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Unsere Interventionen
Hinweis: Sie können das Thema "Interventionen durch uns" hier als Dokument runterladen.
Ungeachtet davon, welche der nachfolgend dargestellten "Gadgets" Sie spielen wollen, bitten wir um Beachtung folgender Grundphilosophie:
Und hier etwas zum natürlichen Folgelizit nach Interventionen:
Grundsätzlich verwenden wir mit schwachen Blättern "The law of the total tricks".
Dieses besagt, dass man ungeachtet der Figurenpunkte bei einem Fit den Partner sofort so hoch wie möglich unterstützen soll.
Dabei zählt man das Minimum der Karten, die der Partner in der Trumpffarbe haben muss, sowie die eigenen Karten in dieser Farbe zusammen. Das Ergebnis entspricht der Anzahl Stiche, die man ansagt.
Interveniert also der Partner mit "1 ª", lizitiert man mit 3 ª-Karten "2 ª", mit 4 ª-Karten "3 ª" und mit 5 ª-Karten "4 ª". Dies auch mit 0 HP! Denn je mehr man (allenfalls gar kontriert) fällt, umso mehr wäre seitens des Gegners lizitier- und spielbar. Etwas vorsichtig sollte man nur dann sein, wenn unsere Seite gefährlich und die gegnerische Seite ungefährlich ist.
Die einzelnen Interventionen im Detail
Man beachte nach gegnerischen Unterfarbeneröffnungen:
Mit ausgeglichen verteilten Händen und 15-19 HP kontriert man vorneweg und lizitiert später „Sans Atout“, wenn der Gegner dies zulässt. Ein „Sans Atout – Gebot“ ohne Sprung zeigt dann 15-17 HP, eines mit Sprung 18-19 HP. Das Folgelizit entspricht je nach Höhe der „Sans Atout – Ansage“ unserem Folgelizit nach den Eröffnungen "1 NT" respektive "2 NT". Werden wir nach der „Ohne – Ansage“ kontriert, verhalten wir uns ebenfalls gleich wie wenn "1 NT" kontriert wird.
Aufpassen muss der Partner des Intervenierenden, wenn die Edelfarbeneröffung auf Stufe 3 überrufen wurde (also „1 ª - 3 ª“ respektive „1 © - 3 ©“): Der Intervenierende hat entweder eine lange und geschlossene Unterfarbe und fragt nach Stopper in der Eröffnungsfarbe oder aber 18+ HP und beide Unterfarben. Hat der Partner keinen Stopper in der Eröffnungsfarbe sagt er mit 0-7/8 HP die längere der Unterfarben an, mit (8)9+ HP kann er dasselbe auf 5er-Stufe tun. Mit starken Händen überruft er die Eröffnungsfarbe erneut. Lizitiert er 4 in der anderen Edelfarbe, ist das ein Spielvorschlag mit 7+ Karten in dieser Farbe.
Man beachte nach gegnerischen Edelfarbeneröffnungen:
Mit ausgeglichen verteilten Händen und (15)16-20 HP kontriert man vorneweg und lizitiert später „Ohne“, wenn der Gegner dies zulässt. Ein „Ohne – Gebot“ ohne Sprung zeigt dann (15)16-18 HP, eines mit Sprung 19-20 HP. Das Folgelizit entspricht je nach Höhe der „Ohne-Ansage“ unserem Folgelizit nach den Eröffnungen "1 NT" respektive "2 NT". Meist wird man wohl auch mit der schwächeren Variante schon auf 2er-Stufe lizitieren müssen. Werden wir nach der SA-Ansage kontriert, verhalten wir uns gleich, wie wenn "1 NT" kontriert wird. Rekontra ist also Transfer Treff, Farbansagen sind ebenfalls Transfer. Pass verlangt Rekontra, was gepasst werden kann. Lizitiert man nach diesem Rekontra, so ist dies "Baron" (man zeigt also 4er-Farben von unten).
Unser Folgelizit nach Interventionen gegen "1 in Farbe"
Nach unseren Farbinterventionen verwenden wir ab der Cue-bid-Ansage (und dies maximal für eine Stufe) ein spezielles Transfersystem.
Es gelten dabei folgende Grundprinzipien:
Ein Beispiel:
Doch ab dem „Cue-bid“ (im Beispiel „2 ª“) verhält es sich wie folgt:
Interveniert respektive lizitiert auch noch der zweite Gegner, so hängt unser Folgelizit von der Art des Lizit des zweiten Gegners ab:
Schauen wir dies an einigen Beispielen an:
Etwas modifiziert stellt sich dies dar, wenn der zweite Gegner ebenfalls spricht:
Aber man beachte den Unterschied bei folgendem Beispiel:
Dieses Lizitsystem erlernt man am besten anhand von Beispielen:
Sie intervenieren mit
ª 72 © AQ4 ¨ 106 § KQ8765
Da Sie eine Intervention gemacht haben, die eigentlich schwächer nicht sein darf, weiter auch nur eine mässige Pikunterstützung haben (der Partner transferierte ja mit "2 ©" in die Pikfarbe und zeigte damit 5+ ª-Karten), vollziehen Sie einfach den Transfer. Der Partner passt nun mit ª KJ10964 © 73 ¨ Q952 § 2
Gehen wir zu einem Beispiel, bei dem sich die Vorteile des Transfersystems zeigen; Ihre Vulnerabilität ist "gefährlich":
Hätten Sie diese Manche ohne das Transfersystem auslizitiert? Wohl nur mit einem erheblichen Risiko, dann nämlich, wenn Sie mit diesen 11 HP und einer Verteilung von 3-3-4-3 tatsächlich einen Überruf in der Gegnerfarbe gemacht hätten ....
Versuchen Sie einmal, dass ohne unser Transfersystem zu lizitieren? Ungleich schwerer, nicht wahr?
Man beachte (im Sinne einer Zusammenfassung):
Weitere Beispiele:
Zur Erläuterung dieses Beispieles:
Und zum Schluss - nochmals der Klarheit zuliebe - als Repetition noch dies:
Natürlich ist es grundsätzlich sinnlos, mittels Lizit der Interventionsfarbe einen Transfer in die Eröffnungsfarbe oder eine Farbe, die man schon in natürlicher Weise forcierend bieten kann, zu lizitieren. Deshalb zeigt in solchen Situationen die einfache Hebung der Interventionsfarbe einen 3er-Fit und ist barragierend. Stärkere Fit-Hände (ab etwa 10 HP) werden via Transfer lizitiert.
