass ersetzt werden.
-
Nat|rliches Gebot ersetzt durch
niedrigstes gen|gendes Gebot in derselben Denomination
-
Keine Strafe
Waren sowohl das ungen|gende Gebot als auch das Ersatzgebot zweifellos
nicht konventionell, und wird das Gebot durch das niedrigste gen|gende
Gebot in derselben Denomination ersetzt, geht die Reizung so weiter, als
habe die Regelwidrigkeit nicht stattgefunden (Artikel 16 C 2 findet auf diesen Fall keine Anwendung, aber siehe folgend
b)).
-
Zuerkennen eines berichtigten
Scores
Wenn nach Meinung des Turnierleiters das ungen|gende Gebot eine
derartige Information |bermittelt hat, dass die nicht-schuldige Seite
geschddigt wird, soll er einen berichtigten Score zuweisen.
-
Entweder Gebot konventionell oder
ersetzt durch irgendein anderes gen|gendes Gebot oder Pass
Kvnnte entweder das ungen|gende Gebot oder das niedrigste gen|gende Gebot
in derselben Denomination konventionell gewesen sein, oder wird das Gebot
durch irgendein anderes gen|gendes Gebot oder durch ein Pass ersetzt, muss
(Strafe) der Partner des schuldigen Spielers jedes Mal passen, wenn er an
der Reihe ist anzusagen (Artikel 10 C 1 findet Anwendung und siehe Artikel
23, wenn das
Pass die nicht-schuldige Seite schddigt; und die Ausspielstrafen des
Artikels 26 kvnnen Anwendung finden).
-
Versuch der Korrektur durch Kontra
oder Rekontra
Wenn der schuldige Spieler versucht, sein ungen|gendes Gebot durch ein
Kontra oder Rekontra zu ersetzen, wird diese versuchte Ansage aufgehoben
und (Strafe) sein Partner muss jedesmal passen, wenn er an der Reihe ist
anzusagen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige
Seite schddigt; und die Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen
Anwendung finden).
C. Ungen|gendes Gebot au_er Reihenfolge
Gibt ein Spieler ein ungen|gendes Gebot
ausser Reihenfolge ab, kommt Artikel 31 zur Anwendung.
Abschnitt IV - Ansage au_er
Reihenfolge
Artikel 28: Ansagen, die als in
Reihenfolge gemacht gelten
A. Rechter Gegner musste passen
Eine Ansage gilt als in Reihenfolge, wenn
sie von einem Spieler gemacht wird, wdhrend dessen rechter Gegner an der
Reihe ist anzusagen, sofern dieser Gegner aufgrund der Regeln verpflichtet
ist zu passen.
B. Ansage des an der Reihe befindlichen
Spielers hebt Ansage ausser Reihenfolge auf
Eine Ansage gilt als in Reihenfolge, wenn
sie von einem Spieler gemacht wird, der an der Reihe war anzusagen, bevor
die Strafe f|r eine von einem Gegner ausser Reihenfolge gemachte Ansage
verhdngt worden ist; eine solche Ansage verwirkt die Strafe f|r die ausser
Reihenfolge gemachte Ansage, und die Reizung wird fortgesetzt, als ob dieser
Gegner in dieser Bietrunde keine Ansage gemacht hdtte, aber Artikel 16 C 2 findet Anwendung.
Artikel 29: Verfahren nach einer Ansage
au_er Reihenfolge
A. Verwirkung des Rechts auf Bestrafung
Nach einer ausser Reihenfolge gemachten
Ansage darf der linke Gegner des schuldigen Spielers sich daf|r entscheiden
anzusagen, wodurch er das Recht auf Bestrafung verwirkt.
B. Ansage ausser Reihenfolge aufgehoben
Andernfalls wird eine Ansage ausser
Reihenfolge aufgehoben (siehe jedoch vorstehend A), und die Reizung geht an
den Spieler zur|ck, der an der Reihe war anzusagen. Der schuldige Spieler
darf jede g|ltige Ansage innerhalb der richtigen Reihenfolge machen, aber
seine Seite kvnnte den Strafen nach den Artikeln 30, 31 oder 32 unterliegen.
C. Ansage ausser Reihenfolge ist
konventionell
Wenn eine Ansage ausser Reihenfolge
konventionell ist, sollen die Bestimmungen der Artikel 30, 31 und 32 auf die implizierten
Denominationen anstatt auf die genannten Denominationen Anwendung finden.
Artikel 30: Pass ausser Reihenfolge
Hat ein Spieler ausser Reihenfolge gepasst
(und wird diese Ansage aufgehoben, weil die Option, die Ansage anzunehmen,
nicht wahrgenommen worden ist - siehe Artikel 29), gilt
folgendes:
A. Bevor irgendein Spieler geboten hat
Hat ein Spieler ausser Reihenfolge gepasst,
bevor irgendein Spieler geboten hat, muss (Strafe) der schuldige Spieler
passen, wenn er das ndchste Mal an der Reihe ist anzusagen und Artikel 72 B
1 kvnnte zur Anwendung kommen.
B. Nachdem irgendein Spieler geboten hat
-
Wdhrend sein rechter Gegner an der
Reihe ist anzusagen
Passt ein Spieler ausser Reihenfolge, nachdem irgendein Spieler geboten
hat, und wdhrend sein rechter Gegner an der Reihe ist anzusagen, muss
(Strafe) der schuldige Spieler passen, wenn er das ndchste Mal an der
Reihe ist anzusagen (bezieht sich das Pass ausser Reihenfolge konventionell
auf eine bestimmte Farbe oder Farben und |bermittelt dadurch eine
Information, kvnnen die Ausspielstrafen des Artikels 26 zur
Anwendung kommen).
-
Wdhrend sein Partner an der Reihe ist
anzusagen
-
Vom schuldigen Spieler gefordertes
Verhalten
Passt ein Spieler ausser Reihenfolge, nachdem irgendein Spieler geboten
hat und wdhrend sein Partner an der Reihe ist anzusagen, muss (Strafe)
der schuldige Spieler wdhrend der gesamten Reizung passen; und Artikel
72 B 1 kvnnte zur Anwendung kommen.
-
Optionen f|r den Partner des
schuldigen Spielers
Der Partner des schuldigen Spielers darf jedes beliebige gen|gende Gebot
abgeben oder passen, aber er darf in dieser Bietrunde weder kontrieren
noch rekontrieren, und Artikel 72 B 1 kvnnte zur Anwendung kommen.
-
Wdhrend sein linker Gegner an der
Reihe ist anzusagen
Passt ein Spieler ausser Reihenfolge, nachdem irgendein Spieler geboten
hat, und wdhrend sein linker Gegner an der Reihe ist anzusagen, wird dies
als Dnderung einer Ansage behandelt, und ARtikel 25 kommt zur
Anwendung.
C. Wenn das Pass eine Konvention ist
Wenn das Pass ausser Reihenfolge eine
Konvention ist, kommt Artikel 31 und nicht diese Regel zur
Anwendung. Ein Pass ist eine Konvention, wenn es aufgrund einer besonderen
Vereinbarung mehr als eine bestimmte Punktstdrke verspricht, oder wenn es
k|nstlich Werte in einer anderen als der letztgenannten Farbe verspricht
oder verneint.
Artikel 31: Gebot ausser Reihenfolge
Hat ein Spieler ausser Reihenfolge geboten
(und wird diese Ansage aufgehoben, weil die Option, die Ansage anzunehmen,
nicht wahrgenommen worden ist - siehe Artikel 29), gilt
folgendes:
A. Rechter Gegner ist an der Reihe
Hat der schuldige Spieler geboten (oder
auf seines Partners Ansage konventionell gepasst, in welchem Fall Absatz A
2. b) zur Anwendung kommt), wdhrend sein rechter Gegner an der Reihe war
anzusagen, dann gilt:
-
Rechter Gegner passt
Wenn dieser Gegner passt, muss der schuldige Spieler die Ansage ausser
Reihenfolge wiederholen, und wenn diese g|ltig ist, gibt es keine Strafe.
-
Rechter Gegner agiert
Wenn dieser Gegner ein g|ltiges* Gebot abgibt, kontriert oder rekontriert,
darf der schuldige Spieler jede g|ltige Ansage machen; wenn diese Ansage
-
die Denomination wiederholt
die Denomination seines Gebotes ausser Reihenfolge wiederholt, muss
(Strafe) der Partner des schuldigen Spielers passen, wenn er das ndchste
Mal an der Reihe ist anzusagen (siehe Artikel 23).
-
nicht die Denomination wiederholt
nicht die Denomination seines Gebotes au_er Reihenfolge wiederholt,
kvnnen die Ausspielstrafen des Artikels 26 zur Anwendung
kommen, und (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers muss wdhrend
der gesamten Reizung passen (siehe Artikel 23).
B. Partner oder linker Gegner ist an der
Reihe
Hat der schuldige
Spieler geboten, wdhrend sein Partner an der Reihe war anzusagen, oder
wdhrend sein linker Gegner an der Reihe war anzusagen und der schuldige
Spieler vorher noch keine Ansage gemacht hat**, muss (Strafe) der Partner
des schuldigen Spielers wdhrend der gesamten Reizung passen (siehe Artikel
23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt),
und die Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen zur Anwendung
kommen.
*
Eine ung|ltige Ansage des
rechten Gegners wird wie |blich bestraft.
** Spdtere Gebote, wenn der
linke Gegner an der Reihe ist anzusagen, werden als Dnderung von Ansagen
behandelt und Artikel 25 findet Anwendung.
Artikel 32: Kontra oder Rekontra
ausser ReihenfolgeEin Kontra oder Rekontra ausser Reihenfolge
darf nach Gutd|nken des Gegners, der als ndchster an der Reihe ist
anzusagen, angenommen werden (siehe Artikel 29), mit der
Ausnahme, dass ein unzuldssiges Kontra oder Rekontra niemals angenommen
werden darf (siehe Artikel 35 A, wenn der ndchste Gegner dennoch
ansagt). Wird die ung|ltige Ansage nicht angenommen, wird sie aufgehoben,
und die Ausspielstrafen des Artikels 26 B kvnnen zur Anwendung
kommen. Weiter gilt:
A. Wdhrend der Partner des schuldigen
Spielers an der Reihe war anzusagen
Ist ausser Reihenfolge kontriert oder
rekontriert worden, wdhrend der Partner des schuldigen Spielers an der Reihe
war anzusagen, muss (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers wdhrend der
gesamten Reizung passen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die
nicht-schuldige Seite schddigt).
B. Wdhrend der rechte Gegner des
schuldigen Spielers an der Reihe war anzusagen
Ist ausser Reihenfolge kontriert oder
rekontriert worden, wdhrend der rechte Gegner des schuldigen Spielers an der
Reihe war anzusagen, gilt:
-
Rechter Gegner passt
Passt der rechte Gegner des schuldigen Spielers, muss der schuldige
Spieler sein Kontra oder Rekontra wiederholen, und es gibt keine Strafe,
es sei denn, das Kontra oder Rekontra ist unzuldssig, dann findet Artikel
36 Anwendung.
-
Rechter Gegner bietet
Bietet der rechte Gegner des schuldigen Spielers, darf der
schuldige Spieler in Reihenfolge jede beliebige g|ltige Ansage machen, und
(Strafe) der Partner des schuldigen Spielers muss wdhrend der gesamten
Reizung passen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die
nicht-schuldige Seite schddigt).
Artikel 33: Gleichzeitige Ansagen
Eine Ansage, die gleichzeitig mit der des
Spielers, der an der Reihe war anzusagen gemacht wird, gilt als nachfolgende
Ansage.
Artikel 34: Bewahrung des Rechts,
anzusagen
Sind auf eine Ansage drei Pass gefolgt,
endet die Reizung nicht, wenn eines dieser Pass ausser Reihenfolge war und
dadurch einem Spieler das Recht genommen hat, in dieser Bietrunde anzusagen.
Die Reizung geht an den Spieler zur|ck, der |bergangen worden ist. Alle
nachfolgenden Pass werden aufgehoben, und die Reizung geht weiter, als ob
keine Regelwidrigkeit stattgefunden hdtte.
Artikel 35: Unzuldssige Ansage
angenommen
Macht der linke Gegner des schuldigen
Spielers nach einer der unten angef|hrten unzuldssigen Ansagen eine Ansage,
bevor eine Strafe verhdngt worden ist, bleibt die unzuldssige Ansage
straflos (die Ausspielstrafen des Artikels 26 kommen nicht zur
Anwendung), und:
A. Kontra oder Rekontra
War die unzuldssige Ansage ein gemdss Artikel 19 nicht erlaubtes Kontra oder Rekontra, werden diese
Ansage und alle folgenden Ansagen aufgehoben. Die Reizung geht an den
Spieler zur|ck, der an der Reihe ist anzusagen, und geht weiter, als ob
keine Regelwidrigkeit stattgefunden hdtte.
B. Aktion eines zum Passen verpflichteten
Spielers
War die unzuldssige Ansage ein Gebot,
Kontra oder Rekontra eines Spielers, der aufgrund einer Regel zum Passen
verpflichtet war, bleiben diese Ansage und alle folgenden g|ltigen Ansagen
bestehen. Jedoch muss der schuldige Spieler, falls er f|r den Rest der
Reizung passen musste, immer noch in den folgenden Bietrunden passen.
C. Gebot von mehr als Sieben
War die unzuldssige Ansage ein Gebot von
mehr als Sieben, werden diese Ansage und alle folgenden Ansagen aufgehoben;
der schuldige Spieler muss passen und die Reizung geht weiter, als ob keine
Regelwidrigkeit stattgefunden hdtte.
D. Ansage nach dem die Reizung
abschliessenden Pass
War die unzuldssige Ansage eine Ansage
nach dem die Reizung abschliessenden Pass, werden diese Ansage und alle
folgenden Ansagen ohne Strafe aufgehoben.
Abschnitt V - Unzuldssige
Ansagen
Artikel
36: Unzuldssiges Kontra und Rekontra
Jedes Kontra oder
Rekontra, das nicht gemdss Artikel 19 erlaubt ist, wird
aufgehoben. Der schuldige Spieler muss es durch eine g|ltige Ansage
ersetzen, und (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers muss wdhrend der
gesamten Reizung passen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die
nicht-schuldige Seite schddigt); die Ausspielstrafen des Artikels 26
kvnnen zur Anwendung kommen. (War das unzuldssige Kontra oder Rekontra ausser
Reihenfolge, siehe Artikel 32; wenn der linke Gegner des
schuldigen Spielers ansagt, siehe Artikel 35 A).
Artikel 37: Verletzung der Passpflicht
Ein Gebot, Kontra oder
Rekontra eines Spielers, der aufgrund einer Regel verpflichtet ist, zu
passen, wird aufgehoben, und (Strafe) beide Mitglieder der schuldigen Seite
m|ssen wdhrend der gesamten Reizung passen (vergleiche aber auch Artikel 23,
wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt). Die Ausspielstrafen des
Artikels 26 kvnnen zur Anwendung kommen. (Wenn der linke Gegner
des schuldigen Spielers ansagt, siehe Artikel 35 B.)
Artikel 38: Gebot von mehr als Sieben
Kein Spiel oder Score in
einem Kontrakt von mehr als Sieben ist jemals zuldssig. Ein Gebot von mehr
als Sieben wird aufgehoben, und (Strafe) jedes Mitglied der schuldigen Seite
muss wdhrend der restlichen Reizung passen (siehe Artikel 23,
wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt). Die Ausspielstrafen des
Artikels 26 kvnnen zur Anwendung kommen. (Wenn der linke Gegner
des schuldigen Spielers ansagt, siehe Artikel 35 C.)
Artikel 39: Ansage nach dem
abschliessenden Pass
Eine Ansage, die nach dem die Reizung
abschliessenden Pass gemacht wurde, wird aufgehoben, und:
A. Pass, oder Ansage der Seite des
Alleinspielers
Handelt es sich um ein Pass eines
Gegenspielers oder um jede beliebige Ansage des k|nftigen Alleinspielers
oder Dummy, gibt es keine Strafe.
