Die Meinungen, ob man einen Hund lesen kann, gehen weit auseinander. Unserer Erfahrung nach geht dies nur bedingt, insbesondere dann, wenn der Hund an Routine gewonnen hat. Es gibt Hunde, die Benehmen sich wie wenn sie eine Spur hätten, auch wenn dies nicht mehr der Fall ist. Sie wissen genau, wie sie trailen müssen, damit „Frauchen“ respektive „Herrchen“ meint, es sei alles in Ordnung. Haben sie dann auch noch Glück und treffen zufällig wieder auf die Spur, ist sowieso alles in Ordnung. Aber nur scheinbar, langfristig ist dies nicht zielführend.

Beobachten kann man unserer Erfahrung nach, ob der Hund arbeitet oder gerade privaten Interessen nachgeht. Jeder Hund ist individuell und man kann versuchen herauszufinden, wie seine Körperhaltung ist, wenn er arbeitet oder wenn er andere Gerüche spannender findet. Indikativ lässt sich festhalten, dass wenn der Hund beim Schnuppern stehen bleibt, er eher privaten Interessen folgt, doch wenn er in Bewegung schnuppert eher am arbeiten ist.

Wir haben beim Aufbau von Hazel wie auch schon bei Ladina versucht, Indikatoren zu finden, um festzustellen, ob sie gerade einen Geruch haben oder allenfalls nach der Spur suchen. Wir haben gelernt, dass der Hund immer wieder mal Kleinigkeiten an seinem Trailstil verändert, indem er immer besser lernt, auf was er alles achten muss. Und so ist ein Lesen des Hundes nur bedingt von Erfolg gekrönt. Um so wichtiger ist, den Hund solide auszubilden und ihm zu vertrauen, auch wenn es mal schief läuft. Verliert man das Vertrauen in den Hund wird man langfristig keinen Erfolg haben. Nicht wütend werden wenn es nicht klappt, sich emotionsvoll mit dem Hund freuen, wenn es funktioniert. Damit findet das Tier immer mehr Freude an der Arbeit und am Erfolg, das macht es stärker.

Aber es gibt Indizien. Wird der Hund langsamer hat er entweder die Geruchsspur verloren oder sie ist schwächer geworden. Zieht er an, ist die Spur tendenziell stärker und frischer. Bei Hazel können wir derzeit beobachten, dass sie umkehrt wenn sie den Geruch verloren hat; findet sie nicht zurück nimmt sie kurz Blickkontakt mit der Hundeführerin auf. Am besten führt man den Hund in so einem Moment an jene Stelle zurück, wo er die Geruchsspur sicher noch hatte. Trailt er wieder an den gleichen Ort und wiederholt sich der Blickkontakt, ist dies ein Hinweis, dass die Spur hier endet; Gründe können sein: Die gesuchte Person ist hier in ein Verkehrsmittel gestiegen und weggefahren oder ist in der Nähe ums Leben gekommen (da ändert sich sofort der Geruch).

Wenn unsere Hunde in eine Richtung gehen und dann feststellen, dass der Wind etwas Geruch in den Weg getragen hat, die Geruchsspur hier aber nicht mehr existiert, heben sie den Kopf, schauen kurz noch in die selbe Richtung und kehren dann um, damit sie an den Ort der letzten Entscheidung gelangen und weiter suchen können.

Im Zielbereich erhöhen unsere Hunde meist das Tempo, scheinen erregt zu sein. Die Rute bewegt sich freudig und schnell.