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Das Folgelizit, nachdem wir mit "1 NT" interveniert haben
Unsere Intervention „1 Ohne“ ist künstlich; wir zeigen damit 10-17 HP, eine 4er-Edelfarbe und mindestens 5 Karten in einer Unterfarbe.
Gegen „1 §“ zeigt „1 NT“ 5+ ¨ und eine 4er-Edelfarbe.
Die Gebote sind also möglichst natürlich; die ersten beiden Ansagen zeigen 10-13 HP, die nächsten zwei 14-17 HP. Wo natürliche Ansagen nicht möglich sind, lizitieren wir wie immer von unten.
Nach kontrierter Hebung: Antworten wie bei ungestörter Anfrage mit "2 §"!
Gegen „1 ¨“ zeigt „1 NT“ 5+ § und eine 4er-Edelfarbe.
Nach kontrierter Hebung: Antworten wie bei ungestörter Anfrage mit "2 ¨"!
Gegen „1 ©“ zeigt „1 NT“ 4 ª und mindestens eine 5er-Unterfarbe.
Lizitiert der zweite Gegner eine neue Farbe, ist Kontra strafend. Der Überuf der Eröffnungsfarbe fragt nach Verteilung und Stärke (Antworten wie bei ungestörtem Lizit), der Rest ist natürlich.
Gegen „1 ª“ zeigt „1 NT“ 4 © und mindestens eine 5er-Unterfarbe.
Lizitiert der zweite Gegner eine neue Farbe, ist Kontra strafend. Der Überuf der Eröffnungsfarbe fragt nach Verteilung und Stärke (Antworten wie bei ungestörtem Lizit), der Rest ist natürlich.
Nach all diesen Geboten nach Partners Intervention von „1 NT“ entwickelt sich das weitere Lizit völlig natürlich. Zum Beispiel:
Micheals-Konvention
Trotz der oben dargestellten Konventionen verzichten wir nicht vollständig auf die "Micheals-Konvention":
Wir verwenden sie in der Reveilposition an vierter Stelle (also nach gegnerischer Eröffnung "1 in Farbe" und zweimal "pass"), da hier die Ansage von "1 NT" ein ausgeglichen verteiltes Blatt mit (8/9)10-12(13/14) HP zeigt (Details hinten).
An zweiter Stelle und vierter Stelle spielen wir „Micheals“ nach Edelfarbeneröffnungen, an zweiter Stelle allerdings nur beim Überruf:
An zweiter Stelle zeigen wir die Unterfarben wie folgt (Achtung: Ist nicht „Micheals“):
An vierter Stelle ist „2 NT“ stattdessen „Micheals“, zeigt also beide Unterfarben, die Stärke ist nicht limitiert (grün mindestens 10 HP, rot ab Eröffnung).
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Als Exkurs: Wie funktioniert „Ghestem“?
Wie bereits andernorts dargestellt spielen wir folgende Konvention:
Die Interventionen "2 NT" und "3 §" respektive "3 ¨" zeigen einen Zweifärber (mindestens 5-5), wobei sich die beiden (drei) Ansagen nur in der Stärke unterscheiden. „2 NT“ zeigt immer 10-13 HP, "3 §" respektive "3 ¨" 14-17 HP. Nach Edelfarbeneröffnungen zeigen beide Ansagen beide Unterfarben, nach Unterfarbeneröffnungen beide Edelfarben (beides bei dieser Stärke nicht via "1 NT" lizitierbar).
Haben wir einen Zweifärber gezeigt, so verwendet der Antwortende grundsätzlich einmal mehr "the law of total tricks", man zählt also die Trümpfe der Fitfarbe zusammen und lizitiert auf der Stufe, die dem Total der Trümpfe entspricht. Diese Regel gilt insbesondere bei Interventionen mit „2 NT“, also Blättern der Stärke 10-13 HP.
Dabei muss man aber sein Blatt aufgrund von Partners Informationen gut bewerten: Immerhin kennt man ja seine und die eigene Stärke genau.
Starke Hände werden demgegenüber via einen Überruf der Gegnerfarbe gezeigt.
Hat der Intervenierende 14+ HP und die Edelfarben, springt man in das volle Spiel, wenn man in einer Edelfarbe mindestens 4 Karten und in der anderen maximal Singleton hat (Ausspielindikation, falls der Gegner spielt). Auch hier überrufen wir mit starken Blättern aber zuerst die Gegnerfarbe.
Aber aufpassen:
Im Reveil spielen wir all diese Konventionen aber nicht. Stattdessen zeigt "1 NT" ein ausgeglichen verteiltes Blatt mit (8/9)10-12(13/14) HP. Weiter spielen wir hier "Michaels". Für Details vgl. hinten (Reveil-Ansagen).
Sprung in eine Edelfarbe nach gegnerischen Unterfarbeneröffnungen
Nach den gegnerischen Unterfarbeneröffnungen zeigen die Ansagen "2 ©" respektive "2 ª" Zweifärber (mindestens 5-5) mit der angesagten Farbe sowie der vom Gegner nicht lizitierten Unterfarbe. Ungefährlich (grün) verwenden wir diese Konvention ab 10 HP, gefährlich (rot) ab Eröffnungstärke.
Wie so oft ist „the law of total tricks“ hilfreich. Ein Sprung in die Manche zeigt in der Regel Singleton in der anderen Farbe des Partners (Ausspielindikation, falls der Gegner spielt) und mindestens 4 Karten in der angesagten Farbe. Auch hier überrufen wir mit starken Blättern aber zuerst die Gegnerfarbe.
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Unser Informationskontra
Behandeln wir nun eingehend unsere informativen Kontras gegen Eröffnungen "1 in Farbe".
Hier verhalten wir uns „grün gegen rot“ aus folgenden Gründen recht agressiv:
à Wir wollen unseren Gegnern das Leben so schwer wie möglich machen. Er weiss nie so recht, ob wir nun wirklich eine Eröffnung (oder mehr) haben oder nicht. à Wir wollen möglichst oft Kontrakte mit einem Minimum an Punkten spielen, die dank Fit und Verteilung erfüllbar sind. Das schnelle Kennen von Fit und Verteilung kann auch hilfreich beim Finden erfolgreicher Verteidigungen / Opfergeboten gegen gegnerische Schlemms oder Manchen sein.