B. Andere Aktion eines Gegenspielers
Handelt es sich um ein Gebot, Kontra oder
Rekontra eines Gegenspielers, kvnnen die Ausspielstrafen des Artikels 26 zur
Anwendung kommen. (Wenn der linke Gegner des schuldigen Spielers ansagt,
vergleiche Artikel 35 D.)
Artikel 40: Partnerschafts|bereink|nfte
A. Recht, eine Ansage oder Spielweise zu
wdhlen
Ein Spieler darf ohne vorherige
Ank|ndigung jede beliebige Ansage oder Spielweise wdhlen (einschliesslich
einer absichtlich irref|hrenden Ansage - wie z.B. eines Bluffgebots - oder eine
Ansage oder Spielweise, die vom |blichen oder vorher bekannt gegebenen
Gebrauch einer Konvention abweicht), aber nur unter der Voraussetzung, dass
eine solche Ansage oder Spielweise nicht auf einer
Partnerschafts|bereinkunft beruht.
B. Verborgene Partnerschafts|bereink|nfte
verboten
Kein Spieler darf eine auf einer
besonderen Partnerschafts|bereinkunft beruhende Ansage oder Spielweise
wdhlen, ausser wenn von einem gegnerischen Paar vern|nftigerweise erwartet
werden kann, ihre Bedeutung zu verstehen, oder wenn seine Seite den Gebrauch
einer solchen Ansage oder Spielweise gemdss den Bestimmungen des
veranstaltenden Verbandes offen legt.
C. Wahlmvglichkeit des Turnierleiters
Kommt der Turnierleiter zu dem Ergebnis,
dass eine Seite dadurch geschddigt worden ist, dass die Gegenseite nicht die
volle Bedeutung einer Ansage oder Spielweise erkldrt hat, darf er einen
berichtigten Score zuerkennen.
D. Regelung von Konventionen
Der veranstaltende Verband darf die
Anwendung von Reiz- oder Spielkonventionen regeln. Zonale Organisationen
d|rfen zusdtzlich Partnerschafts|bereink|nfte (sogar, wenn diese nicht
konventionell sind) regeln, die es einer Partnerschaft erlauben, ihre
Erstaktionen auf der Einerstufe mit einer Hand zu machen, die um wenigstens
einen Kvnig schwdcher als eine Durchschnittshand sind. Die zonalen
Organisationen d|rfen diese Zustdndigkeit delegieren.
E. Konventionskarte
-
Anordnungsbefugnis
Der veranstaltende Verband darf eine Konventionskarte vorschreiben, auf
der die Partner ihre Konventionen und andere Vereinbarungen aufzuf|hren
haben und er darf Vorschriften hinsichtlich ihres Gebrauchs erlassen,
einschliesslich einer Auflage, dass beide Mitglieder einer Partnerschaft
dasselbe System spielen m|ssen (solch eine Bestimmung darf keinesfalls
Stil und Beurteilungsspielraum einschrdnken, sondern nur die Methode).
-
Einsichtnahme in die gegnerische
Konventionskarte
Wdhrend der Reizung und des Spiels darf jeder Spieler, mit Ausnahme des
Tisches/Dummy, Einblick in die gegnerische Konventionskarte nehmen, wenn er an der
Reihe ist, anzusagen oder zu spielen, aber nicht in die eigene.*
*
Kein Spieler ist wdhrend
der Reizung oder des Spiels berechtigt, irgendwelche Hilfsmittel zur
Unterst|tzung seines Geddchtnisses, seiner Berechnungen oder seiner Technik
in Anspruch zu nehmen. Jedoch d|rfen veranstaltende Verbdnde ungewvhnliche
Methoden bezeichnen und die Einsichtnahme am Tisch in schriftlich
ausgearbeitete Verteidigungssysteme gegen vom Gegner angewendete
ungewvhnliche Methoden gestatten.

KAPITEL VI
Das Spiel
Teil I - Das Verfahren
Abschnitt I - Das korrekte Verfahren
Artikel
41: Beginn des Spiels
A. Verdecktes erstes Ausspiel
Nachdem auf ein Gebot, Kontra oder Rekontra drei Pass in
Reihenfolge gefolgt sind, spielt der Gegenspieler links vom vermeintlichen
Alleinspieler verdeckt aus*. Das verdeckte Ausspiel darf nur auf Anweisung des
Turnierleiters nach einer Regelwidrigkeit zur|ckgenommen werden (siehe Artikel
47 F 2); die zur|ckgenommene Karte muss der Hand des Gegenspielers wieder
zugef|hrt werden.
B. Wiederholung der Reizung und Fragen
Bevor das erste Ausspiel aufgedeckt wird, d|rfen sowohl der
Partner des Ausspielers als auch der vermeintliche Alleinspieler eine
Wiederholung der Reizung oder eine Erkldrung einer gegnerischen Ansage verlangen
(siehe Artikel 20). Der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler darf, wenn er das
erste Mal an der Reihe ist zu spielen, eine Wiederholung der Reizung verlangen;
dieses Recht erlischt, sobald er eine Karte spielt. Die Gegenspieler
(vorbehaltlich Artikel 16) und der Alleinspieler behalten das Recht, Erkldrungen
zu verlangen wdhrend der gesamten Spielphase, jeweils wenn er an der Reihe ist
zu spielen.
C. Aufdecken des ersten Ausspiels
Nach dieser Frageperiode wird das erste Ausspiel aufgedeckt,
die Spielphase beginnt und der Tisch wird aufgelegt. Ist es f|r eine
Wiederholung vorangegangener Ansagen zu spdt (siehe vorstehend B), sind der
Alleinspieler oder jeder Gegenspieler, jeweils wenn er an der Reihe ist zu
spielen, berechtigt zu erfahren, wie der Kontrakt lautet, und ob - jedoch nicht
von wem - dieser kontriert oder rekontriert worden ist.
D. Dummy's Hand
Nachdem das erste Ausspiel aufgedeckt wurde, breitet der
Dummy seine Hand vor sich auf dem Tisch aus, und zwar mit der Bildseite nach
oben, nach Farben geordnet, die Karten in Rangfolge, in der Ldnge nach zum
Alleinspieler hin ausgerichteten Spalten, mit der Trumpffarbe vom Dummy aus
gesehen rechts. Der Alleinspieler spielt sowohl seine eigenen Karten als auch
die des Tisches.
*Veranstaltende
Verbdnde d|rfen bestimmen, dass das Ausspiel offen zu machen ist.
Artikel
42: Die Rechte des Dummy
A. Unbedingte Rechte
-
Auskunft geben
Der Dummy hat das Recht, in Gegenwart des Turnierleiters Auskunft |ber
Tatsachen oder bez|glich der Regeln zu geben.
-
Stiche mitzdhlen
Er darf die gewonnenen und verlorenen Stiche mitzdhlen.
-
Im Auftrag des Alleinspielers spielen
Er spielt die Karten des Tisches als Beauftragter des Alleinspielers nach
dessen Anordnungen (siehe Artikel 45 F, wenn der Dummy eine Spielweise
vorschldgt).
B. Bedingte Rechte
Der Dummy darf andere
Rechte vorbehaltlich der in Artikel 43 aufgef|hrten Einschrdnkungen aus|ben.
-
Fragen nach Revoke
Der Dummy darf den Alleinspieler (jedoch nicht einen Gegenspieler) fragen, ob
er eine Karte der ausgespielten Farbe besitzt, wenn dieser bei einem Stich
nicht Farbe bekannt hat.
-
Versuchen, eine Regelwidrigkeit zu verhindern
Er darf versuchen, jede Regelwidrigkeit seitens des Alleinspielers zu
verhindern.
-
Auf eine Regelwidrigkeit hinweisen
Er darf auf jede Regelwidrigkeit aufmerksam machen, jedoch erst nach
Beendigung des Spiels.
Artikel
43: Eingeschrdnkte Rechte des Dummy
Ausgenommen diejenigen, welche in Artikel 42 aufgef|hrt sind:
A. Einschrdnkungen, denen der Dummy unterliegt
-
Generelle Einschrdnkungen
-
Rufen des Turnierleiters
Sofern nicht durch einen anderen Spieler auf eine Regelwidrigkeit
aufmerksam gemacht worden ist, sollte der Dummy wdhrend des Spiels kein
Rufen des Turnierleiters initiieren.
-
Auf eine Regelwidrigkeit hinweisen
Wdhrend des Spiels darf der Dummy nicht auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam
machen.
-
Am Spiel teilnehmen oder Kommentare zum Spiel abgeben
Der Dummy darf keinesfalls am Spiel teilnehmen, noch darf er dem
Alleinspieler irgend etwas |bermitteln, das mit dem Spiel zusammenhdngt.
-
Einschrdnkungen mit bestimmten Straffolgen
-
Hdnde austauschen
Der Dummy darf nicht mit dem Alleinspieler die Hdnde austauschen.
-
Seinen Platz verlassen, um dem Alleinspieler
zuzuschauen
Der Dummy darf nicht seinen Platz verlassen, um dem Alleinspieler beim
Abspiel zuzusehen.
-
Die Hand eines Gegenspielers ansehen
Der Dummy darf nicht von sich aus die Bildseite einer Karte in der Hand
eines der beiden Gegenspieler ansehen.
B. Strafen f|r Regelverletzungen
-
Generelle Strafen
Der Dummy unterliegt den Strafbestimmungen des Artikels 90 f|r jede
Nichteinhaltung der vorstehend in A 1 oder A 2 aufgef|hrten Einschrdnkungen.
-
Spezifische Strafen
Hdlt der Dummy die vorstehend in A 2 aufgef|hrten Einschrdnkungen nicht ein,
und:
-
Warnt den Alleinspieler vor falschem Ausspiel
Warnt er den Alleinspieler, nicht von der falschen Hand auszuspielen, darf
(Strafe) jeder Gegenspieler die Hand bestimmen, von der der Alleinspieler
ausspielen soll.
-
Befragt den Alleinspieler bez|glich mvglicher
Regelwidrigkeit
Ist er der erste, der den Alleinspieler fragt, ob dieser ein Revoke begangen
hat, muss der Alleinspieler eine den Regeln entsprechende Karte spielen,
wenn sein Spiel regelwidrig war, und die Strafbestimmungen des Artikels 64
kommen so zur Anwendung, als ob das Revoke vollendet worden wdre.
-
Dummy weist als erster auf eine Regelwidrigkeit eines
Gegenspielers hin
Macht der Dummy nach Nichteinhaltung seiner sich aus vorstehend A 2 ergebenden
Beschrdnkungen als erster auf eine Regelwidrigkeit eines Gegenspielers
aufmerksam, soll keine Strafe verhdngt werden. Wenn die Gegenspieler
unmittelbar von ihrer Regelwidrigkeit profitieren, soll der Turnierleiter
beiden Seiten zwecks Wiederherstellung der Billigkeit einen berichtigten Score
zuerkennen.
Artikel 44: Reihenfolge und Verfahren
beim Spiel
A. Ausspiel zu einem Stich
Der Spieler, der zu einem Stich ausspielt, darf jede beliebige Karte aus
seiner Hand spielen (es sei denn, er ist infolge einer von seiner Seite
begangenen Regelwidrigkeit einer Einschrdnkung unterworfen).
B. Folgende Zugaben zu einem Stich
Nach dem Ausspiel gibt jeder andere Spieler der Reihe nach eine Karte zu, und
die vier so gespielten Karten ergeben einen Stich. (Bez|glich der Art und Weise,
in der Karten gespielt und Stiche abgelegt werden, siehe Artikel 65.)
C. Pflicht, Farbe zu bekennen
Beim Spielen zu einem Stich muss jeder Spieler, wenn mvglich,
Farbe bekennen. Diese Verpflichtung hat gegen|ber allen anderen Regeln Vorrang.
D. Unmvglichkeit, Farbe zu bekennen
Kann ein Spieler nicht Farbe bekennen, darf er jede beliebige Karte spielen
(es sei denn, er ist infolge einer von seiner Seite begangenen Regelwidrigkeit
einer Einschrdnkung unterworfen).
E. Stiche, die Trumpfkarten enthalten
Ein Stich, der einen Trumpf enthdlt, wird von dem Spieler gewonnen, der zu
ihm den hvchsten Trumpf zugegeben hat.
F. Stiche, die keine Trumpfkarten enthalten
Ein Stich, der keine Trumpfkarten enthdlt, wird von dem Spieler gewonnen, der
zu ihm die hvchste Karte der ausgespielten Farbe zugegeben hat.
G. Ausspiel zu den dem ersten Stich nachfolgenden Stichen
Der Spieler, der den Stich gewonnen hat, spielt zum ndchsten Stich aus.
Artikel 45: Gespielte Karte
A. Spiel einer Karte aus einer Hand
Jeder Spieler mit Ausnahme des Dummy spielt eine Karte, indem
er sie aus seiner Hand nimmt und offen* unmittelbar vor sich auf den Tisch legt.
B. Spiel einer Karte vom Tisch
Der Alleinspieler spielt eine Karte vom Tisch, indem er sie
benennt, woraufhin der Dummy die Karte aufnimmt und sie vor sich auf den Tisch
legt. Beim Spielen vom Tisch darf der Alleinspieler, wenn erforderlich, die
gew|nschte Karte selbst aufnehmen.
C. Zwangsweises Spielen einer Karte
-
Karte eines Gegenspielers
Eine Karte eines Gegenspielers, die so gehalten wird, dass es seinem Partner
mvglich ist, deren Bildseite zu sehen, muss zum laufenden Stich gespielt
werden (wenn der Gegenspieler bereits eine g|ltige Karte zum laufenden Stich
zugegeben hat, siehe Artikel 45 E).
-
Karte des Alleinspielers
Der Alleinspieler muss eine mit der Bildseite nach oben gehaltene Karte aus
seiner Hand spielen, die den Tisch ber|hrt oder fast ber|hrt, oder die in
einer Art und Weise gehalten wird, die anzeigen soll, dass sie gespielt worden
ist.
-
Karte des Tisches
Eine Karte des Tisches muss gespielt werden, wenn der Alleinspieler sie
absichtlich ber|hrt hat, au_er er wollte die Karten des Tisches ordnen oder
eine Karte |ber oder unter der oder den ber|hrten Karten spielen.
-
Genannte oder bezeichnete Karte
-
Spiel einer genannten Karte
Eine Karte muss gespielt werden, wenn ein Spieler sie als diejenige Karte
nennt oder auf andere Weise bezeichnet, die er zu spielen beabsichtigt.
-
Berichtigung einer unbeabsichtigten Bezeichnung
Ein Spieler darf ohne Straffolge eine unbeabsichtigte Bezeichnung dndern,
wenn er dies ohne Gedankenpause tut; hat jedoch ein Gegner, als er an der
Reihe war, eine Karte gespielt, die vor der Dnderung der Bezeichnung g|ltig
war, darf dieser Gegner die so gespielte Karte straflos zur|cknehmen und an
ihrer Stelle eine andere spielen (siehe Artikel 47 E).
-
Strafkarte
Eine Artikel 50 unterworfene Haupt- oder Nebenstrafkarte muss mvglicherweise
gespielt werden.
D. Der Dummy spielt falsche Karte
Bringt der Dummy eine Karte, die der Alleinspieler nicht
genannt hat, in die Position einer gespielten Karte, muss sie zur|ckgenommen
werden, wenn darauf hingewiesen wird, bevor jede Seite zum ndchsten Stich
gespielt hat, und ein Gegenspieler darf (straflos) eine Karte zur|cknehmen, die
er nach dem Irrtum, aber vor dem Hinweis darauf gespielt hat; wenn der rechte
Gegner des Alleinspielers seine Karte zur|cknimmt, darf der Alleinspieler eine
Karte, die er danach zu diesem Stich zugegeben hatte zur|cknehmen (siehe Artikel
16 C 2).
E. F|nfte Karte zu einem Stich gespielt
-
Durch einen Gegenspieler
Eine f|nfte Karte, die von einem Gegenspieler zu einem Stich zugegeben wird,
wird zu einer Artikel 50 unterworfenen Strafkarte, es sei denn, der
Turnierleiter kommt zu der Auffassung, sie sei ausgespielt worden, in welchem
Falle Artikel 53 oder Artikel 56 zur Anwendung kommen.