Unsere informativen Kontras hängen insbesondere von unserer und der gegnerischen Vulnerabilität ab.
Sind wir gefährlich und der Gegner nicht oder haben beide Parteien die gleiche Vulnerabilität, so verwenden wir informative Kontras im klassischen Sinn, das heisst wir haben
- eine interessante Verteilung (5-4-4-0 oder 4-4-4-1) mit Kürze in der Gegnerfarbe ab 10/11 HP - oder 4-4-3-2 mit Kürze in der Gegnerfarbe sowie mindestens Eröffnungsstärke (mit 4 Karten in der anderen Edelfarbe nach Gegners Edelfarbeneröffnung resp. mind. 4-3 in den Edelfarben nach Unterfarbeneröffnung) - oder aber ein sehr starkes Blatt (ab 17 HP).
Man beachte dabei, dass gewisse Blätter über „ 1 NT“ lizitiert werden, nämlich Blätter mit 10-17 HP, einer 4er-Edelfarbe und 5+ Karten in einer der Unterfarben (siehe weiter oben).
Sind wir hingegen ungefährlich und die Gegner gefährlich, kontrieren wir sehr agressiv:
- Auch mit einer Verteilung 4-4-3-2, dem Doubleton in der Gegnerfarbe und nur 8+ HP ist ein Kontra erlaubt. - Mit 4-4-4-1 oder 5-4-4-0 und Kürze in der Gegnerfarbe können wir gar noch schwächer sein.
Dies alles aber nur in Paarturnieren.
In Teamturnieren nur dann, wenn der Partner bereits gepasst hat. Und wie gesagt: Nur grün gegen rot. Ansonsten setzen Kontras mit der Verteilung 4-4-3-2 12+ HP voraus, ab 9/10 HP darf man bei identischer Vulnerabilität mit 4-4-4-1 oder 5-4-4-0 und Kürze in der Gegnerfarbe kontrieren.
Bei der Antwort muss man natürlich je nach Gefahrenlage in Betracht ziehen, was für Hände der kontrierende Partner haben kann. Der Antwortende soll sofort auf jener Höhe bieten, auf welcher er spielen will, wenn der Partner das Minimum an Punkten und damit eine interessante Verteilung hat. Mit anderen Worten: Alle Sprünge sind punktemässig schwach (maximal 7 HP) und werden mit Händen gemacht, in denen relativ wenig defensive Werte sind.
Die stärkste Ansage des Antwortenden nach dem informativen Kontra ist bei uns „lowest minor“, sie zeigt Hände ab 8 HP. Der Überruf der Gegnerfarbe zeigt demgegenüber etwa 6-7 HP und nach einer Unterfarbeneröffnung die beiden Edelfarben (4-4) . Bei uns ist der Überruf erst dann die stärkste Ansage, wenn der zweite Gegner ebenfalls eine Farbe lizitiert. Dieser Cue-bid wird zum Beispiel mit folgender, defensiv starken Hand gemacht:
ª K109x © xxxx ¨ Q10xx §A nach
Sollte der Eröffner nun z.B. „2 NT“ oder „3 ¨“ lizitieren, kann der Kontrierer mit einem Blatt wie ª x © AKxx ¨ xx § KJxxxx
durchaus starfkontrieren.
Mit Händen, bei denen wir vis à vis einer starken Eröffnung „1 NT“ das volle Spiel spielen möchten (also ab etwa 8 HP) lizitieren wir also auf tiefstmöglicher Stufe eine Unterfarbe (à lowest minor). Dies gilt also auch für Hände, die nach einem schwächeren Informationskontra über genügend Stärke für das volle Spiel verfügen (und im natürlichen Bridge via Cue-Bid lizitiert werden), sofern der Kontrierende dies mit einer Eröffnung und guter Verteilung gemacht hat.
Der Kontrierer wird nun seinerseits einen Cue-bid machen, sofern er ein informatives Kontra im klassischen Sinn (also nicht ein NT-Blatt) hat. Der Antwortende kann danach den Endkontrakt bestimmen, sofern er nur wegen seiner defensiven Werte (Fall 1) kontriert hat. Hingegen wird der Kontrierende das billigst mögliche Gebot wählen, wenn er mit einem schwachen, auf Verteilung basierendem Blatt kontriert hat, mit einer Eröffnung und zusätzlich einer guten Verteilung wird er seine Länge zeigen, und sofern dies möglich ist springt er dabei auf die Stufe 3.
Über „new minor“ kann man auch mit Händen mit interessanter Verteilung, wenn man nicht weiss, auf welcher Höhe man lizitieren will/soll. Man erfährt so etwas über Partners Hand (gemäss oben dargestelltem Schema) und kann dann vielleicht die richtige Entscheidung treffen.
Details zu „lowest minor“:
Hat der kontrierende 19+ HP und ein ausgeglichenes Blatt lizitiert er „Ohne“ im Sprung. Nach „2 NT“ entwickelt sich das Lizit wie nach der Eröffnung „2 NT“, nach „3 NT“ ist „4 §“ Stayman, „4 ¨“ und „4 ©“ sind Transferansagen und „4 ª“ verspricht die Unterfarben.
Hat der Partner des kontrierenden Spielers weniger als 8 HP, lizitiert er natürlich. Eine „Ohne-Ansage“ ohne Sprung zeigt nun auf Stufe eins ein ausgeglichenes Blatt mit (12)13-18 HP, auf Stufe zwei (ohne Sprung) 16-18(19) HP; das Folgelizit ist natürlich. Mit stärkeren Blättern springt der Eröffner, ebenfalls wenn er 17+ HP und eine eigenständige Farbe hat.
Wie gezeigt kontrieren wir vorallem grün schon relativ agressiv. Solche Kontras sind nur effektiv, wenn beide Partner voll konzentriert sind. Entscheidungen müssen schnell gefällt werden. Zögern hilft dem Gegner, denn er wird so automatisch wissen, ob der Kontrierende nun ein klassisches Kontra oder eben ein agressives Kontra hat und so die fehlenden Figuren richtig platzieren.