-
Durch den Alleinspieler
Gibt der Alleinspieler eine f|nfte Karte aus seiner Hand oder vom Tisch zu
einem Stich zu, folgt keine Strafe, es sei denn, der Turnierleiter kommt zu
der Auffassung, sie sei ausgespielt worden, in welchem Falle Artikel 55 zur
Anwendung kommt.
F. Dummy deutet Karte an
Nachdem der Tisch aufgedeckt ist, darf der Dummy ohne
Anweisung des Alleinspielers keine Karte ber|hren oder andeuten (ausser zum
Ordnen der Karten). Falls er dies tut, sollte unverz|glich der Turnierleiter
gerufen werden. Der Turnierleiter soll entscheiden, ob die Handlungsweise des
Dummy tatsdchlich einen Vorschlag f|r den Alleinspieler beinhaltete. Entscheidet
der Turnierleiter, dass dies der Fall war, ldsst er das Spiel fortsetzen und
behdlt sich das Recht vor, einen berichtigten Score zuzuweisen, wenn die
Gegenspieler durch die so vorgeschlagene Spielweise geschddigt worden sind.
G. Umdrehen des Stiches
Kein Spieler sollte seine Karten umdrehen, bevor alle vier
Spieler zu dem Stich gespielt haben.
* Das erste Ausspiel
erfolgt zundchst verdeckt (es sei denn, der veranstaltende Verband trifft eine
andere Regelung).
Abschnitt II - Regelwidrigkeit beim
Verfahren
Artikel 46: Unvollstdndige oder
irrt|mliche Bezeichnungen einer Karte des Tisches
A. Richtige Form der Bezeichnung einer Karte des Tisches
Bei der Benennung einer Karte, die vom Dummy gespielt werden
soll, sollte der Alleinspieler deutlich sowohl die Farbe als auch den Rang der
gew|nschten Karte benennen.
B. Unvollstdndige oder irrt|mliche Benennung
Im Falle einer unvollstdndigen oder irrt|mlichen Benennung
der vom Tisch zu spielenden Karte durch den Alleinspieler finden folgende
Einschrdnkungen Anwendung (es sei denn, der Alleinspieler hatte zweifellos eine
andere Absicht):
-
Unvollstdndige Bezeichnung des Ranges
Wenn der Alleinspieler beim Spielen vom Tisch "hoch" oder gleichbedeutende
Worte gebraucht, wird angenommen, er habe die hvchste Karte gefordert; in
vierter Position darf angenommen werden, er habe die niedrigste gewinnende
Karte der benannten Farbe verlangt; weist er den Dummy an, den Stich zu
gewinnen, wird angenommen, er habe die niedrigste gewinnende Karte gefordert;
wenn er "klein" oder gleichbedeutende Worte gebraucht, wird angenommen, er
habe die niedrigste Karte verlangt.
-
Bezeichnet die Farbe, aber nicht den Rang
Bezeichnet der Alleinspieler eine Farbe, aber keinen Rang, wird angenommen, er
habe die niedrigste Karte der benannten Farbe gefordert.
-
Bezeichnet den Rang, aber nicht die Farbe
Bezeichnet der Alleinspieler einen Rang, aber keine Farbe:
-
Beim Ausspiel
Es wird angenommen, dass der Alleinspieler die Farbe weitergespielt hat, in
welcher der Tisch den vorhergehenden Stich gewonnen hat, vorausgesetzt eine
Karte des bezeichneten Ranges ist in dieser Farbe vorhanden.
-
Alle anderen Fdlle
In allen anderen Fdllen muss der Alleinspieler eine Karte des bezeichneten
Ranges vom Tisch spielen, wenn er dies nach den Regeln tun kann; gibt es
jedoch zwei oder mehrere solcher Karten, die den Regeln entsprechend
gespielt werden kvnnen, muss der Alleinspieler diejenige bezeichnen, welche
er zu spielen beabsichtigt.
-
Bezeichnet Karte, die nicht auf dem Tisch vorhanden ist
Fordert der Alleinspieler eine nicht auf dem Tisch vorhandene Karte, ist diese
Forderung ung|ltig und der Alleinspieler darf jede g|ltige Karte benennen.
-
Weder Farbe noch Rang bezeichnet
Deutet der Alleinspieler ein Spiel an, ohne eine Farbe oder einen Rang zu
bezeichnen (indem er z.B. "Spielen Sie irgend etwas" oder gleichbedeutende
Worte benutzt), darf jeder Gegenspieler bestimmen, was vom Tisch gespielt
werden soll.
Artikel
47: Zur|cknahme einer gespielten Karte
A. Um einer Strafe nachzukommen
Eine einmal gespielte Karte darf zur|ckgenommen werden, um
einer Strafe nachzukommen (jedoch kann eine von einem Gegenspieler
zur|ckgenommene Karte zur Strafkarte werden, siehe Artikel 49).
B. Um ein regelwidriges Spiel zu korrigieren
Eine gespielte Karte darf zur|ckgenommen werden, um ein
regelwidriges oder gleichzeitiges Spiel zu korrigieren (siehe Artikel 58 wegen
gleichzeitigen Spiels und Artikel 49, Strafkarte bez|glich der Gegenspieler).
C. Um eine versehentliche Bezeichnung zu dndern
Eine gespielte Karte darf nach einer Dnderung der
Bezeichnung, wie sie von Artikel 45 C 4 b gestattet wird, straflos
zur|ckgenommen werden.
D. Im Anschluss an ein gedndertes Spiel eines Gegners
Im Anschluss an ein gedndertes Spiel eines Gegners darf eine
gespielte Karte straflos zur|ckgenommen (siehe aber Artikel 62 C 2) und durch
eine andere ersetzt werden.
E. Dnderung eines Spiels aufgrund falscher Information
-
Ausspiel au_er der Reihe
Ein Ausspiel ausser der Reihe darf straflos zur|ckgenommen werden, wenn der
Ausspielende von einem Gegner irrt|mlicherweise informiert wurde, dass er am
Ausspiel sei (der linke Gegner sollte das Ausspiel nicht annehmen).
-
Zur|cknahme eines Spiels
-
Niemand hat anschliessend gespielt
Ein Spieler darf die Karte, die er aufgrund einer falschen Erkldrung einer
konventionellen Ansage oder Spielweise und vor deren Berichtigung gespielt
hat, zur|cknehmen, aber nur, wenn keine weitere Karte zu diesem Stich
zugegeben worden ist. Ein erstes Ausspiel darf nicht zur|ckgenommen werden,
nachdem der Tisch irgendeine Karte aufgedeckt hat.
-
Eine oder mehrere anschlie_ende Zugaben sind erfolgt
Wenn es zu spdt ist, ein Spiel gemd_ vorstehend a zu dndern, kommt Artikel
40 C zur Anwendung.
F. Ung|ltige Zur|cknahme
Mit Ausnahme der in oben A bis E
aufgef|hrten Tatbestdnde darf keine einmal gespielte Karte zur|ckgenommen
werden.
Teil II - Strafkarte
Artikel
48: Sichtbarmachen der Karten des Alleinspielers
A. Alleinspieler macht eine Karte sichtbar
Der Alleinspieler unterliegt keiner Strafe, wenn er eine
Karte sichtbar macht, und keine Karte des Alleinspielers oder des Dummy wird
jemals zur Strafkarte. Der Alleinspieler ist nicht verpflichtet, eine von ihm
unbeabsichtigt fallen gelassene Karte zu spielen.
B. Alleinspieler deckt seine Hand auf
-
Nach erstem Ausspiel ausser der Reihe
Deckt der Alleinspieler seine Karten nach einem ersten Ausspiel au_er
Reihenfolge auf, kommt Artikel 54 zur Anwendung.
-
Zu irgendeinem anderen Zeitpunkt
Deckt der Alleinspieler seine Karten zu irgendeinem anderen Zeitpunkt als
sofort nach einem ersten Ausspiel ausser Reihenfolge auf, darf angenommen
werden, er habe entweder Stiche beansprucht oder konzediert, und Artikel 68
kommt zur Anwendung.
Artikel
49: Sichtbarmachen der Karten eines Gegenspielers
Wenn sich eine Karte eines Gegenspielers in einer
Position befindet, in welcher sein Partner ihre Bildseite mvglicherweise sehen
kvnnte, wird (Strafe) jede solche Karte zur Strafkarte (Artikel 50), ausser dies
geschieht im normalen Spielverlauf oder bei der Anwendung der Regeln; siehe aber
die Fu_note zu Artikel 68, wenn ein Gegenspieler zu einem unvollstdndigen,
gerade gespielten Stich Stellung nimmt.
Artikel
50: Behandlung einer Strafkarte
Eine von einem Gegenspieler vorzeitig sichtbar gemachte (aber
nicht ausgespielte, siehe Artikel 57) Karte ist eine Strafkarte, es sei denn,
der Turnierleiter entscheidet anders. Der Turnierleiter soll anstelle der
nachfolgend aufgef|hrten Berichtigungsmvglichkeiten einen berichtigten Score
zuerkennen, wenn er der Auffassung ist, dass Artikel 72 B 1 Anwendung findet.
A. Strafkarte bleibt aufgedeckt
Eine Strafkarte muss mit der Bildseite nach oben unmittelbar
vor dem Spieler, dem sie gehvrt, auf dem Tisch liegen bleiben, bis eine andere
Strafe gewdhlt worden ist.
B. Haupt- oder Nebenstrafkarte?
Eine einzelne, versehentlich sichtbar gemachte Karte (wenn
z.B. zwei Karten zu einem Stich gespielt werden oder wenn eine Karte
unbeabsichtigt fallengelassen wird) unter dem Range einer Figur wird zur
Nebenstrafkarte. Jede beliebige Karte im Range einer Figur oder jede beliebige
durch absichtliches Spiel (z.B. durch Ausspiel au_er Reihenfolge oder nach der
Korrektur eines begangenen Revokes) sichtbar gemachte Karte wird zur
Hauptstrafkarte; wenn ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten hat, werden
alle diese Karten zu Hauptstrafkarten.
C. Behandlung einer Nebenstrafkarte
Hat ein Gegenspieler eine Nebenstrafkarte, darf er keine
andere Karte in der gleichen Farbe unter dem Range einer Figur spielen, bevor er
die Strafkarte gespielt hat (er ist jedoch berechtigt, stattdessen eine Figur zu
spielen). Der Partner des schuldigen Spielers unterliegt keiner Ausspielstrafe,
jedoch ist eine durch das Sehen der Strafkarte erhaltene Information nicht
regelkonform und unerlaubt (siehe Artikel 16 A).
D. Behandlung einer Hauptstrafkarte
Hat ein Gegenspieler eine Hauptstrafkarte, kvnnen sowohl der
schuldige Spieler als auch sein Partner Beschrdnkungen unterliegen, der
schuldige Spieler, wenn er an der Reihe ist zu spielen, sein Partner, wenn er an
der Reihe ist auszuspielen.
-
Schuldiger Spieler ist an der Reihe zu spielen
Eine Hauptstrafkarte muss bei der ersten legalen Gelegenheit gespielt werden,
sei es durch Ausspiel, Farbe bekennen, Abwerfen oder Trumpfen (die Bedingung,
dass der schuldige Spieler die Karte spielen muss, ist eine erlaubte
Information f|r seinen Partner. Jedoch ist eine andere Information, die durch
das Aufgedecktsein der Strafkarte |bermittelt wird, f|r den Partner
unerlaubt). Hat ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten, die legal
gespielt werden kvnnen, bezeichnet der Alleinspieler diejenige, welche zu
spielen ist. Die Pflicht, Farbe zu bekennen oder einer Ausspiel- oder
Spielstrafe Folge zu leisten, hat Vorrang vor der Pflicht, eine
Hauptstrafkarte zu spielen, aber die Strafkarte muss weiterhin mit der
Bildseite nach oben auf dem Tisch liegen bleiben und bei der ndchsten legalen
Gelegenheit gespielt werden.
-
Partner des schuldigen Spielers am Ausspiel
Ist ein Gegenspieler an der Reihe auszuspielen, wdhrend sein Partner eine
Hauptstrafkarte hat, darf er nicht ausspielen, bevor der Alleinspieler erkldrt
hat, f|r welche der untenstehenden Mvglichkeiten er sich entscheidet (spielt
der Gegenspieler vorzeitig aus, unterliegt er einer Strafe gemdss Artikel 49).
Der Alleinspieler darf wdhlen:
-
Das Ausspiel der Farbe verlangen oder verbieten
Vom Gegenspieler zu verlangen*, die Farbe der Strafkarte auszuspielen,
oder ihm zu verbieten*, diese Farbe auszuspielen, solange er bei Stich
bleibt (wegen zwei oder mehrerer Strafkarten siehe Artikel 51); wdhlt der
Alleinspieler diese Mvglichkeit, ist die Karte keine Strafkarte mehr und
wird aufgenommen.
-
Keine Ausspielbeschrdnkung
Kein Ausspiel zu verlangen oder zu verbieten, in welchem Fall der
Gegenspieler jede beliebige Karte spielen darf; die Strafkarte bleibt eine
Strafkarte.
* Wenn der Spieler nicht in der Lage ist, wie
verlangt auszuspielen, siehe Artikel 59
Artikel
51: Zwei oder mehrere Strafkarten
A. Schuldiger Spieler ist an der Reihe zu spielen
Hat ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten, die legal
gespielt werden kvnnen, bezeichnet der Alleinspieler die Karte, die zu diesem
Stich zu spielen ist.
B. Partner des schuldigen Spielers hat auszuspielen
-
Strafkarten in derselben Farbe
-
Alleinspieler verlangt Ausspiel dieser Farbe
Hat ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten in einer Farbe, und
verlangt der Alleinspieler vom Partner des Gegenspielers, diese Farbe
auszuspielen, sind die Karten in dieser Farbe keine Strafkarten mehr und
werden aufgenommen; der Gegenspieler darf jede legale Karte zu dem Stich
zugeben.
-
Alleinspieler verbietet Ausspiel dieser Farbe
Verbietet der Alleinspieler das Ausspiel dieser Farbe, nimmt der
Gegenspieler jede Strafkarte in dieser Farbe auf und darf jede legale Karte
zu dem Stich zugeben.
-
Strafkarten in mehr als einer Farbe
-
Alleinspieler verlangt Ausspiel einer bestimmten Farbe
Hat ein Gegenspieler Strafkarten in mehr als einer Farbe, darf der
Alleinspieler vom Partner des Gegenspielers verlangen, eine der Farben
auszuspielen, in denen der Gegenspieler eine Strafkarte hat (aber
vorstehender Absatz B 1 a) findet Anwendung).
-
Alleinspieler verbietet Ausspiel bestimmter Farben
Hat ein Gegenspieler Strafkarten in mehr als einer Farbe, darf der
Alleinspieler dem Partner des Gegenspielers verbieten, eine oder mehrere
dieser Farben auszuspielen; aber der Gegenspieler nimmt dann jede Strafkarte
in jeder Farbe auf, deren Ausspiel der Alleinspieler verboten hat, und gibt
irgendeine legale Karte zu dem Stich zu.
Artikel 52: Unterlassen des Ausspiels
oder Zugebens einer Strafkarte
A. Gegenspieler unterldsst, Strafkarte zu spielen
Unterldsst ein Gegenspieler, eine Strafkarte gemdss Artikel
50 auszuspielen oder zuzugeben, darf er von sich aus keine andere Karte
zur|cknehmen, die er gespielt hat.
B. Gegenspieler spielt eine andere Karte
-
Spiel der Karte wird angenommen
-
Alleinspieler darf Spiel annehmen
Hat ein Gegenspieler eine andere Karte ausgespielt oder zugegeben, obwohl er
aufgrund der Regeln verpflichtet war, eine Strafkarte zu spielen, darf der
Alleinspieler ein solches Ausspiel oder Zugeben annehmen.