Weitere Situationen nach unserem informativen Kontra:
Lizitiert auch der zweite Gegner nach unserem Informationskontra, ist „lowest minor“ nicht mehr möglich. Daher lizitieren wir natürlich. Eine Farbe auf Stufe 1 zeigt 4+ Karten mit etwa 3-6 HP, 2 in einer Farbe zeigt ebenfalls 4+ Karten mit etwa 6-9 HP, der Sprung in die Stufe 3 etwa 9/10-12 HP mit einer 5er-Farbe. Der Überruf zeigt 13+ HP und fragt an, was der Partner hat.
Unsere Barragen und Ansagen auf Stufe 3 gegen „1 in Farbe“
Eröffnet der Gegner "1 in Farbe" und sagen wir eine neue Farbe auf der Stufe 3 oder höher an, so handelt es sich dabei um klassische und natürliche Sperransagen, wobei wir je nach Gefahrenlage auf zwei (gefährlich / rot) respektive drei (ungefährlich / grün) Faller ansagen. Nicht vergessen dürfen wir aber an dieser Stelle, dass der Sprung in "3 Treff" nach den gegnerischen Eröffnungen "1 ª" und "1 ©" 5-5 in den Unterfarben und 14-17 HP verspricht.
Lizitiert man nach einer Unterfarbeneröffnung des Gegners drei in dessen Farbe, so zeigt dies ebenfalls 14-17 HP, aber 5-5 in den Edelfarben.
Lizitiert man nach einer Edelfarbeneröffnung des Gegners drei in dessen Farbe, so zeigt dies Interesse, "3 NT" zu spielen und fragt nach einem Stopper in der Farbe des Gegners. Meist besitzt man eine geschlossene Unterfarbe. Die Ansage wird weiter mit Unterfarben-Zweifärbern ab 18 HP verwendet.
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Interventionen gegen „1 Sans Atout“ (MECMA)
Gegen "1 NT" intervenieren wir wie folgt (Mecma):
Diese Intervention zeigt in der Regel eine Verteilung 5-5; riskiert man es mal mit 5-4, so ist die ranghöhere Farbe zu fünft. Gefährlich / rot 13+ HP, ungefährlich / grün ab 8 HP. Grün kann man die Edelfarben (2 ¨) auch mal mit 4-4 zeigen. Der Partner zählt nach Kontra oder "2 §" seine Karten zusammen (also z.B. nach Kontra zählt man einerseits die ©- und §-Karten, andererseits die ª- und ¨-Karten). In der Folge geht man davon aus, dass der Partner seinen Zweifärber dort hat, wo man weniger Karten besitzt und sagt von diesen (in der Summe kürzeren) Farben die längere Farbe an.
Interventionen gegen „schwache 1 Sans Atout“
Gegen "schwache Ohne" (also 10-12, 11-13/14, 12-14 oder 13-15 HP) zeigt Kontra 13+ HP (und ist informativ), 2 § (à Landy-Konvention) zeigt mindestens 5-5 (selten 5-4) in den Edelfarben (ungefährlich / grün ab 8 HP, gefährlich / rot ab 13 HP), 2 ¨ ist Transfer Herz, 2 © Transfer Pik, 2 ª Transfer Treff und 3 § Transfer Karo. „2 NT“ zeigt mindestens 5-5 in den Unterfarben. Interveniert der Partner mit „Landy“ und hat man gleich viele Karten in beiden Edelfarben, lizitiert man Pik. Nach „Landy“ oder Transfer auf der Stufe 2 ist „2 NT“ Relais; der Partner soll nun in natürlicher Weise seine weitere Verteilung zeigen („3 NT“ nach einem Transfer zeigt eine Verteilung 5/3/3/2). Nach einem Transfer mit „3 ♣“ ist „3 ♦“ zum spielen, die Ansage einer neuen Farbe ist natürlich und rundenforcing.
Das "informative" Kontra sollte bei genügender Stärke (so ab etwa 10 guten HP) in ein Strafkontra verwandelt werden. Nun folgende Ansagen sind - ausser „2 §“ – natürlich (also keine Transfer-Ansagen), sind punktemässig meist aber schwach (denn ab 10 HP ist ein Strafpass die Regel). „2 §“ ist also Baron, er kann punktemässig auch schon mit 0 HP angewendet werden. Man sucht also den besten Fit durch die ökonomische Ansage von 4er-Farben. Werden wir rekontriert, versuchen wir uns in natürlicher Weise zu retten, „2 ♣“ ist wieder „Baron“.
Wenn die Gegner sich nach ihrer "schwachen Ohne" und unserem Kontra zu retten versuchen, verhalten wir uns wie folgt:
Man merke sich also: Mit starken Händen passt man zuerst!
Lizitiert der zweite Gegner in natürlicher Weise eine Edelfarbe, ist das Kontra strafend (nach Unterfarben negativ).
Wenn sich die Gegner nach einem Kontra gegen „schwache Ohne“ in künstlicher Weise mit einem Transfer zu retten versuchen, verhalten wir uns wie nachfolgend beschrieben. Gegen andere Rettungsarten bereiten wir uns erst vor, wenn sie irgend jemand in der Schweiz verwendet.
à Die Gegner versuchen, sich mit einem Transfer zu retten:
Die Situation ist ähnlich wie wenn er sich in natürlicher Weise rettet. Kontra zeigt nun einfach Werte (etwa ab 8 HP) und 2-3 Karten in der Transferfarbe. Dies erlaubt dem Partner allenfalls ein Strafkontra.
Beispiel:
Mit ª 85 kontrieren wir nun, mit weniger © lizitieren wir unsere Länge. © QJ64 ¨ A74 § J1074
Möchten wir stattdessen in diesem Beispiel an Position 2 die © selber strafkontrieren, passen wir und warten auf das ausführen des Transfers; ein nun folgendes Kontra ist Strafe.
Mit ª J864 sind wir für ein Kontra zu schwach, denn wenn der © - Partner später 2 © kontriert, können wir dies nicht ¨ Q964 durchstehen. Mit diesem Blatt sagen wir direkt die § 98653 Transferfarbe (hier also 2 ©) an, was ein Take-out- Kontra mit schwachem Blatt ist. Die nächste Farbansage des Partners passen wir. Lizitiert er nun „2 NT“, so bittet er uns, die Unterfarbe auszusuchen.
Mit ª J1075 Auch hier starten wir mit einem Cue-bid in der © 7 Transferfarbe, im Beispiel mit 2 ©. Der Partner wählt ¨ A8643 dann bekanntlich eine Farbe aus, nun wiederholen wir § KJ5 unseren Cue-bid und zeigen damit Stärke. Das weitere Lizit ist dann natürlich.
Unsere Interventionen gegen starke Eröffnungen der Stufe 2
Gegen starke natürliche Zweier-Eröffnungen intervenieren wir grundsätzlich natürlich, es handelt sich also jeweils mindestens um 6er-Farben. Stärkemässig sind die Interventionen ohne Aussagekraft.
Gegen „2 § - Semiforcing“ (unbekannter Einfärber oder starke Sans Atout) oder „2 § - Mancheforcing“ intervieren wir wie gegen „Starke §“ (Precision), grün auch mit schwachem Blatt:
Spielt der Gegner die Eröffnung „2 ¨“ als Mancheforcing oder Semiforcing, verhalten wir uns ähnlich (und analog wie nach einer 1 § - Eröffnung im Precision und einer negativen Antwort von 1 ¨):
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Interventionen gegen "Multi-Eröffnungen"
In unseren Breitengraden am häufigsten verwendet wird "Multi 2 ¨".
Wie wir uns gegen diese Eröffnung wehren, haben wir im Rahmen der Darstellung unserer Eröffnung "2 ¨" bereits eingehend erläutert (es sei darauf verwiesen).
Spielt der Gegner hingegen die Eröffnung "2 in Edelfarbe" schwach mit einem Zweifärber (inklusive angesagter Farbe), so zeigt
- Kontra ein ausgeglichen verteiltes Blatt mit 13-15 HP (es folgt „Lebensohl“), - 2 NT zeigt eine SA-Verteilung und 16-18 HP (weiteres Lizit wie nach „2 ♦ - 2 ♥ - 2 NT“), - die Ansage einer Farbe des Gegners auf Stufe 3, die dieser haben kann, zeigt ein informatives Kontra gegen die angesagte sowie die eröffnete Farbe. - 2 ª gegen 2 © ist natürlich und zeigt 13+ HP (auch wenn der Gegner ª haben kann).
Konkret sieht dies wie folgt aus:
Eröffnet der Gegner „2 ©“ mit © und einer Unterfarbe, entwickelt sich das Lizit wie folgt:
Auch wenn die Ansage neben der ©-Farbe irgendeine zweite Farbe (also z.B. auch ª) zeigt, spielen wir gleich dagegen, „2 ª“ bleibt indes natürlich.
Nach dem Kontra gegen diese Eröffnung „2 ©“ spielen wir wie gewohnt „Lebensohl“. Die direkte Ansage einer Farbe auf der Stufe 2 (à 2 ª) ist also natürlich und nicht forcierend, „2 NT“ verlangt die Ansage von „3 §“ (was in der Folge gepasst werden kann, die Ansage einer Farbe nach „2 NT – 3 §“ ist zum spielen), Farbansagen auf der Stufe 3 sind natürlich und forcierend und zeigen (10)11+ HP.
Eröffnet der Gegner „2 ª“ mit Pik und einer Unterfarbe, entwickelt sich das Lizit wie folgt:
Nach dem Kontra gegen diese Eröffnung „2 ©“ spielen wir wie gewohnt „Lebensohl“. „2 NT“ verlangt die Ansage von „3 §“ (was in der Folge gepasst werden kann, die Ansage einer Farbe nach „2 NT – 3 §“ ist zum spielen), Farbansagen auf der Stufe 3 sind natürlich und forcierend und zeigen (10)11+ HP.
Unsere Interventionen gegen „Weak-two“ oder „Mini-two“ Gegen "Weak-two" kontrieren wir ab 13 HP mit Kürze in der Gegnerfarbe. "2 SA" zeigt hier eine ausgeglichene Verteilung, Stopper in der Gegnerfarbe und 16-18 HP. Die übrigen Ansagen sind natürlich, zeigen Eröffnungsstärke und in der Regel 6+ Karten (oder sehr schöne 5).
Hat man gegen "Weak-two" kontriert, sind alle Ansagen ab Stufe 3 natürlich und zeigen (8)9+ HP; hat man ein schwächeres Blatt, lizitiert man "2 NT" (Lebensohl), worauf der Partner, wenn er nicht sehr stark (ab 20 HP) ist, „3 §“ lizitieren muss. Danach kann gepasst werden, Farbansagen nach "2 SA - 3 §" sind natürlich und schwach.
Wie bereits erwähnt verlangt das Gebot von "2 NT" nach Partners Informationskontra die Ansage von "3 §". Danach sind Farbansagen schwach und Spielvorschlag, man hat also 0-7 HP und (4)5+ Karten. Lizitiert man nach der erzwungenen "3 § - Ansage" nun "3 NT", so zeigt dies wie die direkte "3 NT - Ansage" 13-17 HP, weiter aber 2 Stopper in der Gegnerfarbe.
Zwei Beispiele:
Nach dem Lebensohl ist “3 ©“ nun schwach / zum spielen.
Da der intervenierende Partner wie verlangt „3 §“ gesagt (und damit erhebliche Zusatzstärke verneint) hat, ist „3 §“ der richtige Kontrakt.
Nach Lebensohl (also "2 NT", was "3 §" verlangt) sagt der Kontrierer mit sehr starken Händen nicht "3 §". Eine andere Farbe (oder 4 §) ist natürlich (5+ Karten) und zeigt Schlemminteresse, der Überruf der Gegnerfarbe verlangt vom Partner die Ansage der längsten Farbe und "3 NT" ist zum spielen.
Intervenieren wir gegen "Weak-two" mit "2 NT", so entwickelt sich das weitere Lizit genau gleich wie nach der Eröffnung „2 ♦ - 2 ♥ - 2 NT“.
Gegen "Mini-two" verhalten wir uns grundsätzlich gleich wie gegen "Weak-two", sind aber etwas vorsichtiger da die Eröffnung ja 10-12 HP statt 6-10 HP verspricht.