-
Alleinspieler muss Spiel annehmen
Der Alleinspieler muss ein solches Ausspiel oder Zugeben annehmen, wenn er
danach aus seiner Hand oder vom Tisch gespielt hat.
-
Strafkarte bleibt Strafkarte
Wird die gespielte Karte gemd_ vorstehend a) oder b) angenommen, bleibt die
ungespielte Strafkarte eine Strafkarte.
-
Spiel der Karte wird abgelehnt
Der Alleinspieler darf vom Gegenspieler verlangen, dass er die regelwidrig
zugegebene oder ausgespielte Karte durch die Strafkarte ersetzt. Jede von dem
Gegenspieler im Verlauf des Regelverstosses ausgespielte oder zugegebene Karte
wird zur Hauptstrafkarte.
*Wenn der Spieler nicht
in der Lage ist, wie verlangt auszuspielen, siehe Artikel 59.
Teil III - Regelwidrige Ausspiele und
Zugaben
Abschnitt I - Ausspiel ausser
Reihenfolge
Artikel
53: Ausspiel ausser Reihenfolge angenommen
A. Ausspiel ausser Reihenfolge wird als korrektes Ausspiel
behandelt
Jedes aufgedeckte Ausspiel ausser Reihenfolge darf als
korrektes Ausspiel behandelt werden. Es wird ein korrektes Ausspiel, wenn - je
nachdem - der Alleinspieler oder einer der Gegenspieler es annimmt (indem er
eine entsprechende Erkldrung abgibt) oder, wenn der als ndchster an der Reihe
befindliche Spieler eine Karte zu dem regelwidrigen Ausspiel zugibt*, siehe aber
Artikel 47 E 1. Erfolgt weder eine Erkldrung noch ein Zugeben, das das Ausspiel
annimmt, wird der Turnierleiter verlangen, dass das Ausspiel von der richtigen
Hand gemacht wird.
B. Falscher Gegenspieler gibt Karte zu einem regelwidrigen
Ausspiel des Alleinspielers zu
Gibt der Gegenspieler zur Rechten der Hand, von der das
Ausspiel ausser Reihenfolge erfolgt ist, zu dem regelwidrigen Ausspiel eine
Karte zu**, bleibt das Ausspiel bestehen und Artikel 57 findet Anwendung.
C. Ordnungsgemdsses Ausspiel wird nach regelwidrigem Ausspiel
gemacht
War ordnungsgemd_ ein Gegenspieler jenes Spielers am Ausspiel,
der au_er Reihenfolge ausgespielt hat, darf dieser Gegner sein ordnungsgemdsses
Ausspiel zu dem Stich machen, in dem der Regelverstoss begangen wurde, ohne dass
seine Karte als zu dem regelwidrigen Ausspiel zugegeben angesehen wird. Wenn
dies geschieht, bleibt das ordnungsgemd_e Ausspiel bestehen, und alle irrt|mlich
zu diesem Stich gespielten Karten d|rfen straflos zur|ckgenommen werden.
(Artikel 16 C 2 findet auf einen Gegenspieler Anwendung.)
* aber siehe untenstehend C.
** Aber siehe untenstehend C.
Artikel
54: Aufgedecktes erstes Ausspiel ausser Reihenfolge
Wird ein erstes Ausspiel ausser Reihenfolge aufgedeckt, und
spielt der Partner des schuldigen Spielers verdeckt aus, verlangt der
Turnierleiter, dass das verdeckte Ausspiel zur|ckgenommen wird, und die
folgenden Absdtze finden Anwendung.
A. Alleinspieler deckt seine Hand auf
Nach einem aufgedeckten ersten Ausspiel ausser Reihenfolge
darf der Alleinspieler seine Hand aufdecken; er wird zum Dummy und der Dummy
wird zum Alleinspieler. Beginnt der Alleinspieler seine Hand aufzudecken und
macht er dabei eine oder mehrere Karten sichtbar, muss er seine gesamte Hand
aufdecken.
B. Alleinspieler nimmt Ausspiel an
Spielt ein Gegenspieler ausser Reihenfolge offen aus, darf
der Alleinspieler das regelwidrige Ausspiel gemdss Artikel 53 annehmen, und der
Dummy deckt seine Hand entsprechend Artikel 41 auf.
-
Alleinspieler spielt zweite Karte
Die zweite Karte zu dem Stich wird von der Hand des Alleinspielers gespielt.
-
Dummy hat zweite Karte gespielt
Spielt der Alleinspieler die zweite Karte zu dem Stich vom Dummy, darf die
Karte des Dummy nicht zur|ckgenommen werden, ausser um ein Revoke zu
berichtigen.
C. Alleinspieler muss Ausspiel annehmen
Kvnnte der Alleinspieler irgendwelche Karten des Tisches
gesehen haben (ausgenommen Karten, die der Tisch gegebenenfalls wdhrend der
Reizung sichtbar gemacht hat und die Artikel 24 unterworfen wurden), muss er das
Ausspiel annehmen.
D. Alleinspieler lehnt erstes Ausspiel ab
Verlangt der Alleinspieler vom Gegenspieler, dass dieser sein
offenes erstes Ausspiel zur|cknimmt, findet Artikel 56 Anwendung.
Artikel 55: Ausspiel des Alleinspielers
ausser Reihenfolge
A. Ausspiel des Alleinspielers wird angenommen
Hat der Alleinspieler von seiner Hand oder vom Tisch ausser
Reihenfolge ausgespielt, darf jeder Gegenspieler das Ausspiel gemdss Artikel 53
annehmen oder seine R|cknahme verlangen (nach falscher Auskunft siehe Artikel 47
E 1).
B. Vom Alleinspieler wird die R|cknahme des Ausspiels
gefordert
-
Gegenspieler hat das Ausspiel
Hat der Alleinspieler von seiner Hand oder vom Tisch ausgespielt, obwohl ein
Gegenspieler an der Reihe war auszuspielen, und verlangt einer der beiden
Gegenspieler, dass er ein solches Ausspiel zur|cknimmt, f|gt der Alleinspieler
die irrt|mlich ausgespielte Karte straflos wieder der richtigen Hand zu.
-
Alleinspieler oder Tisch hat das Ausspiel
Hat der Alleinspieler von der falschen Seite ausgespielt, wenn er an der Reihe
war, von seiner Hand oder vom Tisch auszuspielen, dann nimmt er die irrt|mlich
ausgespielte Karte zur|ck, falls einer der Gegenspieler dies verlangt. Er muss
von der richtigen Seite ausspielen.
C. Alleinspieler kvnnte eine Information erhalten
Wdhlt der Alleinspieler eine Spieldurchf|hrung, die auf einer
durch die Regelwidrigkeit erhaltenen Information beruht haben kvnnte, darf der
Turnierleiter einen berichtigten Score zuerkennen.
Artikel 56: Ausspiel eines
Gegenspielers ausser Reihenfolge
Verlangt der Alleinspieler von einem Gegenspieler,
dass er sein offenes Ausspiel ausser Reihenfolge zur|cknimmt, wird die
regelwidrig ausgespielte Karte zur Hauptstrafkarte und Artikel 50 D findet
Anwendung.
Abschnitt II - Andere regelwidrige
Ausspiele oder Zugaben
Artikel 57: Vorzeitiges Ausspiel oder
Zugeben durch einen Gegenspieler
A. Vorzeitiges Zugeben oder Ausspiel zum ndchsten Stich
Spielt ein Gegenspieler zum ndchsten Stich aus, bevor sein
Partner zum laufenden Stich zugegeben hat, oder gibt er ausser Reihenfolge zu,
bevor sein Partner zugegeben hat, wird (Strafe) die so ausgespielte Karte zur
Strafkarte und der Alleinspieler wdhlt eine der folgenden Mvglichkeiten. Er
darf:
-
Hvchste Karte
Vom Partner des schuldigen Spielers verlangen, seine hvchste Karte in der
ausgespielten Farbe zuzugeben.
-
Kleinste Karte
Vom Partner des schuldigen Spielers verlangen, seine niedrigste Karte in der
ausgespielten Farbe zuzugeben.
-
Karte einer anderen Farbe
Dem Partner des schuldigen Spielers verbieten, eine Karte einer anderen Farbe,
die der Alleinspieler benennt, zuzugeben.
B. Partner des schuldigen Spielers kann der Strafe nicht
nachkommen
Ist der Partner des schuldigen Spielers nicht in der Lage,
der vom Alleinspieler gewdhlten Strafe nachzukommen, darf er gemdss Artikel 59
irgendeine Karte spielen.
C. Alleinspieler hat vor der Regelwidrigkeit von beiden
Hdnden gespielt
Ein Gegenspieler unterliegt keiner Strafe f|r das Zugeben vor
seinem Partner, wenn der Alleinspieler von beiden Hdnden gespielt hat, oder wenn
der Dummy eine Karte gespielt hat oder regelwidrig vorgeschlagen hat, diese zu
spielen. Ein Single am Tisch oder eine Karte einer Sequenz gilt nicht als
automatisch gespielt.
Artikel 58: Gleichzeitige Ausspiele oder
Zugaben
A. Zwei Spieler spielen gleichzeitig
Ein gleichzeitig mit dem ordnungsgemd_en Ausspiel oder
Zugeben erfolgtes Ausspiel oder Zugeben gilt als im Anschluss daran gemacht.
B. Gleichzeitig gespielte Karten aus einer Hand
Spielt ein Spieler gleichzeitig zwei oder mehrere Karten aus
oder gibt er sie zu, gilt:
-
Eine Karte sichtbar
Ist nur eine Karte sichtbar, wird diese Karte gespielt; alle anderen Karten
werden straflos aufgenommen.
-
Mehrere Karten sichtbar
Ist mehr als eine Karte sichtbar, benennt der Spieler die Karte, die er
spielen will; ist er ein Gegenspieler, wird jede andere sichtbar gemachte
Karte zur Strafkarte (siehe Artikel 50).
-
Nach R|cknahme einer sichtbaren Karte
Nachdem ein Spieler eine sichtbare Karte zur|ckgenommen hat, darf ein Gegner,
der anschliessend zu diesem Stich gespielt hat, seine Karte zur|cknehmen und
sie straflos durch eine andere ersetzen (siehe Artikel 16 C).
-
Irrtum nicht entdeckt
Bleibt das gleichzeitige Spielen unentdeckt, bis beide Seiten zum ndchsten
Stich gespielt haben, kommt Artikel 67 zur Anwendung.
Artikel 59: Unvermvgen, wie verlangt
auszuspielen oder zuzugeben
Ein Spieler darf jede im |brigen ordnungsgemdsse
Karte spielen, wenn er nicht vermag, wie verlangt, einer Ausspiel- oder
Zugabeverpflichtung in Erf|llung einer Strafe nachzukommen, egal, ob deshalb,
weil er keine Karte in der verlangten Farbe hat oder weil er nur Karten in einer
Farbe hat, die auszuspielen ihm verboten ist oder weil er verpflichtet ist,
Farbe zu bekennen.
Artikel
60: Spiel nach einem regelwidrigen Spiel
A. Spiel einer Karte nach Regelwidrigkeit
-
Verlust des Rechts, zu bestrafen
Ein Spiel eines Mitglieds der nicht schuldigen Seite, nachdem sein rechter
Gegner ausser Reihenfolge oder vorzeitig ausgespielt oder zugegeben hat und
bevor eine Strafe verhdngt worden ist, f|hrt zum Verlust des Rechts auf
Bestrafung dieses Regelverstosses.
-
Regelwidrigkeit legalisiert
Ist das Recht auf Bestrafung einmal verwirkt, gilt das regelwidrige Spiel als
in Reihenfolge gemacht (aber Artikel 53 C kommt f|r den Spieler zur Anwendung,
der an der Reihe war).
-
Andere Strafverpflichtungen bleiben bestehen
Besteht f|r die schuldige Seite eine fr|here Verpflichtung, eine Strafkarte zu
spielen oder einer Ausspiel- oder Zugabeverpflichtung nachzukommen, bleibt die
Verpflichtung f|r zuk|nftige Stiche bestehen.
B. Gegenspieler spielt, bevor Alleinspieler einer
Ausspielverpflichtung nachgekommen ist
Spielt ein Gegenspieler eine Karte, nachdem vom Alleinspieler
verlangt worden ist, sein Ausspiel ausser Reihenfolge von einer der beiden Hdnde
zur|ckzunehmen, aber bevor der Alleinspieler von der richtigen Hand ausgespielt
hat, wird die Karte des Gegenspielers zur Strafkarte (Artikel 50).
C. Spiel der schuldigen Seite vor Verhdngung der Strafe
Ein Spiel eines Mitglieds der schuldigen Seite, bevor eine
Strafe verhdngt worden ist, ber|hrt nicht die Rechte der Gegner und kann
seinerseits einer Strafe unterworfen sein.
Abschnitt III - Das Revoke
Artikel 61: Nichtbekennen einer Farbe -
Fragen bez|glich eines Revokes
A. Definition des Revokes
Das Nichtbekennen einer Farbe gemdss Artikel 44 oder das
Nichtausspielen oder Nichtzugeben, obwohl mvglich, einer Karte oder Farbe, die
aufgrund einer Regel verlangt oder von einem Gegner in \bereinstimmung mit einer
verhdngten Strafe benannt worden ist, stellt ein Revoke dar (aber siehe Artikel
59, wenn die Verpflichtung nicht eingehalten werden kann).
B. Recht, bez|glich eines mvglichen Revokes nachzufragen
Der Alleinspieler darf einen Gegenspieler, der nicht Farbe
bekannt hat, fragen, ob er eine Karte der ausgespielten Farbe hat (aber eine
Behauptung eines Revokes gewdhrt nicht automatisch das Recht auf Einsichtnahme
in bereits abgelegte Stiche - siehe Artikel 66 C). Der Dummy darf den
Alleinspieler fragen (aber siehe Artikel 43 B 2 b). Die Gegenspieler d|rfen den
Alleinspieler, aber, sofern nicht die zonale Organisation dies gestattet, nicht
sich gegenseitig befragen.
Artikel
62: Berichtigung eines Revokes
A. Revoke muss berichtigt werden
Ein Spieler muss sein Revoke berichtigen, wenn er die
Regelwidrigkeit bemerkt, bevor es vollendet ist.
B. Berichtigung eines Revokes
Um ein Revoke zu berichtigen, nimmt der schuldige Spieler die
Karte zur|ck, die er zum Revokestich gespielt hat und bekennt mit irgendeiner
Karte Farbe.
-
Karte eines Gegenspielers
Eine so zur|ckgenommene Karte wird zur Strafkarte (Artikel 50), wenn sie von
der verdeckten Hand eines Gegenspielers gespielt wurde.
-
Karte des Alleinspielers oder des Tisches, offene Karte
eines Gegenspielers
Die Karte darf straflos ersetzt werden, wenn sie von der Hand des
Alleinspielers oder vom Tisch* gespielt wurde, oder wenn sie eine bereits
aufgedeckte Karte eines Gegenspielers war.
C. Nachfolgend zum Stich zugegebene Karten
-
Von nicht-schuldiger Seite
Jedes Mitglied der nicht schuldigen Seite darf straflos jede Karte
zur|cknehmen, die es nach dem Revoke, aber bevor darauf aufmerksam gemacht
wurde, gespielt hat (siehe Artikel 16 C).
-
Vom Partner des schuldigen Spielers
Nachdem ein nicht schuldiger Spieler eine Karte so zur|ckgenommen hat, darf
der danach an der Reihe befindliche Spieler der schuldigen Seite seine
gespielte Karte zur|cknehmen, welche zur Strafkarte wird, wenn der Spieler ein
Gegenspieler ist (siehe Artikel 16 C).
D. Revoke im zwvlften Stich
-
Muss berichtigt werden
Ein Revoke im zwvlften Stich muss, auch wenn es vollendet ist, berichtigt
werden, wenn es entdeckt wird, bevor alle vier Hdnde in das Board
zur|ckgesteckt worden sind.