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Weitere Interventionen gegen „2 ¨“, „2 ©“ und „2 ª“
Gewisse spielen die Eröffnung „2 ¨“ mit (6)7-11 HP und den Edelfarben mindestens zu viert, andere zeigen dies mit „2 ♥“ und wiederum andere bieten „2 ♠“ mit den Unterfarben.
Eröffnet der Gegner einen klar definierten Zweifärber mit weniger als Eröffnungsstärke, verhalten wir uns nach folgendem Schema: Bietet man die verbleibenden Farben (respektive die Partnerfarbe) ist dies natürlich und kompetitiv. Mit dem Überruf der beiden gegnerischen Farben zeigt man Zusatzstärke und die verbleibenden Farben, wobei die erst mögliche Ansage die rangtiefere und zweite Ansage die ranghöhere Farbe zeigt. Hat der Gegner keine seiner Farben lizitiert, zeigt „Kontra“ ein ausgeglichen verteiltes Blatt mit Eröffnungsstärke („2 NT“ wäre dann Lebensohl), „2 NT“ zeigt ebenfalls ein ausgeglichen verteiltes Blatt mit 16-18(19) HP (Folgelizit wie nach „2 ♦ - 2 ♥ - 2 NT“). Hat der Gegner bereits eine der Farben lizitiert, ersetzt „Kontra“ den Überruf.
Am hier dargestellten Beispiel, bei welchem der Gegner mit „2 ♦“ beide Edelfarben zeigt, sieht dies konkret wie folgt aus:
Nach unserem Kontra verhält es sich wie gewohnt: Farbansagen auf Stufe zwei zeigen einen Stopper und fragen nach dem Stopper in der anderen Edelfarbe, „3 §“ respektive „3 ¨“ sind natürlich und forcierend und „2 NT“ ist Lebensohl. Nach der Stopperfrage lizitiert der kontrierende Spieler mit Stopper in der angefragten Edelfarbe je nach Stärke „2 NT“ oder mit Maximum „3 NT“.
Gewisse spielen die Eröffnung „2 ©“ mit (6)7-11 HP und den Edelfarben mindestens zu viert. Dagegen verhalten wir uns wie folgt:
Gewisse spielen die Eröffnung „2 ª“ mit (6)7-11 HP und den Unterfarben mindestens 5-4. Dagegen verhalten wir uns wie folgt:
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Interventionen gegen „2 NT“
1.) Interventionen gegen „starke Ohne“
Gegen starke, natürliche Eröffnungen „2 NT“ spielen wir „Mecma“ (immer mindestens 5-5). Vergleiche die entsprechenden Interventionen gegen „1 NT“.
Diese Intervention zeigt in der Regel im Minimum eine Verteilung 5-5. Gefährlich / rot 13+ HP, eher 6-5 oder 6-6, ungefährlich / grün ab 8 HP. Der Partner zählt nach Kontra oder "3 §" seine Karten zusammen (also z.B. nach Kontra zählt man einerseits die ©- und §-Karten, andererseits die ª- und ¨-Karten). In der Folge geht man davon aus, dass der Partner seinen Zweifärber dort hat, wo man weniger Karten besitzt und sagt von diesen (in der Summe kürzeren) Farben die längere Farbe an.
2.) Interventionen gegen „künstliche Ohne“
Zeigt „2 NT“ ein schwaches Blatt mit den Unterfarben, zeigt „Kontra“ ein eher ausgeglichen verteiltes Blatt mit ab 13 HP (Partner sollte sprechen); „3 §“ zeigt ein gutes Blatt mit der ©-Farbe, „3 ¨“ ein gutes Blatt mit der ª-Farbe, beides ab Eröffnungsstärke; „3 ©“ und „3 ª“ sind natürliche, aber kompetitive Ansagen (maximal schlechte Eröffnungsstärke), ebenso „4 ©“ und „4 ª“; „3 NT“ ist zum spielen (mit „4 §“ Baron kann nun nach 4er-Farben geforscht werden).
Interventionen gegen Sperransagen in einer Farbe Generell ist zu bemerken, dass gegen Sperransagen grundsätzlich jener Spieler sich aktiv zeigen sollte, der eine Kürze in der gegnerischen Farbe hat. Mit einer Kürze und beispielsweise 4 Karten in der/den nicht gebotenen Edelfarben gibt man „Kontra“ ab Eröffnungsstärke, ohne Kürze ist Vorsicht geboten.
Zwei Beispiele:
♠ A1062 Gegner „1 ♥“ ♠ AQ52 Gegner „1 ♥“ à wir „Kontra“ ♥ 5 à wir „Kontra“ ♥ 1096 ♦ A10542 Gegner „3 ♥“ ♦ KQ42 Gegner „3 ♥“ à wir „pass“ ♣ A103 à wir „Kontra ♣ K6
Wichtig ist weiter, dass man kein Sperrgebot gegen ein Sperrgebot machen sollte. Interventionen zeigen also eine Eröffnung. So passt man beispielsweise nach der gegnerischen Eröffnung von „3 ♥“ mit ♠ AJ96543 ♥ 7 ♦ 1094 ♣ J5, da der Partner sonst mit einer Eröffnung rechnet. Geht das Gebot aber „3 ♥ – pass - 4 ♥ - pass – pass“ bietet man mit diesem Blatt nun „4 ♠“. Etwas anders gestaltet sich die Situation dann, wenn der Gegner „3 ♠“ eröffnet hat und man ein Blatt wie ♠ 2 ♥ AJ106543 ♦ 1094 ♣ J5 besitzt: Passt man, ist man nach „4 ♠“ chancenlos, wieder in den Bietprozess einzugreifen. Also muss man direkt agieren und das Risiko der „4 ♥ - Ansage“ in Kauf nehmen.
Generell gelten diese Aussagen auch für das Verhalten an vierter Stelle („Reveil“). Allerdings kann man hier etwas aggressiver sein, da der Partner ja sehr wahrscheinlich Punkte hat. Insbesondere „Kontra“ ist mit Singleton in der Gegnerfarbe schon ab 10 HP möglich, „3 NT“ ist bei ausgeglichenem Blatt schon ab 14 HP denkbar oder mit einer schönen Unterfarbe und Stopper ab Eröffnungsstärke. Hat man bereits gepasst und bietet man nach einer Sperransage in einer Edelfarbe nun an vierter Stelle („Reveil“) „3 NT“, so zeigt dies 9-10 HP und etwas in den Unterfarben (z.B. ♠ 92 ♥ 105 ♦ KQ104 ♣ AJ965).