-
Partner des schuldigen Spielers hatte noch nicht zum
zwvlften Stich gespielt
Wurde ein Revoke von einem Gegenspieler begangen, bevor sein Partner an der
Reihe war, zum zwvlften Stich zuzugeben, und hat der Partner des schuldigen
Spielers Karten in zwei Farben, darf (Strafe) der Partner des schuldigen
Spielers keine Spielweise wdhlen, die mvglicherweise durch das Sehen der
Revokekarte nahegelegt worden sein kvnnte.
* Vorbehaltlich Artikel 43 B 2 b, wenn
der Dummy seine Rechte verwirkt hat. Die Behauptung eines Revokes gewdhrt kein
Recht auf Einsichtnahme in abgelegte Stiche, ausser Artikel 66 C erlaubt dies.
Artikel 63: Vollendung eines Revokes
A. Revoke wird vollendet
Ein Revoke wird vollendet:
-
Schuldige Seite spielt zum ndchsten Stich aus oder gibt
zu
Wenn der schuldige Spieler oder sein Partner zum ndchsten Stich ausspielt oder
zugibt (jedes solche Spiel, ob ordnungsgemdss oder regelwidrig, vollendet das
Revoke);
-
Ein Mitglied der schuldigen Seite deutet ein Ausspiel
oder Zugeben an
Wenn der schuldige Spieler oder sein Partner eine Karte benennt oder auf
andere Weise als die Karte bezeichnet, die zum ndchsten Stich gespielt werden
soll;
-
Mitglied der schuldigen Seite beansprucht oder
konzediert Stiche
Ein Mitglied der schuldigen Seite m|ndlich oder durch Aufdecken seiner Hand
(oder in jeder anderen Weise) Stiche beansprucht oder konzediert bzw. einem
Anspruch oder einer Konzession von Stichen zustimmt.
B. Auf das Revoke wird illegal aufmerksam gemacht
Wurde Artikel 61 B verletzt, muss der Spieler, der das Revoke
begangen hat, die Karte, die zum Revokestich gespielt wurde, durch eine
ordnungsgemdsse Karte ersetzen und die Strafvorschriften des Artikels 64 finden
Anwendung, als ob das Revoke vollendet worden wdre.
C. Revoke darf nicht berichtigt werden
Ist ein Revoke einmal vollendet worden, darf es nicht mehr
berichtigt werden (ausser gemdss Artikel 62 D bei einem Revoke im zwvlften
Stich), und der Stich, in dem das Revoke begangen wurde, bleibt wie gespielt
bestehen (siehe aber Artikel 43 B 2 b).
Artikel
64: Verfahren nach Vollendung eines Revokes
A. Strafe verhdngt
Wenn ein Revoke vollendet wurde:
-
Schuldiger Spieler gewann Revokestich
und der Stich, in dem das Revoke stattfand, vom schuldigen Spieler gewonnen
wurde, werden (Strafe) nach Beendigung des Spiels der Revokestich und ein
weiterer der von der schuldigen Seite anschlie_end gewonnenen Stiche der
nichtschuldigen Seite zugesprochen;
-
Schuldiger Spieler gewann Revokestich nicht
und der Stich, in dem das Revoke stattfand, nicht vom schuldigen Spieler
gewonnen wurde, dann wird (Strafe), wenn die schuldige Seite diesen oder
irgendeinen nachfolgenden Stich gewinnt, nach Beendigung des Spiels ein Stich
der nicht schuldigen Seite zugesprochen; ebenso wird, wenn nachfolgend ein
weiterer Stich vom schuldigen Spieler mit einer Karte gewonnen wurde, die er
ordnungsgemd_ zum Revokestich hdtte zugeben kvnnen, ein solcher Stich der
nicht schuldigen Seite zugesprochen.
B. Keine Strafe verhdngt
Die Strafvorschriften f|r ein vollendetes Revoke finden keine
Anwendung:
-
Schuldige Seite gewinnt weder Revokestich noch einen
nachfolgenden Stich
Wenn die schuldige Seite weder den Revokestich noch einen nachfolgenden Stich
gewonnen hat;
-
Zweites Revoke in derselben Farbe durch den schuldigen
Spieler
Auf ein weiteres Revoke in derselben Farbe durch denselben Spieler;
-
Revoke durch Versdumnis, eine aufgedeckte Karte zu
spielen
Wenn das Revoke durch das Versdumnis begangen wurde, eine offen auf dem Tisch
liegende oder einer aufgedeckten Hand zugehvrige Karte zu spielen,
einschlie_lich einer Karte des Tisches;
-
Nach Ansage der nicht-schuldigen Seite zur ndchsten
Teilung
Wenn auf das Revoke aufmerksam gemacht wurde, nachdem ein Mitglied der nicht
schuldigen Seite in der folgenden Teilung angesagt hat;
-
Nach dem Rundenende
Wenn auf das Revoke aufmerksam gemacht wurde, nachdem die Runde beendet ist;
-
Revoke im zwvlften Stich
Auf ein Revoke im zwvlften Stich.
C. Turnierleiter f|r Billigkeit verantwortlich
Kommt der Turnierleiter nach einem beliebigen vollendeten
Revoke, einschliesslich der nicht strafbedrohten, zu der Auffassung, dass die
nicht schuldige Seite durch diese Regel f|r den verursachten Schaden ungen|gend
entschddigt worden ist, soll er einen berichtigten Score zuweisen.
Teil IV - Stiche
Artikel
65: Anordnung der Stiche
A. Vervollstdndigter Stich
Sind vier Karten zu einem Stich gespielt worden, legt jeder
Spieler seine eigene Karte verdeckt direkt vor sich auf den Tisch.
B. Mitverfolgen der Besitzverhdltnisse an Stichen
-
Gewonnene Stiche
Hat die Seite eines Spielers den Stich gewonnen, wird die Karte der Ldnge nach
in Richtung seines Partners abgelegt.
-
Verlorene Stiche
Haben die Gegner den Stich gewonnen, wird die Karte der Ldnge nach in Richtung
der Gegner abgelegt.
C. Anordnung der abgelegten Karten
Jeder Spieler legt seine eigenen Karten so ab, dass sie eine
wohlgeordnete Reihe bilden, in der jede Karte die vorher gespielte |berlappt, so
dass es mvglich ist, das Spiel nach seiner Beendigung nachzuspielen, sofern dies
notwendig ist, um die Anzahl der von jeder Seite gewonnenen Stiche oder die
Reihenfolge, in der die Karten gespielt worden sind, festzustellen.
D. Einvernehmen |ber das Ergebnis des Spiels
Ein Spieler sollte die Anordnung seiner gespielten Karten
nicht durcheinander bringen, bevor Einvernehmen |ber die Anzahl der gewonnenen
Stiche erzielt worden ist. Ein Spieler, der die Bestimmungen dieser Regel nicht
einhdlt, gefdhrdet sein Recht, den Besitz zweifelhafter Stiche zu beanspruchen
oder zu behaupten, es sei ein Revoke begangen worden.
Artikel
66: Einsichtnahme in Stiche
A. Laufender Stich
Solange eine Seite nicht zum ndchsten Stich ausgespielt oder
zugegeben hat, darf der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler, sofern er seine
eigene Karte noch nicht verdeckt abgelegt hat, verlangen, dass alle soeben zu
dem Stich gespielten Karten aufgedeckt werden.
B. Eigene letzte Karte
Bis eine Karte zum ndchsten Stich ausgespielt wird, darf der
Alleinspieler oder jeder Gegenspieler seine eigene zuletzt gespielte Karte
ansehen, sie aber nicht aufdecken.
C. Abgelegte Stiche
Danach d|rfen abgelegte Stiche bis zum Spielende nicht mehr
angesehen werden (ausser nach besonderer Anordnung des Turnierleiters, z.B. um
die Berechtigung der Behauptung eines Revokes zu |berpr|fen).
D. Nach Spielende
Nach Spielende d|rfen die gespielten und ungespielten Karten
angesehen werden, um die Berechtigung der Behauptung eines Revokes zu |berpr|fen
oder um die Anzahl der gewonnenen oder verlorenen Stiche zu ermitteln; aber kein
Spieler sollte andere Karten als seine eigenen anfassen. Vermischt ein Spieler,
nachdem eine solche Behauptung aufgestellt worden ist, seine Karten derartig,
dass der Turnierleiter den Sachverhalt nicht mehr ermitteln kann, soll der
Turnierleiter zugunsten der anderen Seite entscheiden.
Artikel
67: Fehlerhafter Stich
A. Bevor beide Seiten zum ndchsten Stich gespielt haben
Hat ein Spieler unterlassen, zu einem Stich zu spielen oder
hat er zu viele Karten zu einem Stich gespielt, muss der Fehler berichtigt
werden, wenn auf die Regelwidrigkeit aufmerksam gemacht wird, bevor ein Spieler
jeder Seite zum ndchsten Stich gespielt hat.
-
Spieler hat unterlassen, Karte zu spielen
Um das unterlassene Zugeben zu einem Stich zu berichtigen, gibt der Spieler
eine Karte zu, die er ordnungsgemdss spielen kann.
-
Spieler hat zu viele Karten zugegeben
Um das Zugeben zu vieler Karten zu einem Stich zu berichtigen, sollen Artikle
45 E (F|nfte Karte zu einem Stich gespielt) oder Artikel 58 B (Gleichzeitig
gespielte Karten aus einer Hand) angewandt werden.
B. Nach Spiel beider Seiten zum ndchsten Stich
Wird auf einen fehlerhaften Stich aufmerksam gemacht oder
stellt der Turnierleiter fest, dass ein fehlerhafter Stich vorgelegen hat (weil
ein Spieler zu wenige oder zu viele Karten in seiner Hand und dementsprechend
eine unrichtige Anzahl abgelegter Karten hat), nachdem beide Seiten zum ndchsten
Stich gespielt haben, ermittelt der Turnierleiter, welcher Stich fehlerhaft war.
Um die Kartenanzahl zu berichtigen, sollte er wie folgt vorgehen:
-
Schuldiger Spieler hat zu viele Karten
Hat der schuldige Spieler versdumt, zu dem fehlerhaften Stich eine Karte
zuzugeben, soll der Turnierleiter von ihm verlangen, sofort eine Karte
hinzulegen und sie an passender Stelle seinen abgelegten Karten hinzuzuf|gen
(diese Karte ber|hrt die Besitzverhdltnisse an diesem Stich nicht); wenn:
-
Schuldiger Spieler hat Karte der ausgespielten Farbe
der schuldige Spieler eine Karte der zum fehlerhaften Stich ausgespielten
Farbe hat, muss er eine solche ablegen, und es folgt keine Strafe;
-
Hat keine Karte der ausgespielten Farbe
der schuldige Spieler keine Karte der ausgespielten Farbe hat, legt er
eine beliebige Karte ab, und (Strafe) es wird angenommen, dass er in dem
fehlerhaften Stich ein Revoke begangen hat - er kann der Ein-Stich-Strafe
des Artikels 64 unterliegen.
-
Schuldiger Spieler hat zu wenige Karten
Hat der Spieler mehr als eine Karte zum fehlerhaften Stich gespielt, nimmt der
Turnierleiter Einsicht in die gespielten Karten und verlangt vom schuldigen
Spieler, alle |berzdhligen Karten wieder aufzunehmen* und unter den abgelegten
Karten diejenige zu belassen, die er offen zu dem fehlerhaften Stich zugegeben
hat (ist der Turnierleiter nicht in der Lage festzustellen, welche Karte offen
gespielt wurde, beldsst der schuldige Spieler die hvchste der Karten, die er
ordnungsgemd_ zu dem Stich hdtte spielen kvnnen, unter seinen abgelegten
Karten). Es wird angenommen, dass eine wieder aufgenommene Karte der Hand des
schuldigen Spielers dauerhaft zugehvrig war und das Unterlassen, sie zu einem
fr|heren Stich zugegeben zu haben, kann den Tatbestand eines Revoke erf|llen.
* Der Turnierleiter sollte mvglichst
vermeiden, die abgelegten Karten eines Gegenspielers aufzudecken; aber wenn eine
|berzdhlige Karte, die wieder der Hand des Gegenspielers hinzugef|gt werden
muss, sichtbar gemacht wurde, wird sie zur Strafkarte (siehe Artikel 50).
Teil V - Anspr|che und Konzessionen
Artikel 68: Beanspruchung oder
Konzession von Stichen
Damit eine Erkldrung oder Handlung eine Beanspruchung oder
Konzession von Stichen im Sinne dieser Regeln darstellt, muss sie sich auf
andere als den laufenden Stich beziehen.* Nimmt sie Bezug auf nachfolgende
Stiche, gilt:
A. Definition des Anspruchs
Jede Erkldrung des Inhalts, dass ein Teilnehmer eine
bestimmte Anzahl von Stichen gewinnen wird, ist die Erhebung eines Anspruchs auf
diese Stiche. Ein Teilnehmer erhebt auch dann einen Anspruch, wenn er
vorschldgt, das Spiel abzuk|rzen oder wenn er seine Karten zeigt (ausser wenn er
nachweislich nicht beabsichtigte, einen Anspruch zu erheben).
B. Definition der Konzession
Jede Erkldrung des Inhalts, dass ein Teilnehmer eine
bestimmte Anzahl von Stichen verlieren wird, ist eine Konzession dieser Stiche;
eine Erhebung eines Anspruchs auf eine bestimmte Anzahl von Stichen ist eine
Konzession der restlichen Stiche, sofern solche |brig bleiben. Ein Spieler
konzediert alle restlichen Stiche, wenn er seine Hand aufgibt. Ungeachtet des
Vorstehenden hat keine Konzession stattgefunden, wenn ein Gegenspieler versucht,
einen oder mehrere Stiche zu konzedieren und sein Partner unverz|glich
widerspricht; Artikel 16, Unerlaubte Information, kann zur Anwendung kommen,
weshalb der Turnierleiter sofort gerufen werden sollte.
C. Klarstellung f|r die Erhebung eines Anspruchs erforderlich
Eine Erhebung eines Anspruchs sollte sofort von einer
Erkldrung oder Klarstellung bez|glich der Reihenfolge, in der die Karten
gespielt werden und des Spielplans oder Gegenspiels mittels dessen der
Beanspruchende die beanspruchten Stiche zu gewinnen vorschldgt, begleitet sein.
D. Spiel endet
Nach jeder Erhebung eines Anspruchs oder jeder Konzession endet das Spiel.
Jegliches Weiterspielen nach der Erhebung eines Anspruchs oder einer Konzession
soll vom Turnierleiter f|r ung|ltig erkldrt werden. Wird dem Anspruch oder der
Konzession zugestimmt, findet Artikel 69 Anwendung; wird ihm/ihr durch
irgendeinen Spieler (einschliesslich des Dummy) widersprochen, muss der
Turnierleiter sofort gerufen werden, um Artikel 70 oder Artikel 71 anzuwenden,
und bis zum Erscheinen des Turnierleiters darf nichts unternommen werden.
* Bezieht sich eine Erkldrung oder Handlung nur auf den Gewinn
oder Verlust eines laufenden, unvollstdndigen Stiches, geht das Spiel normal
weiter; Karten, die von einem Gegenspieler sichtbar oder anders bekannt gemacht
werden, werden nicht zu Strafkarten, aber Artikel 16, Unerlaubte Information,
kvnnte zur Anwendung kommen, und siehe Artikel 57 A, Vorzeitiges Spiel.
Artikel
69: Einwilligung in Anspruch oder Konzession
A. Wenn eine Einwilligung vorliegt
Eine Einwilligung liegt vor, wenn ein Teilnehmer einem von
einem Gegner erhobenen Anspruch oder einer gegnerischen Konzession zustimmt und
keinen Einwand erhebt, bevor seine Seite in einem nachfolgenden Board ansagt
oder bevor die Runde endet. Das Board wird so gescort, als ob die beanspruchten
oder konzedierten Stiche wdhrend des Spiels gewonnen oder verloren worden wdren.
B. Einwilligung in erhobenen Anspruch wird widerrufen
Innerhalb des gemdss Artikel 79 C festgelegten
Berichtigungszeitraums darf ein Teilnehmer die Einwilligung in einen von einem
Gegner erhobenen Anspruch widerrufen, aber nur, wenn er in den Verlust eines
Stiches, den seine Seite in Wirklichkeit gewonnen hat oder in den Verlust eines
Stiches, der nach Meinung des Turnierleiters durch keine normale* Spielweise der
restlichen Karten hdtte verloren gehen kvnnen, eingewilligt hat. Das Board wird
neu gescort, indem ein solcher Stich der zuvor einwilligenden Seite zugesprochen
wird.
*
F|r die Zielsetzung der Artikel 69, 70 und
71 umfasst der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als auch eine Spielweise,
die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber keine vernunftwidrige.
Artikel 70: Bestrittene Anspr|che
A. Generelle Zielsetzung
Bei seiner Entscheidung |ber einen bestrittenen Anspruch
beurteilt der Turnierleiter das Ergebnis einer Teilung f|r beide Seiten so
gerecht wie mvglich, aber jeder zweifelhafte Punkt soll zu Lasten des
Anspruchstellers gehen. Der Turnierleiter geht wie folgt vor:
B. Klarstellende Erkldrung wird wiederholt
-
Wiederholung der Erkldrung des Anspruchstellers
verlangen
Der Turnierleiter verlangt vom Anspruchsteller, dass er die klarstellende
Erkldrung, die er bei der Erhebung seines Anspruchs abgegeben hat, wiederholt.
-
Aufdecken aller Hdnde verlangen
Als ndchstes verlangt der Turnierleiter von allen Spielern, dass sie ihre
restlichen Karten offen auf den Tisch legen.
-
Einwdnde hvren
Dann hvrt sich der Turnierleiter die gegnerischen Einwdnde gegen den Anspruch
an.
C. Es gibt einen ausstehenden Trumpf
Gibt es in einer der Gegnerhdnde noch eine Trumpfkarte, soll
der Turnierleiter den Gegnern einen oder mehrere Stiche zusprechen, wenn:
-
Trumpf wurde nicht erwdhnt
Der Anspruchsteller keine Erkldrung bez|glich dieser Trumpfkarte abgegeben hat
und
-
War sich wahrscheinlich des Trumpfes nicht bewusst
Es gerade noch im Rahmen des Wahrscheinlichen liegt, dass sich der
Anspruchsteller zum Zeitpunkt der Erhebung seines Anspruchs nicht bewusst war,
dass eine Trumpfkarte in der Hand eines Gegners verblieben ist und
-
Kvnnte einen Stich an diese Trumpfkarte verlieren
Ein Stich an diese Trumpfkarte infolge irgendeiner normalen* Spielweise
verloren gehen kvnnte.
D. Anspruchsteller schldgt neue Spieldurchf|hrung vor
Der Turnierleiter soll keine erfolgreiche Spieldurchf|hrung
des Anspruchstellers gelten lassen, die nicht von der urspr|nglichen
klarstellenden Erkldrung umfasst ist, wenn es eine andere normale*
Spieldurchf|hrung gibt, die weniger erfolgreich sein w|rde.
E. Unerwdhnte Spieldurchf|hrung (Schnitt oder Schlagen)
Der Turnierleiter soll keine vom
Anspruchsteller unerwdhnte Spieldurchf|hrung gelten lassen, deren Erfolg davon
abhdngt, dass eher ein Gegner als der andere eine bestimmte Karte hdlt, es sei
denn, ein Gegner hat schon vor der Ansprucherhebung nicht in der Farbe dieser
Karte bedient oder w|rde anschliessend im Verlaufe jeder normalen*
Spieldurchf|hrung nicht Farbe bekennen oder sofern es vernunftwidrig wdre, diese
Spieldurchf|hrung nicht zu wdhlen.
*F|r die Zielsetzung
der Artikel 69, 70 und 71 umfasst der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als
auch eine Spielweise, die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber
keine vernunftwidrige.
Artikel 71: Aufgehobene Konzession
Eine einmal gemachte Konzession muss bestehen bleiben mit der
Ausnahme, dass der Turnierleiter innerhalb des gemdss Artikel 79 C festgelegten
Berichtigungszeitraumes eine Konzession aufheben soll, wenn:
A. Stich kann nicht verloren gehen
Ein Spieler einen Stich konzediert hat, den seine Seite in
Wirklichkeit gewonnen hatte, oder einen Stich, den seine Seite durch keine
ordnungsgemdsse Spielweise der restlichen Karten hdtte verlieren kvnnen;
B. Kontrakt bereits erf|llt oder geschlagen
Der Alleinspieler den Verlust eines Kontraktes, den er
bereits erf|llt hatte, oder ein Gegenspieler die Erf|llung eines Kontraktes, den
seine Seite bereits geschlagen hatte, konzediert hat;
C. Nicht einleuchtende Konzession
Ein Spieler einen Stich konzediert hat, der durch keine
normale* Spielweise der restlichen Karten hdtte verloren gehen kvnnen.
* F|r die Zielsetzung der Artikel 69,
70 und 71 umfasst der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als auch eine
Spielweise, die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber keine
vernunftwidrige.

KAPITEL VII
Die Verhaltensregeln
Artikel 72: Allgemeine Grundsdtze
A. Einhaltung der Regeln
-
Allgemeine Verpflichtung der Teilnehmer
Bridgeturniere sollten in strikter \bereinstimmung mit den Regeln gespielt
werden.
-
Scoren von gewonnenen Stichen
Ein Spieler darf wissentlich weder den Score f|r einen Stich, den seine Seite
nicht gewonnen hat, noch die Konzession eines Stiches, den seine Gegner nicht
verlieren konnten, annehmen.
-
Verzicht auf Strafen
Im Turnierbridge darf ein Spieler nicht aus eigener Initiative auf eine Strafe
f|r einen gegnerischen Regelverstoss verzichten, selbst wenn er der Meinung
ist, er sei nicht geschddigt worden (aber er darf den Turnierleiter darum
ersuchen - siehe Artikel 81 C 8).
-
Aus|bung legaler Wahlmvglichkeiten durch die
nicht-schuldige Seite
Geben diese Regeln der nicht-schuldigen Seite eine Wahlmvglichkeit nach einem
gegnerischen Regelverstoss, so ist es nicht zu beanstanden, wenn sie die
vorteilhafteste Wahl trifft.
-
Optionen des schuldigen Spielers
Vorbehaltlich Artikel 16 C 2 und nachdem die schuldige Seite f|r einen
versehentlich begangenen Regelverstoss bestraft worden ist, ist es aus der
Sicht der schuldigen Spieler nicht zu beanstanden, wenn sie eine f|r ihre
Seite vorteilhafte Ansage oder Spielweise wdhlen, selbst wenn sie dadurch von
ihrem Regelverstoss zu profitieren scheinen.
-
Verantwortung f|r die Durchsetzung der Regeln
Die Verantwortung, Regelwidrigkeiten zu ahnden und Schdden wieder gutzumachen,
obliegt ausschliesslich dem Turnierleiter und diesen Regeln, nicht den
Spielern selbst.
B. Regelverstoss
-
Berichtigter Score
Wann immer der Turnierleiter meint, dass ein Spieler zum Zeitpunkt seines
Regelverstosses gewusst haben kvnnte, dass der Regelverstoss wahrscheinlich
die nicht-schuldige Seite schddigen w|rde, soll er die Reizung und das Spiel
fortsetzen lassen und nachfolgend einen berichtigten Score zuerkennen, wenn er
der Auffassung ist, dass die schuldige Seite durch den Regelverstoss einen
Vorteil erlangt hat.
-
Absichtlicher Regelverstoss
Ein Spieler darf keinesfalls absichtlich gegen die Regeln verstossen, selbst
wenn daf|r eine Strafe vorgesehen ist, die auf sich zu nehmen er bereit ist.
-
Versehentlicher Regelverstoss
Es besteht keine Verpflichtung, auf einen von der eigenen Seite begangenen
versehentlichen Regelverstoss aufmerksam zu machen (aber siehe die Fu_note zu
Artikel 75 wegen einer falschen Erkldrung).
-
Verbergen eines Regelverstosses
Ein Spieler darf nicht versuchen, einen versehentlichen Regelverstoss zu
verbergen, indem er z.B. ein zweites Revoke begeht, eine in ein Revoke
verstrickte Karte verbirgt oder vorzeitig die Karten vermischt.
Artikel 73: Verstdndigung
A. Korrekte Verstdndigung zwischen Partnern
-
Wie bewirkt
Die Verstdndigung zwischen Partnern wdhrend der Reizung und des Spiels soll
nur durch die Ansagen und Spiele selbst erfolgen.
-
Korrekte Art und Weise, Ansagen und Spiele zu machen
Ansagen und Spiele sollten ohne besonderen Nachdruck, Gehabe oder Modulation
der Stimme gemacht werden, und ohne |bertriebenes Zvgern oder |bermdssige Hast
(veranstaltende Verbdnde d|rfen aber Zwangspausen anordnen, etwa wdhrend der
ersten Bietrunde oder nach einem angek|ndigten Sprunggebot oder im ersten
Stich).
B. Ungehvrige Verstdndigung zwischen Partnern
-
\berfl|ssige Information
Die Partner sollen sich nicht durch die Art und Weise, in der Ansagen oder
Spiele gemacht werden, durch |berfl|ssige Bemerkungen oder Gesten oder durch
an die Gegner gestellte oder nicht gestellte Fragen, durch Alerts und den
Gegnern gegebene oder nicht gegebene Erkldrungen verstdndigen.
-
Vorher abgesprochene Verstdndigung
Der schwerstmvgliche Verstoss besteht f|r eine Partnerschaft darin,
Informationen durch vorher abgemachte Verstdndigungsmethoden, die von diesen
Regeln nicht gebilligt werden, auszutauschen. Eine schuldige Partnerschaft
riskiert den Ausschluss.
C. Spieler erhdlt vom Partner unerlaubte Information
Verf|gt ein Spieler |ber eine unerlaubte Information, die er
durch seines Partners Bemerkung, Frage, Erkldrung, Geste, Gehabe, besonderen
Nachdruck, Modulation der Stimme, Hast oder Zvgern erhalten hat, muss er
sorgfdltig vermeiden, dies zum Vorteil f|r seine Seite auszunutzen.
D. Abweichungen im Tempo oder in der Verhaltensweise
-
Versehentliche Abweichungen
Es ist w|nschenswert, wenn auch nicht immer gefordert, dass die Spieler
ein gleich bleibendes Tempo und eine unverdnderte Verhaltensweise beibehalten.
Jedoch sollten die Spieler in Situationen, in denen sich Abweichungen zu
Gunsten ihrer Seite auswirken kvnnen, besonders vorsichtig sein. Ansonsten
verletzt eine versehentliche Abweichung im Tempo oder in der Art, in welcher
eine Ansage oder ein Spiel gemacht wird als solche nicht die Anstandsregeln,
aber R|ckschl|sse aus solchen Abweichungen d|rfen korrekterweise nur von einem
Gegner und auf dessen eigenes Risiko gezogen werden.
-
Absichtliche Abweichungen
Ein Spieler darf nicht versuchen, einen Gegner durch Bemerkungen oder Gesten,
durch Hast oder Zvgern bei einer Ansage oder einem Spiel (z.B. Zvgern, bevor
man ein Singleton spielt), oder durch die Art und Weise, in welcher die Ansage
oder das Spiel gemacht wird, irrezuf|hren.
E. Tduschung
Ein Spieler darf korrekterweise versuchen, einen Gegner durch
eine Ansage oder ein Spiel zu tduschen (solange die Tduschung nicht durch eine
geheime Partnerschafts|bereinkunft oder durch Erfahrung abgesichert ist). Es ist
vvllig korrekt, zu vermeiden, den Gegnern Informationen zugdnglich zu machen,
indem man alle Ansagen und Spielweisen in gleich bleibendem Tempo und gleich
bleibender Art und Weise macht.
F. Verletzung der Anstandsregeln
F|hrt eine Verletzung der in dieser Regel beschriebenen
Anstandsregeln zu einem Schaden f|r einen unschuldigen Gegner, so gilt:
-
Spieler agiert aufgrund unerlaubter Information
Stellt der Turnierleiter fest, dass ein Spieler zwischen logischen
alternativen Aktionen eine gewdhlt hat, die nachweislich durch seines Partners
Bemerkung, Verhaltensweise, Tempo oder dhnliches ndher als eine andere gelegt
worden sein kvnnte, soll er einen berichtigten Score zuerkennen (siehe Artikel
16).
-
Spieler durch eine regelwidrige Tduschung benachteiligt
Stellt der Turnierleiter fest, dass ein unschuldiger Spieler einen falschen
R|ckschluss aus eines Gegners Bemerkung, Verhaltensweise, Tempo oder
dergleichen gezogen hat, der keinen nachweisbaren Bridge-Grund f|r die Aktion
besitzt und der zum Zeitpunkt der Aktion gewusst haben kvnnte, dass die Aktion
zu seinem Vorteil gedeihen kvnnte, soll der Turnierleiter einen berichtigten
Score zuerkennen (siehe Artikel 12 C).
Artikel 74: Benehmen und
Umgangsformen
A. Korrekte Einstellung
-
Hvflichkeit
Ein Spieler sollte jederzeit eine hvfliche Einstellung beibehalten.
-
Gute Umgangsformen in Wort und Tat
Ein Spieler sollte sorgfdltig jede Bemerkung oder Handlung vermeiden, die bei
einem anderen Spieler Verdrgerung oder Verlegenheit hervorrufen oder seine
Freude am Spiel beeintrdchtigen kvnnte.
-
Befolgung des korrekten Verfahrens
Jeder Spieler sollte beim Ansagen und Spielen gleichmdssig und korrekt
verfahren.
B. Umgangsformen
Aus Hvflichkeit sollte ein Spieler es unterlassen:
-
Dem Spiel nicht gen|gend Aufmerksamkeit zu widmen.
-
\berfl|ssige Kommentare wdhrend der Reizung und des Spiels
abzugeben.
-
Eine Karte zu ziehen, bevor er an der Reihe ist zu spielen.
-
Das Spiel unnvtig zu verldngern (etwa weiterzuspielen,
obwohl er weiss, dass er sicher alle Stiche gewinnen wird), zu dem Zweck,
einen Gegner aus der Fassung zu bringen.
-
Den Turnierleiter in einer Art und Weise zu rufen oder
anzusprechen, die ihm oder anderen Teilnehmern gegen|ber unhvflich ist.
C. Verfahrensverstvsse
Folgende Verhaltensweisen gelten als Verfahrensverstv_e:
-
Verschiedene Bezeichnungen f|r dieselbe Ansage zu
verwenden.
-
Billigung oder Missbilligung einer Ansage oder eines Spiels
anzudeuten.
-
Die Erwartung oder Absicht anzudeuten, einen Stich, der
noch nicht vollstdndig ist, zu gewinnen oder zu verlieren.
-
Einen Kommentar abzugeben oder eine Aktion zu unternehmen,
wodurch auf einen bedeutsamen Vorfall oder auf die Anzahl der f|r den Erfolg
noch benvtigten Stiche aufmerksam gemacht wird.
-
Absichtlich einen anderen Spieler wdhrend der Reizung oder
des Spiels anzuschauen, um seine Karten zu sehen oder um zu beobachten, von
welcher Stelle er eine Karte zieht (jedoch ist es korrekt, aufgrund einer
Information zu handeln, die man durch versehentliches Sehen einer Karte des
Gegners erhalten hat*).
-
Einen offensichtlichen Mangel weiteren Interesses an einer
Teilung zu bekunden (indem man etwa seine Karten zusammenschiebt).
-
Die normale Biet- oder Spielgeschwindigkeit unterschiedlich
zu gestalten, um einen Gegner aus der Fassung zu bringen.
-
Unnvtig den Tisch vor Aufruf der ndchsten Runde zu
verlassen.
* Siehe Artikel 73 D 2, wenn ein Spieler seine Karten
absichtlich gezeigt haben kvnnte.