Generell sollte man bedenken, dass die Tatsache, dass einer der Gegner eine Sperransage machen kann, dafür spricht, dass auch die anderen Blätter eher unregelmässig verteilt sind. Man sollte daher im Zweifelsfall immer eher „3 NT“ als 4 in einer Edelfarbe spielen. So bietet man mit ♠ J852 ♥ K53 ♦ KJ5 ♣ A104 nach Gegners „3 ♦“ und Partners Kontra sinnvollerweise „3 NT“.
Die Details:
à Gegen gegnerische Sperransagen der Stufe 3 in den Farben ª, © und ¨ ist unser "Kontra" informativ und zeigt (12)13+ HP respektive (14/15)16+ HP, wenn die Verteilung für ein informatives Kontra nicht optimal ist. Allerdings sollte man bei einem Minimum an Punkten nicht verlorene Werte (z.B. eine Dame zu zweit) in der Gegnerfarbe haben.
à Hat der Eröffner in einer Unterfarbe barragiert, muss man mit einer Eröffnung „Kontra“ geben, wenn man mindestens 4-3 in den Edelfarben ist und ein Singleton oder eine Chicane in der Gegnerfarbe hat (Achtung: mit 4-4 oder besser in den Edelfarben bietet man gegen „3 ♣“ à „3 ♦“, vgl. unten). Hat man zwei Karten in der Gegnerfarbe, sollte man dort keine verlorenen Werte drin haben, weiter eine gute Eröffnung, um zu agieren.
à Der Überruf der Unterfarbe zeigt 13+ HP und 5-5 in ©/ª. Der Überruf der Edelfarbe zeigt 13+ HP, maximal 5 Verlierer und einen Zweifärber (mindestens 5-5) mit der anderen Edelfarbe und einer Unterfarbe (welche mit „4 NT“ erfragt werden kann). Mit „4 NT“ zeigt man beide Unterfarben (mindestens 5-5), ebenfalls maximal 4-5 Verlierer. o 3 ♠ - 4 ♠: 5+ ♥ und 5+ Karten in einer Unterfarbe, schöne Farben; man muss ein gewisses Schlemminteresse haben (man spielt ja mindestens auf Stufe 5), sonst bietet man besser die 5er-♥ natürlich mit „4 ♥“. o 3 ♠ - 4 NT: Mindestens 5-5 in den Unterfarben, schöne Farben o 3 ♥ - 4 ♥: 5+ ♠ und 5+ Karten in einer Unterfarbe, schöne Farben; hat der Partner keinen ♠-Fit und nicht eine eigenständige Unterfarbe, bietet er „4 NT“, damit der Intervenierende seine Unterfarbe ansagen kann. o 3 ♥ - 4 NT: Mindestens 5-5 in den Unterfarben, schöne Farben o 3 ♦ - 4 ♦: Mindestens 5-5 in den Edelfarben, schöne Farben; Schlemminteresse nicht nötig (kann also schwächer sein als die Zweifärberansagen nach Edelfarbeneröffnungen). o 3 ♣ - 4 ♣: 5-5 in den Edelfarben, schwächer als wenn man diesen Zweifärber via „3 ¨“ zeigt
Man beachte: Mit einem schwachen Blatt und beispielsweise den Unterfarben nach einer Sperransage in einer Edelfarbe passt man zuerst und bietet „4 NT“, wenn die Gegner „4 in ihrer Edelfarbe“ angesagt haben.
à Farbansagen ohne Sprung zeigen mindestens eine Eröffnung und ein Minimum von 5 schönen Karten in der angesagten Farbe. Springt man ins volle Spiel, zeigt dies ebenfalls eine schöne Eröffnung, weiter mindestens eine schöne 7er-Farbe (z.B. nach „3 ♦“ à „4 ♠“ mit ♠ KQ109653 ♥ A43 ♦ K5 ♣ 10.
à "3 NT" zeigt ein ausgeglichen verteiltes Blatt mit 16-19(20) HP oder eine längere Unterfarbe mit einem Stopper in der Gegnerfarbe (Singleton in einer anderen Nebenfarbe möglich). Da man nicht weiss, ob der Partner nun mit einem ausgeglichen verteilten Blatt oder einer langen Unterfarbe „3 NT“ geboten hat, sollte man nicht unbedingt einen Fit in einer Edelfarbe suchen, es sei denn, man habe mindestens 9 Karten in den Edelfarben oder sei sehr stark. Nach „3 NT“ ist " 4 Treff" „Baron“ mit Schlemminteresse (Antworten: "4 ¨" zeigt 4er-¨, "4 ©" zeigt 4er-© und verneint 4er-¨,, "4 ª" zeigt 4er-ª (und verneint 4er-¨ und 4er-©), „4 NT“ zeigt 4+ §-Karten, „5 NT dasselbe mit Maximum), "4 ¨" ist Transfer © mit 6+ Karten in ©, mit denen man vis à vis eines Singleton Buben spielen kann, "4 ©" ist Transfer Pik mit 6+ Karten in ª, mit denen man vis à vis eines Singleton Buben spielen kann,, "4 ª" ist nach einer Unterfarbeneröffnung ein Transfer in die andere Unterfarbe (stärker als deren direkte Ansage, der Partner lizitiert ohne Fit „4 NT“, mit Fit „5 §“ und bei Maximum und hohen §-Figuren „6 §“), nach Edelfarbeneröffnungen ein automatischer Transfer in die §-Farbe (und wird in der Folge mit § gepasst, mit ¨ hingegen auf "5 ¨" korrigiert). Der Transfer in eine vom Gegner eröffnete Edelfarbe zeigt Singleton oder Chicane in der Gegnerfarbe sowie ein gutes Blatt mit jeder Farbe mindestens zu viert.
à Eröffnet der Gegner "natürlich" 3 ¨, kontriert der Partner und passt der zweite Gegner, so zeigt der Überruf (7)8+ HP und mindestens 4-4 in den Edelfarben.
à Kontra gegen 4 § und 4 ¨ ist ebenfalls negativ, ebenso gegen 4 ©. Gegen 4 © zeigt „4 NT“ einen Zweifärber.
à Kontra gegen 4 ª zeigt ganz einfach Punkte (mindestens eine gute Eröffnung, der Partner kann dieses „Kontra“ verwandeln), „4 NT“ ist eine Art „negatives Kontra“ mit einem Zwei- oder Dreifärber.
Etwas speziell sind unsere Interventionen gegen die natürliche Sperransage von "3 §":
Eröffnet der Gegner Sperransagen der Stufe 3 im Transfer, zeigt „Kontra“ die lizitierte Farbe (ab Eröffnung), lizitiert man die Gegnerfarbe (also die Transferfarbe), so ist dies ein informatives Kontra.
Der Gegner eröffnet „3 NT“ Gambling
Eröffnet der Gegner "3 NT" als Gambling (geschlossene Unterfarbe), intervenieren wir an zweiter und vierter Stelle wir folgt:
Dies gilt auch, wenn Gambling im Transfer (also z.B. mit "3 ª") geboten wird. Zudem spielen wir diese Interventionen nicht nur an zweiter Position, sondern auch an vierter Position (Reveil).
Der Gegner spielt ein starkes §-System und eröffnet 1 § Spielt der Gegner "Starke Treff", zeigt also "1 §" so etwas wie 16+ HP bei jeder denkbaren Verteilung, so verhalten wir uns wie folgt:
Alle diese Ansagen sind tendenziell schwach, denn wir wollen den Gegner stören. Wir sind also aggressiv. Mit Blättern mit Eröffnungsstärke kann man in der ersten Runde passen und nach der ersten natürlichen Ansage des Gegners lizitieren.
Vergleichbar wie bei den direkten Interventionen verhalten wir uns, wenn der zweite Gegner nach „1 §“ und „pass“ des Partners mit „1 ¨“ eine negative Hand (z.B. 0-7 HP, sagt nichts über ¨) zeigt.
Da der Partner an zweiter Stelle (direkt nach der Eröffnung „1 §“) mit positiven Blättern passen kann, muss man bei den Interventionen nach „1 § - 1 ¨“ absolut seriös sein.
Der Gegner spielt ein starkes ¨-System und eröffnet 1 ¨ Spielt der Gegner "Starke Karo", zeigt also "1 ¨" so etwas wie 16+ HP bei jeder denkbaren Verteilung, so verhalten wir uns wie folgt:
Hinweis: Sie können das Thema "Interventionen durch uns" hier als Dokument runterladen.
Reveil-Ansagen
Im Reveil verhalten wir uns wie folgt:
Wie man sieht, spielen wir also im Reveil "Michaels".
Nach dem "Stayman" zeigt man eine allfällige 4er-Edelfarbe ökonomisch. Hat man keine, lizitiert man mit Minimum „2 NT“, mit Maximum „3 NT“. Hatte der Gegner mit einer Edelfarbe eröffnet und hat man die andere, lizitiert man mit Minimum die eigene Edelfarbe ohne Sprung, mit Maximum mit Sprung.
Der Überruf der Farbe zeigt immer Pik und eine zweite, nicht lizitierte Farbe. Der Überruf der Pikfarbe zeigt demgegenüber Herz und eine Unterfarbe. "2 NT" zeigt die beiden tiefsten nicht lizitierten Farben. Die Konvention wird im Reveil etwa ab Eröffnungsstärke eingesetzt.
Danach verläuft das Lizit natürlich. Man geht von etwa 7 Verlierern beim Intervenierenden aus und bestimmt nun die Höhe der Ansage. Hilfreich kann auch hier das Zusammenzählen der Karten in der Trumpffarbe sein (der Partner hat ja 5-5) wenn das Lizit sehr kompetitiv wird. Man sollte aber der Gefahrenlage Beachtung schenken.
Weitere Reveil-Situationen (als Beispiele):
Weitere kompetitive Situationen nach gegnerischen Eröffnungen
Die Intervention „1 Sans Atout“ nach zwei gegnerischen Ansagen
Der Cue-bid zeigt nun 8+ HP und fragt nach der Stärke an:
Kontra zeigt demgegenüber 4-4 in den verbleibenden Farben oder ein sehr starkes Blatt.
Der Cue-bid zeigt nun 8+ HP und fragt nach der Stärke an:
Das Schema ist wie bei den direkten Interventionen: Natürlich oder von unten werden Farben gezeigt.
Der Cue-bid zeigt nun 8+ HP und fragt nach der Stärke an:
Der Cue-bid zeigt nun 8+ HP und fragt nach der Stärke an:
Sollte der Eröffner nach dieser „NT-Intervention“ weiter lizitieren, verhalten wir uns nach dem gleichen Schema wie nach der direkten Intervention von "1 NT" gegen eine Eröffnung.
Die Intervention gegen das System „Forcing pass“
Spielt ein Paar „Forcing pass“, ist das spezielle daran, dass die „Eröffnung“ mit „pass“ ein Blatt ab Eröffnungsstärke zeigt, die restlichen Ansagen sind schwächer.
Sind wir Eröffner, bevor der Gegner passen kann, ändert sich an unserem System nichts. Hat der Gegner vor uns gepasst (und damit 12+ HP gezeigt) verhalten wir uns wie folgt:
- 1♣: Informatives Kontra (wie gewohnt zeigt „1 ♦“ dann 8+ HP) - 1 ♦/♥/♠: Wie Intervention (Folgelizit wie nach Interventionen, Transfer ab Cue-bid) - 1 NT: Ausgeglichen verteiltes Blatt mit (15)16-18 HP, Folgelizit analog jenem nach der Eröffnung mit 14-16 HP - 2 ♣: Weak-two in ♥ - 2 ♦: Weak-two in ♠ - 2 ♥: Zweifärber ♥ und Unterfarbe, 12+ HP - 2 ♠: Zweifärber ♠ und Unterfarbe, 12+ HP - 2 NT: Edelfarben, 10-12 HP - 3 ♣: Edelfarben, 14+ HP
Hinweis: Sie können das Thema "Interventionen durch uns" hier als Dokument runterladen.
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