Artikel 75: Partnerschaftsvereinbarungen
A. Besondere Partnerschaftsvereinbarungen
Besondere Partnerschaftsvereinbarungen, seien sie
ausdr|cklich oder stillschweigend, m|ssen vollstdndig und uneingeschrdnkt den
Gegnern zur Verf|gung stehen (siehe Artikel 40). Eine dem Partner aufgrund
solcher Vereinbarungen |bermittelte Information muss sich aus Ansagen, Spielen
und den f|r das laufende Board geltenden Bedingungen ergeben.
B. Bruch von Partnerschaftsvereinbarungen
Ein Spieler darf eine angek|ndigte Partnerschaftsvereinbarung
brechen, solange sein Partner sich des Bruches nicht bewusst ist (aber
gewohnheitsmdssige Br|che innerhalb einer Partnerschaft kvnnen stillschweigende
Vereinbarungen begr|nden, die offen gelegt werden m|ssen). Kein Spieler hat die
Pflicht, den Gegnern zu offenbaren, dass er eine angek|ndigte Vereinbarung
gebrochen hat; werden die Gegner anschliessend geschddigt, etwa, weil sie einen
falschen R|ckschluss aus einem solchen Bruch gezogen haben, haben sie keinen
Anspruch auf Entschddigung.
C. Beantwortung von Fragen |ber Partnerschaftsvereinbarungen
Erkldrt ein Spieler die Bedeutung einer Ansage oder
Spielweise des Partners in Beantwortung einer Frage des Gegners (siehe Artikel
20), soll er alle besonderen Informationen offen legen, die ihm aufgrund
Partnerschaftsvereinbarung oder -erfahrung |bermittelt worden sind; er braucht
aber R|ckschl|sse, die er aus seiner allgemeinen Bridgekenntnis und Erfahrung
gezogen hat, nicht zu offenbaren.
D. Berichtigung falscher Erkldrungen
-
Erkldrender bemerkt eigenen Fehler
Bemerkt ein Spieler anschliessend, dass seine eigene Erkldrung falsch oder
unvollstdndig war, muss er sofort den Turnierleiter rufen (der Artikel 21 oder
Artikel 40 C anwenden wird).
-
Partner des Erkldrenden bemerkt Fehler
Ein Spieler, dessen Partner eine falsche Erkldrung abgegeben hat, darf weder
den Fehler vor dem abschliessenden Pass berichtigen noch darf er in
irgendeiner Weise zu erkennen geben, dass ein Fehler begangen worden ist; ein
Gegenspieler darf den Fehler nicht berichtigen, bevor das Spiel endet. Nachdem
er den Turnierleiter bei der ersten legalen Gelegenheit (nach dem
abschliessenden Pass, wenn er Alleinspieler oder Dummy ist; nach Spielende,
wenn er Gegenspieler ist) gerufen hat, muss der Spieler den Gegnern mitteilen,
dass seiner Meinung nach die Erkldrung seines Partners falsch war.**
**
Zwei
Beispiele mvgen die Pflichten der Spieler (und des Turnierleiters)
verdeutlichen, nachdem den Gegnern eine irref|hrende Erkldrung gegeben worden
ist. In beiden folgenden Beispielen hat Nord 1 SA ervffnet und S|d, der eine
schwache Hand mit langen Karos hdlt, hat 2 Karo in der Absicht geboten, damit
abzuschliessen; Nord erkldrt aber in Beantwortung der Nachfrage von West, dass
S|ds Gebot stark und k|nstlich sei und nach Oberfarben frage.
Beispiel 1 - Falsche Erkldrung
Die tatsdchliche Partnerschaftsvereinbarung ist die, dass 2
Karo ein nat|rliches Abschlussgebot ist; der Fehler lag in Nords Erkldrung.
Diese Erkldrung ist ein Regelverstoss, da Ost-West einen Anspruch darauf
haben, eine zutreffende Beschreibung der Nord-S|d-Vereinbarungen zu erhalten
(f|hrt dieser Versto_ zu einem Schaden f|r Ost-West, soll der Turnierleiter
einen berichtigten Score zuerkennen). Bemerkt Nord anschliessend seinen
Fehler, muss er sofort den Turnierleiter benachrichtigen. S|d darf keinesfalls
etwas unternehmen, um die falsche Erkldrung zu berichtigen, solange die
Reizung im Gange ist; nach dem abschliessenden Pass sollte S|d, wenn er
Alleinspieler oder Dummy ist, den Turnierleiter rufen und muss freiwillig eine
Berichtigung der Erkldrung abgeben. Wird S|d ein Gegenspieler, ruft er den
Turnierleiter nach Spielende und berichtigt die Erkldrung dann.
Beispiel 2 - Falsches Gebot
Die Partnerschaftsvereinbarung ist wie erkldrt - 2 Karo ist
stark und k|nstlich; der Fehler lag in S|ds Gebot. Hier liegt kein
Regelverstoss vor, da Ost-West eine zutreffende Beschreibung der
Nord-S|d-Vereinbarung erhalten haben; sie haben keinen Anspruch auf eine
zutreffende Beschreibung der Nord-S|d-Hdnde.
(Ungeachtet eines Schadens soll der Turnierleiter das
Resultat aufrechterhalten; der Turnierleiter hat jedoch "Falsche Erkldrung"
eher als "Falsches Gebot" anzunehmen, falls das Gegenteil nicht bewiesen
wird.) S|d darf auf keinen Fall Nords Erkldrung sofort berichtigen (oder den
Turnierleiter benachrichtigen) und ihn trifft keine Pflicht, dies
anschliessend zu tun.
In beiden Beispielen wei_ S|d, nachdem er Nords Erkldrung
gehvrt hat, dass sein eigenes Zwei-Karo-Gebot missverstanden worden ist. Diese
Kenntnis ist eine "Unerlaubte Information" (siehe Artikel 16 A), so dass S|d
sorgfdltig vermeiden muss, nachfolgende Aktionen auf diese Information zu
gr|nden (tut er dies, soll der Turnierleiter einen berichtigten Score
zuerkennen). Gibt z.B. Nord ein R|ckgebot von zwei Sans-Atout ab, verf|gt S|d
|ber die unerlaubte Information, dass dieses Gebot nur eine Vierer-Oberfarbe
verneint; aber S|ds Pflicht besteht darin, so zu handeln, als habe Nord Maximum
gezeigt und damit einen starken Partieversuch gegen|ber einer schwachen Antwort
gemacht.
Artikel 76: Zuschauer
A. Benehmen wdhrend Reizung oder Spiel
-
Nur eine Hand
Ein Zuschauer sollte ohne Erlaubnis nicht in die Hdnde von mehr als einem
Spieler sehen.
-
Persvnliche Reaktion
Ein Zuschauer darf wdhrend einer laufenden Teilung keine Reaktion bez|glich
der Reizung oder des Spiels zeigen.
-
Gehabe oder Bemerkungen
Wdhrend der Runde muss sich ein Zuschauer jeglichen Gehabes oder irgendwelcher
Bemerkungen enthalten (einschliesslich Unterhaltung mit einem Spieler).
-
R|cksichtnahme auf Spieler
Ein Zuschauer darf in keiner Weise einen Spieler stvren.
B. Beteiligung eines Zuschauers
Ein Zuschauer darf weder die Aufmerksamkeit auf eine Regelwidrigkeit lenken,
noch zu irgendeiner Frage bez|glich Tatsachen oder Regeln Stellung nehmen, au_er
auf Aufforderung des Turnierleiters.
KAPITEL VIII
Der Score
Artikel
77: Score-Tabelle f|r Turnierbridge
Stich Score
Der Seite des Alleinspielers gutzuschreibende
Stich-Wertungspunkte, wenn der Kontrakt erf|llt wird
und die Trumpffarbe ist:
Treff Karo
Herz Pik
f|r jeden gebotenen und
gemachten Stich |ber
dem Buch, sofern der Kontrakt
-
unkontriert gespielt wurde:
20 20
30 30
-
kontriert wurde:
40 40
60 60
-
rekontriert wurde:
80 80
120 120
In einem Sans-Atout-Kontrakt verhdlt es sich wie
folgt:
F|r den ersten gebotenen und gemachten Stich
|ber dem Buch
- ohne Kontra: 40
- mit Kontra:
80
. mit Rekontra: 160
F|r jeden weiteren Stich erhdlt man
- ohne Kontra: 30
- mit Kontra:
60
. mit Rekontra: 120
Ein in einem Board erreichtes
Stich-Wertungspunkt-Ergebnis von 100 oder mehr Punkten ergibt ein Vollspiel, ein
erzieltes Stich-Wertungspunkt-Ergebnis von weniger als 100 Punkten ist ein
Teilkontrakt.
Prdmien
Kleinschlemm (12 Stiche) geboten und erf|llt:
- ungefdhrlich: 500
- gefdhrlich:
750
Grossschlemm (13 Stiche) geboten und erf|llt:
- ungefdhrlich: 1000
- gefdhrlich:
1500
\berstiche
F|r jeden \berstich (|ber den Kontrakt
hinausgehend gemachte Stiche):
- ohne Kontra: identisch mit
dem Stichwert (vgl. oben)
- Kontra / ungefdhrlich: 100
- Kontra / gefdhrlich:
200
- Rekontra / ungefdhrlich: 200
- Rekontra / gefdhrlich: 400
Prdmien f|r Vollspiel,
Teilkontrakt und erf|llten Kontrakt
- F|r den Gewinn eines Vollspiels, ungefdhrlich:
300
- F|r den Gewinn eines Vollspiels, gefdhrlich:
500
- F|r Gewinn irgendeines kontrierten, aber nicht
rekontrierten Kontrakts: 50
- F|r Gewinn irgendeines rekontrierten
Kontrakts: 100
Strafen f|r Faller
(Stiche, um die der
Alleinspieler die Erf|llung des Kontraktes verfehlt)
| |
|
In Nichtgefahr |
|
|
In Gefahr |
|
| |
Unkontriert |
Kontriert |
Rekontriert |
Unkontriert |
Kontriert
|
Rekontriert
|
|
F|r den ersten Faller |
50 |
100 |
200 |
100 |
200 |
400 |
|
Jeder weitere Faller |
50 |
200 |
400 |
100 |
300 |
600 |
|
Bonus f|r den vierten und jeden
weiteren Faller |
0 |
100 |
200 |
0 |
0 |
0 |
Artikel 78: Score-Verfahren
A. Matchpunkt-Verfahren
Im Matchpunkt-Verfahren erhdlt jeder Teilnehmer f|r die von
anderen Teilnehmern im gleichen Board erzielten Ergebnisse, die mit seinem
Ergebnis verglichen werden, folgende Gutschriften: Zwei Score-Einheiten
(Matchpunkte oder halbe Matchpunkte) f|r jedes Ergebnis, das schlechter als
seines ist, eine Score-Einheit f|r jedes Ergebnis, das gleich seinem eigenen ist
und null Score-Einheiten f|r jedes Ergebnis, das besser als sein eigenes ist.
B. Internationales Matchpunkt-Verfahren
Im Internationalen Matchpunkt-Verfahren wird in jedem Board
die Differenz der Gesamtpunkte zwischen zwei Ergebnissen verglichen und nach
folgender Tabelle in IMP umgewandelt:
|
Punktdifferenz |
IMP |
Punktdifferenz |
IMP |
| |
|
|
|
|
|
| 20 - |
40 |
1 |
750 - |
890 |
13 |
| 50 - |
80 |
2 |
900 - |
1090 |
14 |
| 90 - |
120 |
3 |
1100 - |
1290 |
15 |
| 130 - |
160 |
4 |
1300 - |
1490 |
16 |
| 170 - |
210 |
5 |
1500 - |
1740 |
17 |
| 220 - |
260 |
6 |
1750 - |
1990 |
18 |
| 270 - |
310 |
7 |
2000 - |
2240 |
19 |
| 320 - |
360 |
8 |
2250 - |
2490 |
20 |
| 370 - |
420 |
9 |
2500 - |
2990 |
21 |
| 430 - |
490 |
10 |
3000 - |
3490 |
22 |
| 500 - |
590 |
11 |
3500 - |
4000 |
23 |
| 600 - |
740 |
12 |
4000 |
und mehr |
24 |
C. Gesamtpunkt-Verfahren
Im Gesamtpunkt-Verfahren ist der in allen gespielten Boards
insgesamt erzielte Netto-Score der Score f|r jeden Teilnehmer.
D. Besondere Score-Methoden
Besondere Score-Methoden sind zuldssig, wenn sie vom
veranstaltenden Verband genehmigt sind. Vor jedem Wettbewerb sollte der
veranstaltende Verband die Wettbewerbsbedingungen vervffentlichen, die die
Teilnahmebedingungen, Score-Verfahren, Ermittlung der Sieger, Entscheidung bei
Punktgleichheit und dhnliches beinhalten.
Artikel 79: Gewonnene Stiche
A. Einigung |ber gewonnene Stiche
\ber die Anzahl der gewonnenen Stiche soll Einigung erzielt
werden, bevor alle vier Hdnde in das Board zur|ckgesteckt werden.
B. Uneinigkeit |ber gewonnene Stiche
Entsteht anschliessend eine Uneinigkeit, muss der
Turnierleiter gerufen werden. Eine Erhvhung des Scores braucht nicht gewdhrt zu
werden, wenn nicht der Turnierleiter gerufen wird, bevor gemdss Artikel 8 die
Runde endet (aber Artikel 69 oder Artikel 71 kvnnen diese Bestimmung verdrdngen,
wenn eine Einwilligung erfolgt oder eine Konzession gemacht worden ist).
C. Irrtum beim Scoren
Ein Irrtum bei der Berechnung oder beim Eintragen des Scores,
|ber den Einigung erzielt worden war, gleichg|ltig, ob er von einem Spieler oder
einem Scorer begangen worden ist, darf bis zum Ablauf des vom veranstaltenden
Verband festgelegten Zeitraums berichtigt werden. Wenn der veranstaltende
Verband keinen spdteren* Zeitpunkt bestimmt, lduft dieser Berichtigungszeitraum
30 Minuten, nachdem das offizielle Ergebnis zur Einsichtnahme zugdnglich gemacht
worden ist, aus.
*
Ein fr|herer Zeitpunkt darf festgelegt
werden, wenn dies aufgrund der besonderen Bedingungen eines Wettbewerbs
notwendig ist.

KAPITEL IX
Veranstaltung von
Turnieren
Artikel
80: Veranstaltender Verband
Ein veranstaltender Verband, der
ein Turnier nach diesen Regeln durchf|hrt, hat die folgenden Pflichten und
Rechte:
A. Turnierleiter
Den Turnierleiter zu bestellen.
Gibt es keinen Turnierleiter, sollten die Spieler einen unter ihnen mit der
Wahrnehmung seiner Aufgaben betrauen.
B. Vorbereitungen
Die Vorbereitungen f|r das
Turnier zu treffen, einschliesslich des Spiellokals, der Versorgung der
Teilnehmer und der Bereitstellung des Spielmaterials.
C. Spielzeiten f|r jeden
Durchgang
Datum und Zeit f|r jeden
Durchgang festzulegen.
D. Teilnahmebedingungen
Die Teilnahmebedingungen
festzulegen.
E. Besondere Bedingungen
B esondere
Bedingungen f|r Reizung und Spiel festzulegen (wie z.B. schriftliche Reizung,
Bidding-Boxes, Screens - Strafvorschriften f|r Aktionen, die nicht mittels
Benutzung eines Screens unternommen werden, d|rfen ausser Kraft gesetzt werden).
F. Zusdtzliche
Durchf|hrungsbestimmungen
Durchf|hrungsbestimmungen zu
vervffentlichen oder anzuk|ndigen, die diese Regeln ergdnzen, aber nicht im
Widerspruch zu ihnen stehen.
G. Proteste
Geeignete Vorkehrungen zu
treffen, damit Proteste verhandelt werden kvnnen.

KAPITEL X
Turnierleiter
Abschnitt I -
Verantwortlichkeiten
Artikel 81: Pflichten und Rechte
A. Offizieller Status
Der Turnierleiter ist der offizielle Vertreter des
veranstaltenden Verbandes.
B. Einschrdnkungen und Verantwortlichkeiten
-
Technische Leitung
Der Turnierleiter ist f|r die technische Leitung des Turniers verantwortlich.
-
Einhaltung der Regeln und Durchf|hrungsbestimmungen
Der Turnierleiter ist diesen Regeln und den zusdtzlichen
Durchf|hrungsbestimmungen, die der veranstaltende Verband angek|ndigt hat,
unterworfen.
C. Pflichten und Rechte des Turnierleiters
Die Pflichten und Rechte des Turnierleiters schliessen
|blicherweise die folgenden ein:
-
Hilfskrdfte
Nach Bedarf Hilfskrdfte zu ernennen, um seine Pflichten zu erf|llen.
-
Anmeldungen
Anmeldungen anzunehmen und aufzulisten.
-
Spielbedingungen
Geeignete Spielbedingungen zu schaffen und diese den Teilnehmern bekannt
zugeben.
-
Disziplin
Die Disziplin aufrechtzuerhalten und den ordnungsgemd_en Verlauf des Spiels
sicherzustellen.
-
Regeln
Diese Regeln anzuwenden und auszulegen und die Spieler |ber ihre sich hieraus
ergebenden Rechte und Pflichten zu belehren.
-
Irrt|mer
Einen Irrtum oder eine Regelwidrigkeit innerhalb des gemdss Artikel 79 C
festgelegten Berichtigungszeitraumes zu korrigieren, egal, auf welche Weise er
darauf aufmerksam wird.
-
Strafen
Strafen zu verhdngen, wenn diese verwirkt sind.
-
Erlass von Strafen
Strafen nach seinem Ermessen auf Antrag der nicht-schuldigen Seite zu
erlassen, wenn hierf|r ein Grund besteht.
-
Streitigkeiten
Streitigkeiten zu schlichten; dem zustdndigen Gremium eine Streitfrage zur
Entscheidung vorzulegen.
-
Scores
Scores einzusammeln und Ergebnisse zu vervffentlichen.
-
Meldungen
Dem veranstaltenden Verband Ergebnisse zu melden, damit sie offiziell
registriert werden kvnnen.
D. Delegation von Pflichten
Der Turnierleiter darf jede der unter C aufgef|hrten
Pflichten an Hilfskrdfte delegieren, dies entbindet in jedoch nicht von seiner
Verantwortung f|r ihre korrekte Erf|llung.
Artikel 82: Berichtigung von
Verfahrensfehlern
A. Pflicht des Turnierleiters
Es ist die Pflicht des Turnierleiters, Verfahrensfehler zu
berichtigen und den Fortlauf des Spiels in einer Weise sicherzustellen, die
nicht im Widerspruch zu diesen Regeln steht.
B. Berichtigung von Fehlern
Um einen Verfahrensfehler zu berichtigen, darf der
Turnierleiter:
-
Zuerkennen eines berichtigten Scores
Nach Massgabe dieser Regeln einen berichtigten Score zuerkennen.
-
Spielzeit festsetzen
Das Spielen oder Nachspielen eines Boards anordnen.
C. Fehler des Turnierleiters
Hat der Turnierleiter eine Entscheidung getroffen, die er
selbst oder der Hauptturnierleiter anschlie_end f|r falsch hdlt und erlaubt
keine Berichtigungsmethode, das Board normal zu scoren, soll er einen
berichtigten Score zuerkennen, wobei er zu diesem Zweck beide Seiten als
nicht-schuldig ansieht.
Artikel 83: Hinweis auf das
Protestrecht
Glaubt der Turnierleiter, dass eine \berpr|fung
seiner betreffend einer im Tatsdchlichen angesiedelten Frage oder einer Aus|bung
seines Ermessens getroffenen Entscheidung angebracht sein kvnnte (etwa wenn er
einen berichtigten Score gemdss Artikel 12 zuerkennt), soll er einen Teilnehmer
auf sein Recht hinweisen, Protest zu erheben. Er darf die Streitfrage auch von
sich aus einem zustdndigen Gremium zur Entscheidung vorlegen.
Abschnitt II -
Entscheidungen
Artikel
84: Entscheidungen bei unstreitigem Sachverhalt
Wird der Turnierleiter gerufen,
um eine die Regeln oder die zusdtzlichen Durchf|hrungsbestimmungen betreffende
Frage zu entscheiden, bei der |ber die Tatsachen Einigkeit herrscht, soll er wie
folgt entscheiden:
A. Keine Strafe
Ist in den Regeln keine Strafe
vorgesehen und besteht keine Veranlassung f|r die Aus|bung seines Ermessens,
weist er die Spieler an, mit der Reizung oder dem Spiel fortzufahren.
B. Regeln sehen Strafe vor
Erf|llt ein Sachverhalt klar den
Tatbestand einer Regel, die f|r die Regelwidrigkeit eine Strafe vorsieht,
verhdngt er diese Strafe und sorgt daf|r, dass sie vollzogen wird.
C. Wahlrecht eines Spielers
Gibt eine Regel einem Spieler
ein Wahlrecht zwischen mehreren Strafen, erkldrt der Turnierleiter die
Wahlmvglichkeiten und sorgt daf|r, dass eine Strafe gewdhlt und vollzogen wird.
D. Wahlrecht des Turnierleiters
Gibt eine Regel dem
Turnierleiter ein Wahlrecht zwischen einer bestimmten Strafe und der Zuerkennung
eines berichtigten Scores, versucht er, Billigkeit herzustellen, entscheidet
aber jeden zweifelhaften Punkt zu Gunsten der nicht-schuldigen Seite.
E. Strafe aufgrund
Ermessensentscheidung
Ist eine Regelwidrigkeit
vorgekommen, f|r die in den Regeln keine Strafe vorgesehen ist, erkennt der
Turnierleiter einen berichtigten Score zu, wenn eine auch nur vern|nftige
Mvglichkeit besteht, dass die nicht-schuldige Seite geschddigt worden ist, und
weist die schuldige Seite auf ihr Recht zum Protest hin (siehe Artikel 81 C 9).
Artikel 85: Entscheidungen bei
streitigem Sachverhalt
Wird der Turnierleiter gerufen, um eine die Regeln oder die
zusdtzlichen Durchf|hrungsbestimmungen betreffende Frage zu entscheiden, bei der
|ber die Tatsachen keine Einigkeit herrscht, soll er wie folgt vorgehen:
A. Einschdtzung des Turnierleiters
Ist der Turnierleiter davon |berzeugt, dass er den
Sachverhalt festgestellt hat, entscheidet er gemdss Artikel 84.
B. Sachverhalt nicht festgestellt
Ist der Turnierleiter nicht in der Lage, den Sachverhalt zu
seiner \berzeugung festzustellen, soll er eine Entscheidung treffen, die den
Fortgang des Spiels ermvglicht, und die Spieler auf ihr Recht zum Protest
hinweisen.
Abschnitt III -
Berichtigung von Regelwidrigkeiten
Artikel
86: Im Team-Turnier
A. Durchschnitt im Team-Turnier
Entschlie_t sich der
Turnierleiter dazu, im Team-Turnier einen k|nstlichen berichtigten Score in Form
eines Plus- oder Minusdurchschnitts zuzuerkennen, so sind das entweder + 3 IMP
oder - 3 IMP.
B. Sich nicht ausgleichende
Scores, K.O.-Wettbewerb
Weist der Turnierleiter in einem
Knock-out-Wettbewerb sich nicht ausgleichende Scores (siehe Artikel 12 C) zu,
wird der Score jedes Teilnehmers f|r das Board gesondert berechnet. Der
Durchschnitt der beiden Scores wird dann beiden Teilnehmern zugewiesen.
C. Ersatzboard
Der Turnierleiter soll seine
Befugnis nach Artikel 6, ein Ersatzboard spielen zu lassen, nicht aus|ben, wenn
das Endergebnis eines Kampfes ohne dieses Board einem Teilnehmer bekannt sein
kvnnte. Statt dessen erkennt er einen berichtigten Score zu.
Artikel 87: Verfdlschtes Board
A. Definition
Ein Board gilt als verfdlscht, wenn der Turnierleiter
feststellt, dass eine oder mehrere Karten so vertauscht worden sind, dass
Teilnehmer, die einen direkten Scorevergleich in dem Board gehabt haben sollten,
das Board nicht in identischer Form gespielt haben.
B. Scoren des verfdlschten Boards
Beim Scoren eines verfdlschten Boards stellt der
Turnierleiter so genau wie mvglich fest, welche Scores mit dem Board in seiner
urspr|nglichen Form und welche Scores in der gednderten Form erzielt worden
sind. Er teilt auf dieser Grundlage die Ergebnisse in zwei Gruppen und scort
jede Gruppe getrennt entsprechend den Bestimmungen des veranstaltenden
Verbandes.
In manchen Arten von Team-Turnieren darf der veranstaltende
Verband eine Neuteilung anordnen (siehe Artikel 6).
Abschnitt IV -
Strafen
Artikel 88: Zuerkennung von
Entschddigungspunkten
Muss sich in einem Paar- oder Individualturnier
ein nicht-schuldiger Teilnehmer mit einem k|nstlichen berichtigten Score
zufrieden geben, obwohl er weder einen Fehler begangen noch eine entsprechende
Wahl getroffen hat, sollen einem solchen Teilnehmer mindestens 60% der
Matchpunkte, die er in diesem Board erzielen konnte, oder der Prozentsatz der
Matchpunkte, die er in den wdhrend des Durchgangs tatsdchlich gespielten Boards
erzielt hat, zuerkannt werden, wenn dieser Prozentsatz grv_er als 60% war.
Artikel 89: Strafen im
Individualturnier
In einem Individualturnier soll der
Turnierleiter die in diesen Regeln vorgesehenen Strafbestimmungen und die
Bestimmungen, die die Zuerkennung eines berichtigten Scores anordnen,
gleichermassen auf beide Mitglieder der schuldigen Seite anwenden, auch wenn nur
einer von ihnen f|r die Regelwidrigkeit verantwortlich sein mag. Der
Turnierleiter soll aber bei der Zuerkennung berichtigter Scores gegen den
Partner des schuldigen Spielers keine Verfahrens-Strafpunkte verhdngen, wenn
jener nach Ansicht des Turnierleiters in keiner Weise f|r den Regelverstoss
verantwortlich war.
Artikel 90: Verfahrensstrafen
A. Befugnis des Turnierleiters
Der Turnierleiter darf zusdtzlich zur Anwendung der in diesen
Regeln vorgesehenen Strafvorschriften auch Strafen f|r jeden Verstoss verhdngen,
der das Spiel |ber Geb|hr verzvgert oder stvrt, anderen Teilnehmern
Unannehmlichkeiten bereitet, dem korrekten Ablauf zuwiderlduft oder die
Zuerkennung eines berichtigten Scores an einem anderen Tisch erforderlich macht.
B. Verstvsse, die einer Strafe unterliegen
Strafbewehrte Verstvsse sind unter anderem:
-
Verspdtung
Ankunft eines Teilnehmers nach der festgelegten Startzeit.
-
Langsames Spiel
\ber Geb|hr langsames Spiel eines Teilnehmers.
-
Laute Diskussion
Unterhaltung |ber die Reizung, das Spiel oder Ergebnis eines Boards, die an
einem anderen Tisch mitgehvrt werden kvnnten.
-
Vergleichen von Scores
Unerlaubtes Vergleichen von Scores mit einem anderen Teilnehmer.
-
Ber|hren der Karten eines anderen Spielers
Karten, die einem anderen Spieler gehvren, zu ber|hren oder aufzunehmen
(Artikel 7).
-
Falsches Stecken in das Board
Eine oder mehrere Karten in ein falsches Fach des Boards zu stecken.
-
Verfahrensverstösse
Verfahrensfehler (wie etwa das Versäumnis, seine Karten zu zdhlen, das falsche
Board zu spielen usw.), die die Zuerkennung eines berichtigten Scores f|r
irgendeinen Teilnehmer zur Folge haben.
-
Nichtbefolgung von Anweisungen
Nicht unverz|glich die f|r das Turnier geltenden Durchf|hrungsbestimmungen
oder die Anweisungen des Turnierleiters zu befolgen.
Artikel 91: Disziplinarstrafen oder
Ausschluss
A. Befugnis des Turnierleiters
In Ausübung seiner Pflicht, Ordnung und Disziplin
aufrechtzuerhalten, ist der Turnierleiter insbesondere ermächtigt,
Disziplinarstrafen in Form von Punktabzügen aufzuerlegen oder einen Teilnehmer
vom laufenden Durchgang oder von irgendeinem Teil desselben auszuschliessen (die
gemäss dieser Bestimmung vom Turnierleiter getroffene Entscheidung ist
unanfechtbar).
B. Recht zu disqualifizieren
Der Turnierleiter ist insbesondere ermächtigt, einen
Teilnehmer, wenn hierfür ein Grund besteht, zu disqualifizieren, vorbehaltlich
der Einwilligung des Schiedsgerichts oder des veranstaltenden Verbandes.
KAPITEL XI
Proteste
Artikel 92: Recht zum
Protest
A. Recht eines Teilnehmers
Ein Teilnehmer oder sein Kapitdn darf gegen jede an seinem
Tisch getroffene Entscheidung des Turnierleiters zwecks \berpr|fung derselben
Protest einlegen.*
B. Protestfrist
Das Recht, eine Entscheidung des Turnierleiters zu verlangen
oder gegen eine solche Entscheidung Protest einzulegen, erlischt 30 Minuten,
nachdem das offizielle Ergebnis zur Einsichtnahme zugdnglich gemacht worden ist,
sofern nicht der veranstaltende Verband eine abweichende Zeitspanne festgelegt
hat.
C. Form des Protestes
Alle Proteste sollen |ber den Turnierleiter eingelegt werden.
D. \bereinstimmung der Protestierenden
Ein Protest soll nicht verhandelt werden, wenn nicht beide
Mitglieder eines Paares (ausser in einem Individualturnier) oder der Kapitdn
eines Teams mit der Einlegung des Protestes einverstanden sind. Ein abwesendes
Mitglied soll als einverstanden gelten.
Artikel
93: Protestverfahren
A. Kein Schiedsgericht
Der Hauptturnierleiter soll alle Proteste verhandeln und
entscheiden, wenn es kein Turnier- oder übergeordnetes Schiedsgericht gibt oder
wenn ein Schiedsgericht nicht zusammentreten kann, ohne den geordneten Verlauf
des Turniers zu stören.
B. Schiedsgericht vorhanden
Ist ein Schiedsgericht vorhanden,
-
Protest betrifft Regeln
soll der Hauptturnierleiter den Teil des Protestes verhandeln und entscheiden,
der ausschliesslich die Regeln oder Durchführungsbestimmungen betrifft. Gegen
seine Entscheidung darf beim Schiedsgericht* Protest eingelegt werden.
-
Alle anderen Proteste
Der Hauptturnierleiter soll alle anderen Proteste an das Schiedsgericht* zur
Entscheidung verweisen.
-
Entscheidung von Protesten
Bei der Entscheidung von Protesten darf das Schiedsgericht** alle Rechte
ausüben, die dem Turnierleiter aufgrund dieser Regeln zustehen, mit der
Ausnahme, dass das Schiedsgericht den Turnierleiter nicht in einer die Regeln
oder die Zusatzbestimmungen betreffenden Frage oder in der Ausübung seiner
Disziplinargewalt überstimmen darf. Das Schiedsgericht darf dem Turnierleiter
empfehlen, seine Entscheidung zu ändern.
C. Protest bei der nationalen Instanz
Wurden die oben aufgef|hrten Rechtsmittel erschöpft, darf bei
der durch den nationalen Verband bestimmten Instanz Berufung eingelegt werden.
* Veranstaltende
Verbdnde d|rfen Strafvorschriften f|r unbegr|ndete Proteste erlassen. In der
Schweiz beispielsweise verfdllt die Protestgeb|hr und wird der Juniorenfvrderung
zur Verf|gung gestellt.
**
Zonale Organisationen d|rfen abweichende
Protestbedingungen f|r besondere Turniere aufstellen.

|